Wehen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Die Geburt eines Babys wird in der modernen Gesellschaft stets als ein freudiges Ereignis angesehen. Angekündigt wird die Geburt eines Babys durch das Einsetzen der Wehen. Bereits während der Schwangerschaft kommt es immer wieder zu ­Wehen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Wehen?

Als Wehen bezeichnet man in der modernen Medizin die Kontraktion von Muskeln im Bereich der Gebärmutter. In Abhängigkeit zum Fortschritt der Schwangerschaft werden verschiedene Formen von Wehen unterschieden.

Zu den sicherlich bekanntesten Wehen gehören die Schwangerschaftswehen. Sie treten bereits während der Schwangerschaft in Erscheinung. Dennoch führen sie nicht zur Öffnung des Muttermunds. Die vorzeitigen Wehen treten unmittelbar vor dem errechneten Geburtstermin in Erscheinung. Die Einleitung der Geburt erfolgt unter anderem durch die Senkwehen.

Im Rahmen der Senkwehen nähert sich der Fötus dem Eingang des Beckens. Während der Geburt spricht man von Presswehen. Die Presswehen befördern den Fötus aus dem Leib der Mutter. Im Anschluss an die Geburt treten die Nachgeburtswehen in Erscheinung. Die Nachgeburtswehen befördern die Nachgeburt aus dem Körper der Mutter. Die Aufgaben der Wehen erweisen sich als äußerst vielfältig.

Medizinische & gesundheitliche Fuktionen & Aufgaben

Senkwehen schieben das Kind vor der Geburt in die richtige Position. Manchmal werden sie auch als "Vorwehen" bezeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Bereits in den vorherigen Ausführungen wurde deutlich, in welchem Ausmaß die Wehen am Prozess der Geburt beteiligt sind.

So werden die Wehen als eine treibende Kraft angesehen, welche den Fötus durch den Geburtskanal befördern. Die Wehen treten jedoch nicht nur am Ende einer Schwangerschaft in Erscheinung. Bereits am Anfang einer Schwangerschaft kann es zu Wehen kommen. Diese Wehen werden als Schwangerschaftswehen bezeichnet. Die Schwangerschaftswehen werden nur von sehr wenigen Frauen realisiert. In der Regel treten die Wehen während der Schwangerschaft bis zu acht mal pro Tag in Erscheinung. Gemäß den Aussagen von erfahrenen Medizinern wirken sich die Wehen während der Schwangerschaft positiv auf die Blutzirkulation aus.

Resultierend aus der geförderten Blutzirkulation wird das Wachstum der Gebärmutter angeregt. Neben den Schwangerschaftswehen werden auch die Senkwehen als äußerst wichtig angesehen. Diese spezielle Form der Wehen befördert den Fötus in das Becken der werdenden Mutter. Im Anschluss an die Senkwehen treten oftmals die Vorwehen in Erscheinung.

Die Vorwehen werden als eine unmittelbare Vorbereitung auf die Geburt angesehen. Im Rahmen der Vorwehen wird unter anderem der Hals der Gebärmutter erweicht. Obwohl die Wehen dem weiblichen Körper wertvolle Dienste erweisen, kann es immer wieder zu mitunter schwerwiegenden Komplikationen kommen.

Komplikationen & Störungen die im Zusammenhang mit Wehen auftreten können

Nicht selten weichen die Wehen sehr stark von der Norm ab. Gleichzeitig kann es zu weiteren Problemen kommen. Zu den sicherlich bekanntesten Problemen gehört der vorzeitige Blasensprung. Im Rahmen eines vorzeitigen Blasensprungs wird das Fruchtwasser aus der Fruchtblase abgelassen.

Normalerweise setzten die Wehen direkt im Anschluss an einen Blasensprung ein. Sollten die Wehen jedoch ausbleiben, kann es zu einer mitunter lebensbedrohlichen Infektion kommen. Die Geburt muss in diesem Fall künstlich eingeleitet werden. Oftmals kommt es auch zu einer verzögerten Geburt. Eine Verzögerung der Geburt basiert in den meisten Fällen auf einer Störung im Bereich des Muttermunds. So kann beispielsweise ein verengter Muttermund zu einer spürbaren Verzögerung führen. In diesen Fällen muss der von den Wehen ausgeübte Druck mittels spezieller Infusionen erhöht werden. Diese Infusionen werden in der modernen Medizin als Wehentropf bezeichnet.

Die Wehen sind Teil des Geburtsprozesses und stellen eine erhebliche Belastung für Mutter und Kind dar. Wehenanomalien können bisweilen zu schweren Komplikationen bei der Geburt führen. Häufig kommt es etwa zu einer primären Wehenschwäche, die eine natürliche Entbindung erschwert und den Geburtsfortschritt verzögert. Während der Geburt kann es zu sekundären Komplikationen bei der Wehentätigkeit kommen.

Liegt eine sekundäre Wehenschwäche vor, kommt es in der Folge oftmals zu einem verzögerten Geburtsfortschritt. Bei hyperaktiven Wehen treten starke Schmerzen auf, die mit großem Stress für Mutter und Kind einhergehen können, und manchmal zu einer Sauerstoffunterversorgung des Säuglings führen. Hypertone Wehen, Wehen mit einem gesteigerten Ruhetonus in den Wehenpausen, können zu einer verminderten Durchblutung und in der Folge ebenfalls zu einer Sauerstoffunterversorgung des Kindes führen.

Entsprechende Komplikationen können etwa durch die Gabe von Wehenhemmern oder die Entbindung per Kaiserschnitt behandelt werden. Liegt keine Wehenanomlie vor, verlaufen die Wehen üblicherweise ohne größere Komplikationen. Gewisse Risiken bestehen bei einer Geburt allerdings immer, weshalb es sich empfiehlt, die Wehentätigkeit frühestmöglich abzuklären und die Wehen unter ärztlicher Aufsicht zu überwinden.

Die bereits erwähnten Störungen treten relativ selten in Erscheinung. Als eine häufige Komplikation werden die Wehenstörungen angesehen. Im Rahmen einer Wehenstörung kann die Frequenz der Wehen von der normalen Frequenz abweichen. Hieraus resultierend kann es beispielsweise zu sehr kurzen Wehen kommen. Gleichzeitig sind die Wehen sehr schwach. Eine Wehenstörung äußerst sich jedoch nicht immer in Form von schwachen Wehen.

So kann es unter Umständen zu einer übermäßigen Anhäufung von Wehen kommen. Eine übermäßige Anhäufung von Wehen kann zu einer schmerzhaften Dauerkontraktion führen. Im Rahmen einer Dauerkontraktion können sich die einzelnen Wehen über einen Zeitraum von mehreren Minuten erstrecken. Dennoch nehmen die Wehen keinen Einfluss auf die Geburt.

Aussicht & Prognose

Die Wehen verlaufen in aller Regel unproblematisch für Mutter und Kind. Zwar kann es unter anderem zu unregelmäßigen Wehen, starken Blutungen und Schmerzen oder Geburtsproblemen kommen, unter ärztlicher Aufsicht können diese Komplikationen jedoch meist ohne schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind überwunden werden.

Statistisch gesehen verlaufen rund 95 Prozent aller Geburten normal. Die Wehen sind dabei ein ganz natürliches Phänomen, dass mittelfristig jedoch zu Beschwerden führen kann. So können ungleichmäßig verlaufende Wehen zu Erschöpfungssymptomen bei Mutter und Kind führen und starke körperliche Schmerzen hervorrufen. Weitere Komplikationen lassen sich zuverlässig vermeiden, indem vor der Geburt ein Geburtsvorbereitungskurs absolviert wird. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können mögliche Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden.

Eine umfassende Vorbereitung vorausgesetzt, ist die Aussicht auf normale Wehen und eine relativ beschwerdefreie Geburt gut. Dies hängt allerdings auch immer von der Konstitution der werdenden Mutter, möglichen Vorerkrankungen und auch dem Geburtsort ab. So kommt es bei einer Geburt zu Hause oder auf dem Weg ins Krankenhaus häufiger zu Problemen bei den Wehen als bei einer überwachten Geburt in der Klinik.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wehen zeigen sich während einer Schwangerschaft häufig - sind sie nur leicht und steht der errechnete Entbindungstermin noch nicht unmittelbar bevor, so handelt es sich um Übungswehen. Übungswehen erfordern keinen Arztbesuch. Wehen, die in einem regelmäßigen Abstand von etwa 10 bis 20 Minuten auftreten, etwa eine Minute andauern, leicht schmerzhaft sind und um den errechneten Entbindungstermin herum auftreten, zeigen den Beginn der Geburt an. In diesem frühen Stadium ist der Gang zum Arzt bzw. ins Krankenhaus noch nicht notwendig. Werden die Wehen schmerzhafter und treten sie in einem Abstand von etwa 5 bis 8 Minuten auf, so sollte die Gebärende ein Krankenhaus oder ein Geburtshaus aufsuchen.

Wehen, die in einem frühen Stadium - etwa im zweiten Drittel - einer Schwangerschaft auftreten und sich in Regelmäßigkeit und Schmerz deutlich von reinen Übungswehen unterscheiden, erfordern in jedem Fall die Konsultation eines Arztes. Werden die Wehen begleitet von Blutungen, sollte die Frau einen Rettungswagen benachrichtigen und liegend in ein Krankenhaus gebracht werden. Frauen, die unabhängig von allgemeinen Empfehlungen das Gefühl haben, die Geburt könnte unmittelbar bevorstehen, sollten in jedem Fall einen Arzt oder eine Hebamme aufsuchen.

Das können Sie selbst tun

Wehen sind sehr schmerzhaft und unangenehm. Doch nicht immer ist gleich ein Schmerzmittel nötig. Viele Natur- und Hausmittel können die Schmerzen lindern. Bei Wehen wirkt sich Wärme positiv aus. Ein warmes Körnerkissen eignet sich hervorragend, um die durch die Wehen ausgelösten Schmerzen im unteren Rücken zu vermindern.

Um die Schmerzen während der Wehen in den Griff zu bekommen, ist außerdem eine richtige Atmung sehr wichtig. Wenn möglich sollten die Schwangeren versuchen ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Ausatmung zu lenken. Tiefe, ruhige und lange Atemzüge schützen vor Hyperventilationen und wirken entkrampfend. Während der Ausatmung kann die Tonbildung von „O“ und „A“ sowie leichtes Stöhnen Linderung schaffen.

Wichtig ist außerdem die Einnahme einer geeigneten Position. Um Schmerzen im Rücken zu lindern kann die Hundeposition eingenommen werden. Auf einem Gymnastikball sitzend kreisende Beckenbewegungen durchzuführen kann zudem Abhilfe schaffen.

Ängste und angespannte Gemütszustände können sich außerdem negativ auf die Wehen auswirken. Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation können in einer Ruhe spendenden Umgebung und zu Hause durchgeführt werden. Es empfiehlt sich auch den Partner mit einzubeziehen. Dieser kann die Schwangere durch leichte Druckmassagen am Bauch oder am Rücken unterstützen. Außerdem empfehlen viele Hebammen und Ärzte das Naturheilmittel Toko-Öl. Es enthält unter anderem Lavendel, Mandel- und Weizenkeimöl. Eine dünne Schicht des Toko-Öls wird auf den Bauch aufgetragen und hat eine entspannende und somit schmerzbefreiende Wirkung auf die Gebärmutter. Es ist den meisten Apotheken erhältlich.

Bücher über Geburt & Entbindung

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Sohn, C. et al.: Ultraschall in Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2012

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