Patellafraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Als Patellafraktur gilt ein Bruch der Kniescheibe. Dabei kommt es zumeist zu einem Trümmer- oder Querbruch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Patellafraktur?

Bei einer Patellafraktur handelt es sich um eine Fraktur der Kniescheibe (Patella). Ein typisches Merkmal dieser Verletzung ist das Auftreten von Trümmer- oder Querbrüchen. Ebenso sind Mischbrüche im Bereich des Möglichen. Hervorgerufen werden diese in den meisten Fällen durch Stürze auf das Knie.

Der Anteil von Patellafrakturen an der Gesamtzahl sämtlicher Knochenbrüche liegt bei etwa einem Prozent. Die menschliche Kniescheibe stellt einen Bestandteil des Streckapparates dar. Durch sie wird das unmittelbare Reiben der Oberschenkelstreckmuskulatursehne auf das Kniegelenk unterbunden. Dabei bewegt sich die Patella auf einer Oberschenkelknochenrinne.

Ursachen

Die meisten Frakturen an der Kniescheibe entstehen durch Stürze, die auf das gebeugte Kniegelenk erfolgen. Die starke Gewalt führt dazu, dass die Patella in zwei Teile oder mehrere Fragmente zerbricht. Im Rahmen eines Autounfalls kann die Kniescheibe, die beim Sitzen im Fahrzeug gebeugt ist, ebenfalls an einen Gegenstand wie das Armaturenbrett prallen, was mitunter zu ihrem Bruch führt. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einer sogenannten Dashboardverletzung.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Sportarten, bei denen es nicht selten durch Stürze zu einer Patellafraktur kommt. Dazu gehören in erster Linie Inline-Skating und Skateboardfahren. Gelegentlich führt auch das abrupte Beugen des maximal gestreckten Knies zu einem Bruch der Patella. Mitunter ist zudem eine Patellaluxation (Ausrenkung der Kniescheibe) die Ursache für einen Kniescheibenbruch.

Die Kniescheibe des Menschen befindet sich direkt unter der Haut. Aus diesem Grund handelt es sich bei Patellafrakturen häufig um offene Brüche. Dabei kommt es zum Hervortreten von Knochenteilen durch die Haut.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bemerkbar macht sich eine Fraktur der Kniescheibe durch einen heftigen Schmerz oberhalb der Patella bei Bewegung und Druck. Da die Schmerzen sehr stark sind, kann die betroffene Person normalerweise nicht mehr gehen. Des Weiteren lässt sich im Kniegelenk keine Streckbewegung mehr vornehmen. Ein weiteres typisches Symptom der Patellafraktur stellt der Bluterguss (Hämatom) dar. Dieser tritt als Schwellung sowie als blauer Fleck zutage. Es entsteht eine Blutung in das Kniegelenk, die Kniegelenkserguss genannt wird.

Mitunter lässt sich nach dem Bruch der Kniescheibe auch ein Knirschen vernehmen. Dieses Geräusch trägt in der Medizin die Bezeichnung Krepitation und ist bei Bewegungen der Kniescheibe vernehmbar. Nicht selten zeigen sich zusammen mit der Fraktur der Patella auch Begleiterscheinungen wie Knorpelverletzungen in der Gelenkkopfregion sowie Schädigungen des Schleimbeutels. Wurde der Kniescheibenbruch durch die Übertragung von Kraft hervorgerufen, kommt es mitunter auch zu Frakturen am Oberschenkelschaft oder zu einer Ausrenkung des Hüftgelenks.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose Patellafraktur sicher stellen zu können, führt der behandelnde Arzt eine Röntgenuntersuchung durch. Dabei fertigt er Aufnahmen des Knies in zwei oder drei Ebenen an. In manchen Fällen können auch eine Szintigraphie, eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT) stattfinden. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Differentialdiagnose.

So können für die Beschwerden auch eine Ruptur der Quadrizepssehne mit einem Tiefstand der Kniescheibe oder ein Patellasehnenriss samt Kniescheibenhochstand verantwortlich sein. Der Verlauf eines Kniescheibenbruches richtet sich nach dessen Ausmaß. Je geringer der Kniescheibenschaden ausfällt, desto günstiger ist auch die Langzeitprognose. Bei rund einem Drittel der Patienten treten selbst bei einer optimalen Versorgung der Fraktur auch weiterhin belastungsabhängige Schmerzen auf. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für eine Kniescheibenarthrose sowie für eine Arthrofibrose (Gelenkvernarbung).

Komplikationen

In erster Linie leiden die Betroffenen bei einer Patellafraktur an sehr starken Schmerzen. Die Schmerzen sind dabei stechend und können so stark sein, dass der Betroffene vollständig das Bewusstsein verliert. Weiterhin breiten sich die Schmerzen dabei nicht selten auch in andere Regionen des Körpers aus und können dabei am gesamten Bein zu Schmerzen führen. Die Lebensqualität des Patienten wird aufgrund der Patellafraktur deutlich eingeschränkt und verringert.

Weiterhin kommt es dabei in der Regel auch zu einer starken Schwellung und zu einem Bluterguss am Kniegelenk. Die Bewegung des Betroffenen wird durch die Patellafraktur deutlich eingeschränkt, sodass es zu Einschränkungen im Alltag kommen kann. Auch eine Ausrenkung des Hüftgelenkes ist möglich, wenn die Patellafraktur nicht richtig behandelt wird.

Dauerhafte Schmerzen wirken sich nicht selten negativ auf die Psyche aus und können zu Depressionen und zu anderen psychischen Verstimmungen führen. In der Regel ist bei einer Patellafraktur ein operativer Eingriff notwendig. Besondere Komplikationen treten dabei allerdings nicht auf und es kommt meistens zu einem positiven Krankheitsverlauf. Möglicherweise ist der Betroffene allerdings auch noch nach der Operation in seiner Bewegung eingeschränkt.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung einer gebrochenen Kniescheibe richtet sich nach der Form der Fraktur. So ist sowohl eine konservative als auch eine operative Therapie möglich. Eine konservative Behandlung lässt sich allerdings nur dann vornehmen, wenn sich der Bruch nicht verschoben hat. Solche Frakturformen bestehen lediglich, wenn der Reservestreckapparat (Retinaculum patellae) noch erhalten ist.

Ebenfalls für eine konservative Therapie geeignet sind Längsbrüche, die in den meisten Fällen nur in geringem Maße auseinanderweichen. Ist die Knochenhaut noch intakt, lässt sich sogar auf eine Ruhigstellung des verletzten Knies verzichten. Dabei erfolgt eine frühfunktionelle Behandlung samt schmerzadaptierter Vollbelastung.

Bei einer konservativen Therapie wird das Knie mit einer Hülse aus Kunststoff oder Gips ruhiggestellt. Dadurch können die Bruchfragmente nicht auseinanderdriften. Für einen gewissen Zeitraum darf der Patient das betroffene Bein nicht belasten. Mithilfe wiederholter Röntgenuntersuchungen kann der Arzt feststellen, ob die Behandlung einen erfolgreichen Verlauf nimmt. Um die Bildung einer Thrombose (Blutgerinnsel) zu vermeiden, erhält der Patient Injektionen mit Heparin.

Brechen die Knochenfragmente nach dem Bruch der Kniescheibe auseinander, muss ein chirurgischer Eingriff stattfinden. Dabei erhält der Patient eine Spiralanästhesie oder eine Vollnarkose. Im Rahmen der Operation entfernt der Chirurg die Fasern des Streckapparates von der Bruchstelle und setzt die einzelnen Fragmente zusammen. Darüber hinaus erfolgt die Wiederherstellung der Gelenkfläche. Zur Fixierung der Kniescheibenfragmente bedarf es einer Osteosynthese. Diese Knochenvereinigung gestattet eine funktionelle Nachbehandlung.

Liegt ein offener Bruch der Kniescheibe vor, muss die Operation innerhalb von sechs Stunden durchgeführt werden. Ansonsten besteht die Gefahr einer Infektion durch angesiedelte Bakterien, die sich auf das komplette Knie ausbreiten kann. Um einer Infektion vorzubeugen, erhält der Patient Antibiotika.

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Vorbeugung

Zur Vermeidung einer Patellafraktur empfiehlt es sich, bei Risikosportarten wie Inline-Skating stets Schutzkleidung mit Knieschonern anzulegen. Bei einer Autofahrt gelten das Abrunden des Armaturenbretts sowie das Anschallen als sinnvolle Vorbeugemaßnahmen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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