Pityriasis alba

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. August 2017
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Das Krankheitsbild der Pityriasis alba wurde 1860 erstmals von dem französischen Mediziner Camille-Melchior Gilbert beschrieben. Die Hauterkrankung ist zwar nicht schwerwiegend, kann aber für die meist kindlichen Patienten seelisch belastend sein. Obwohl sie schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist, konnte ihre Ursache bis heute noch nicht geklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pityriasis alba?

Von der harmlosen Pityriasis alba sind meist Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren betroffen. Zwei bis fünf Prozent der Kinder dieser Altersgruppe leiden an der mitunter chronisch verlaufenden Hautkrankheit. Jungen sind dabei leicht überrepräsentiert. Die nicht infektiöse Erkrankung kommt mitunter sogar bei Erwachsenen vor. Menschen mit dunkler Hautfarbe und ihre Kinder haben ein erhöhtes Risiko, eine Pityriasis alba zu entwickeln.

Die Erkrankung zeigt sich in Form von hellen Schuppen bedeckten Flecken. An der Stelle dieser Läsionen liegt eine verminderte Hautpigmentierung vor. Sie kommt durch die verringerte Aktivität der Melanozyten zustande. Sie bilden weniger und kleinere Melanosomen aus. Die Pigmentstörung findet sich vor allem im Gesicht, aber auch am Körper und dort in der Regel auch mit größeren Flecken.

Bei manchen Kleinkindern zeigt sich die Pityriasis alba erstmals nach langen Sonnenbädern ohne ausreichenden Sonnenschutz oder bei kindlichen Patienten, die häufig heiß gebadet werden. Histologisch handelt es sich bei der Hauterkrankung um eine Form der interstitiellen Dermatitis, bei der die Melanozyten degenerativ verändert sind.

Ursachen

Die genaue Ursache der Pityriasis alba ist noch unbekannt. Manche Mediziner halten sie für eine milde Form eines atopischen Ekzems, da ihre Läsionen im Anfangsstadium den rötlichen Neurodermitis Flecken ähneln, erst später blasser werden und sich dann stark von der umgebenden Hautfarbe abheben.

Einige Ärzte vermuten einen übermäßigen Einsatz von Kortikoid-Cremes bei der Behandlung des Ekzems als Ursache für die Hypopigmentierung. Andere Mediziner halten die Pityriasis alba für eine abgeschwächte Form eines normalen Ekzems, das von einer übermäßigen Immunreaktion ausgelöst wird.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die rötlichen Läsionen sind nicht scharf begrenzt und mit feinen Haut-Schüppchen bedeckt, die sich zu hellen trockenen Flecken auf der Gesichtshaut entwickeln. Die hellen Stellen sind nicht vollständig entpigmentiert, sondern lediglich hypopigmentiert.

Die überwiegend runden, ovalen oder landkartenähnlichen 0,5 bis 2 cm im Durchmesser großen Verfärbungen sind manchmal mit starkem Juckreiz und einer Talgdrüsen Atrophie verbunden. Im Gesicht befinden sie sich meist auf den Seiten der Wangen und der Stirn. Am Körper finden sich in der Regel größere Läsionen mit betontem Rand. Dort sind vier oder fünf, in Extremfällen sogar mehr als 20 solcher Hautveränderungen vorhanden.

Etwa ein Fünftel der Pityriasis alba-Patienten haben die auffälligen Flecken auf den Schultern, großflächig auf den Streckseiten der Oberarme und am Hals. Die Hauterkrankung verschwindet spätestens mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Bis zu diesem Zeitpunkt tritt sie jedoch bei einem Teil der kindlichen Patienten immer wieder auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Verlauf ist meist chronisch und erfolgt in drei Stadien: Am Anfang erkennt der Patient eine schwach gerötete leicht erhabene schuppige Hautstelle. Danach verblasst die erhöhte Läsion. Zuletzt bleibt eine blasse flache glatte Hautpartie zurück. Die Abheilung der Pityriasis alba dauert mitunter mehrere Monate. Bei manchen Patienten dauert der Heilungsprozess bis zu 10 Jahre.

Im Sommer bleibt die Stelle trotz der Bräunung der restlichen Haut unverändert hell. Diagnostiziert wird die Pityriasis alba in einer gründlichen Untersuchung der Hautoberfläche des Gesichts und gegebenenfalls des gesamten Körpers. Um sie differentialdiagnostisch von Pityriasis versicolor alba, Tinea corporis und Tinea faciei abzugrenzen, führt der Arzt den Kaliumhydroxid (KOH)-Test durch.

Die Abgrenzung von der Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) kann schon durch das äußere Erscheinungsbild erfolgen: Bei ihr finden sich die weißen Flecken immer nur in der Mund und Augenpartie. Außerdem sind bei dieser Hauterkrankung die hellen Flecken vollständig depigmentiert und erscheinen daher auch weiß.

Komplikationen

In der Regel ist die Pityriasis alba nicht lebensgefährlich und auch nicht besonders gesundheitsgefährdend. Allerdings kommt es durch diese Krankheit zu erheblichen Beschwerden an der Haut des Betroffenen. Die meisten Patienten schämen sich dabei für die Beschwerden und fühlen sich daher mit ihrer Haut unwohl. Auch Mobbing und Hänseleien können dadurch vor allem in einem jugendlichen Alter auftreten.

Weiterhin kann die Pityriasis alba auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Verstimmungen und Einschränkungen führen. Die Haut selbst ist dabei durch die Krankheit mit roten Flecken bedeckt und die Betroffenen leiden in einigen Fällen an einer Hypopigmentierung. Auch ein dauerhafter Juckreiz auf der Haut kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern. Vor allem im Gesicht oder am Hals können die Beschwerden der Pityriasis alba sehr unangenehm sein.

Die Behandlung der Pityriasis alba kann mit Hilfe von Medikamenten erfolgen und führt in der Regel zu einem Erfolg. Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Allerdings kann ein vollständig positiven Krankheitsverlauf nicht in jedem Falle garantiert werden. Möglicherweise treten die Beschwerden der Pityriasis alba erneut auf. Auch Narben können sich durch diese Krankheit auf der Haut ausbilden.

Behandlung & Therapie

Die Pityriasis alba wird mitunter überhaupt nicht behandelt, da die Flecken von selbst wieder abheilen. Ansonsten erfolgt die Therapie nur symptomatisch: Gegen die Trockenheit und die Schuppen erhält der Patient eine rückfettende Hautcreme. Auf die juckenden und schuppigen Stellen werden auch Cremes mit niedrig dosiertem Hydrocortison aufgetragen. Andere Dermatologen behandeln die Pityriasis alba mit harnstoffhaltigen Salben, damit sich die Schüppchen ablösen.

Kindliche Patienten über zwie Jahren erhalten mitunter auch die Immunsuppressiva Tacrolimus 0,1 Prozent und Pimecrolimus (1Prozent), die den Heilungsprozess beschleunigen sollen. Die Cremes unterbinden die Ausschüttung von Neurotransmittern, die die Ekzeme hervorrufen. In schweren Fällen erhält der Patient die PUVA-Therapie mit Psoralen und langwelligem UV-A-Licht oder eine länger andauernde Lasertherapie.

Im Sommer geht der von einer Pityriasis alba Betroffene überhaupt nicht in die Sonne oder deckt die helle Läsion mit einer Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ab, damit die hypopigmentierte Hautstelle nicht noch zusätzlich geschädigt wird. Außerdem sollte er seine Haut nicht mit normaler Seife waschen, da sie die Haut noch mehr irritiert, sondern nur eine O/W-Emulsion oder ein hydrophiles Öl verwenden.

Verschwindet die auffällige Hautläsion nach einiger Zeit immer noch nicht, kann er sie auch kosmetisch abdecken, damit sie wenigstens zeitweilig nicht mehr so deutlich zu sehen ist.

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Vorbeugung

Da die genaue Ursache der Pityriasis alba unbekannt ist, ist keine prophylaktische Maßnahme möglich.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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