Wachstumshormone

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2016
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Ein Mangel wichtiger Wachstumshormone kann fehlendes Längenwachstum zur Folge haben. Zwar spielen Erbanlagen sowie Ernährung ebenfalls eine Rolle, aber wenn Wachstumshormone nur gering vorhanden sind oder ganz fehlen, dann wird ein Kind auch unter den besten Voraussetzungen nicht so gut wachsen wie seine Altersgenossen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wachstumshormone?

Wachstumshormone, auch Somatropin genannt, sind Botenstoffe, die in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, gebildet werden. Viele Körperfunktionen werden von dort aus gesteuert, auch die Schilddrüsenfunktion oder die Funktion der Nebennieren wird durch solche Botenstoffe geregelt. Wachstumshormone sind, wie der Name bereits sagt, für das Längenwachstum verantwortlich.

Wachstumshormone werden von Geburt an gebildet, überwiegend während des Schlafes ausgeschüttet und in der Kindheit besonders stark produziert. Eine erhöhte Ausschüttung der Wachstumshormone findet auch während der Pubertät statt.

Die meisten Kinder, die sehr klein geboren werden, holen das fehlende Längenwachstum häufig bis zum Schuleintrittsalter auf. Andere haben während der Pubertät einen deutlichen Wachstumsschub und überholen die Altersgenossen in kurzer Zeit.

Funktionen, Aufgaben & Bedeutungen

Alle Organe, das Gewebe, Muskeln und Knochen erhalten durch Wachstumshormone die Botschaft zu wachsen, aber auch Fettstoff- und Knochenstoffwechsel und der Zuckerhaushalt benötigen Wachstumshormone, um optimal zu funktionieren. Deshalb werden Wachstumshormone auch ein Leben lang produziert, nach Abschluss des Längenwachstums nur eben in geringerem Maße.

In seltenen Krankheitsfällen müssen Wachstumshormone lebenslang zugeführt werden. Viel häufiger reicht es aber aus, ein Längenwachstum durch Wachstumshormone zu unterstützen. Bevor man Wachstumshormone künstlich zuführt, sind umfassende Untersuchungen nötig. Ärzte, die sich auf die Behandlung von Hormonerkrankungen spezialisiert haben, Endokrinologen, können mit Hilfe von verschiedenen Stimulationstests feststellen, ob zu wenige Wachstumshormone erzeugt werden.

Dabei wird vor und nach einem Test untersucht, ob bestimmte Stoffe in ausreichender Anzahl vorhanden sind, die in Zusammenhang mit der Produktion der Wachstumshormone entstehen. Dem Körper werden dann Substanzen verabreicht, die dafür sorgen, dass die Hirnanhangdrüse verstärkt Wachstumshormone ausschüttet. Auch eine Gabe von Insulin kann dies bewirken. Die künstlich erzeugte Unterzuckerung des Blutes ruft bei einem gesunden Menschen eine Ausschüttung der Wachstumshormone hervor. Solche Tests sind ein wichtiges Diagnosemittel, um sicherzustellen, dass eine Behandlung durch künstliche Wachstumshormone sinnvoll ist.

Wenn eine Diagnose feststeht und der Arzt künstliche Wachstumshormone verschreibt, dann wird der weitere Verlauf engmaschig überwacht. Dabei wird auch regelmäßig die Hand geröntgt. Während der Wachstumsphase sind dort zwischen den Knochenenden Lücken, sogenannte Wachstumsfugen vorhanden. Ist das Längenwachstum beendet, sind auch diese Wachstumsfugen geschlossen. Spätestens dann wird normalerweise die Behandlung durch Wachstumshormone abgesetzt.

Wachstumshormone können seit den 80er Jahren biotechnologisch hergestellt werden, vorher war die Gewinnung ausschließlich möglich über die Entnahme aus der Hypophyse von Verstorbenen. Dieses Verfahren war aufwendig und auch nicht wirklich sicher. Es kam zu Übertragungen von Infektionen. Seit man Wachstumshormone biotechnologisch herstellen kann, ist die Gefahr von Infektionen ausgeschlossen

Wachstumshormone werden nicht in Tablettenform verabreicht, weil sie sonst über das normale Verdauungssystem zersetzt würden. Die Gabe erfolgt meist über einen „­Pen“ wie man ihn aus der Insulintherapie kennt und muss unter die Haut, in das Fettgewebe, gespritzt werden. Die tägliche Dosis wird am besten immer am Abend verabreicht, weil dies auch dem natürlichen Vorgang entspricht.

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Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Die Behandlung durch Wachstumshormone wird aus vielen Gründen genauestens überwacht. Eine zu hohe Dosierung der Wachstumshormone kann ein zu schnelles Wachstum von Organen hervorrufen oder Diabetes mellitus erzeugen.

Diese Form von Diabetes verschwindet allerdings nach Beendigung der Therapie. Weitere Nebenwirkungen können auch Kopfschmerzen, Glieder-und Gelenkschmerzen sein, wie sie auch bei natürlichen Wachstumsphasen von Kindern vorkommen. In seltenen Fällen können Hüftkopfveränderungen auftreten.

Der Erfolg hängt von der richtigen Dosierung ab die immer wieder neu kontrolliert werden muss und dementsprechend angepasst. Da Wachstumshormone auch beim Doping verwendet werden, weil sie den Muskelaufbau beschleunigen und die allgemeine Leistungsfähigkeit steigern, wird zudem besonders akribisch darauf geachtet, ob der Verbrauch mit den Nachbestellungen von Rezepten übereinstimmt.

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