Flüssigkeit im Knie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Flüssigkeit im Knie ist eine körperliche Beschwerde, die von vielen Menschen geteilt wird. In einem höheren Stadium kann sie zu einer erheblichen Einschränkung der Geh- und Stehfähigkeit führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flüssigkeit im Knie?

Umgangssprachlich ist der Ausdruck "Flüssigkeit im Knie" weit verbreitet. Darunter wird eine Reihe an Erkrankungen zusammengefasst, die zu einer Flüssigkeitsansammlung innerhalb des Kniebereiches beitragen.

In der medizinischen Fachsprache wird vorwiegend der Begriff Kniegelenkserguss verwendet. Bei einem Kniegelenkserguss können äußerlich sichtbare Veränderungen an dem betroffenen Kniegelenk wahrgenommen werden. Dies wird durch innere Deformationen begleitet. Die Flüssigkeit besteht aus einer eiterähnlichen Konsistenz (Pyarthros), aus der körpereigenen Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) oder aus Blut (Hämarthros).

Dabei ist zu beachten, dass es sich bei der Flüssigkeitsansammlung um keine Erkrankung, sondern um ein Symptom handelt. Generell kann zwischen einer akuten und einer chronischen Beschwerde unterschieden werden. Erstere tritt in allen Altersgruppen auf, wohingegen sich ein chronischer Verlauf vorwiegend bei Menschen im höheren Alter entwickelt.

Einzelne Formen der Flüssigkeitsansammlung werden auch unter Profisportlern diagnostiziert. Der Kniegelenkserguss kann auf eine übermäßige Beanspruchung und die damit einhergehenden Knieverletzungen zurückgeführt werden.

Ursachen

Flüssigkeit im Knie kommt stets als Begleiterscheinung vor. Ursache akuter Kniegelenksergüsse ist ein Trauma als Folge einer Verletzung. Beispiele hierfür sind der Kreuzbandriss, eine Patellaluxation, eine osteochondrale Fraktur oder eine Fraktur des Tibiaplateaus.

In seltenen Fällen kann eine periphere Meniskusläsion als Ursache einer vorübergehenden Flüssigkeitsansammlung herangezogen werden. Ein häufiger Auslöser eines chronischen Verlaufes ist eine übermäßige Reizung der Gelenkschleimhaut. Sie führt zu einer vermehrten Produktion der Gelenksflüssigkeit (Synovia). In der Medizin sind als weitere Ursache auch die Meniskusläsion, die Patellarsehnentendinitis und das Plica-Syndrom bekannt.

In diesen Fällen wird ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion und Resorption festgestellt. Das Resultat ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Kniegelenkskapsel. In seltenen Fällen wird Flüssigkeit im Knie durch eine Infektion herbeigeführt. Mit einer Entzündungsreaktion wird die Flüssigkeitsresorption behindert, was eine stetige Flüssigkeitsansammlung zur Folge hat. Schließlich können rheumatische Erkrankungen und die Arthrose als mögliche Ursachen herangeführt werden.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

In der medizinischen Fachsprache wird vorwiegend der Begriff Kniegelenkserguss verwendet. Bei einem Kniegelenkserguss können äußerlich sichtbare Veränderungen an dem betroffenen Kniegelenk wahrgenommen werden.

Eine Knieschwellung ist ein erstes Anzeichen, dass sich Flüssigkeit im Knie angesammelt hat. Das Knie nimmt eine atypische Form an, was durch eine kontinuierliche Größenzunahme begleitet wird. Damit geht eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit und eine partielle Steifheit einher.

Unter hohem Druck werden Schmerzen empfunden, die sich im weiteren Verlauf verschlimmern. Besteht der Verdacht, dass sich Flüssigkeit im Knie angesammelt hat, sollte ein Allgemeinarzt oder ein Orthopäde konsultiert werden. Der Arzt beginnt mit einer Anamnese, die sich auf die körperliche Verfassung konzentriert. Eine wichtige Rolle spielt die körperliche Untersuchung. Dabei wird die "tanzende Patella" (Kniescheibe) auf ihre Funktionalität überprüft.

Anbei wird das Knie mittels Ultraschall, Röntgen und Computertomografie analysiert. Wird eine Infektion vermutet, kann eine mikrobiologische Untersuchung vorgenommen werden. Die Flüssigkeit wird mit einer Punktion entnommen und auf einen möglichen Erreger überprüft.

Komplikationen

Liegt eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung in der Kniekehle vor, handelt es sich um eine Bakerzyste, die zu Komplikationen führt, wenn sie auf Nerven und Gefäße drückt. Eine Knieschwellung liegt in den meisten Fällen als Komplikation vor.

Darüber hinaus kann die Bakerzyste durch zu starkes Wachstum und überhöhten Druck während einer Kniebeugung ruptieren, also reißen. Weil dann die Synovia in das umliegende Gewebe austritt, kommt es nicht selten zu Entzündungen und noch stärkeren Schmerzen. Aufgrund der Schwerkraft fließt die Gelenkschmiere (Synovia) in die Muskulatur des Unterschenkels und manchmal sogar bis in den Fußknöchelbereich, wo sich Druck aufbaut, der nicht entweichen kann. Es kommt zum Kompartmentsyndrom. Dieses übt einen Druck auf die Nerven und Blutgefäße aus und führt bei nicht rechtzeitiger operativer Behandlung unter Umständen zur Unterschenkelamputation.

Wird das Kniegelenk punktiert um die Flüssigkeit zu entfernen, kann sich das Kniegelenk nach einer vorübergehenden Besserung erneut mit Synovia füllen und anschwellen.

Wird eine erforderliche chirurgische Behandlung, minimalinvasiv, mittels Gelenkspiegelung oder offen, zu lange hinausgezögert, sind Knorpelschäden oder Schäden an den Menisken nicht auszuschließen. Diese Gefahr besteht erhöht bei einer rheumatoiden Arthritis als Ursache.

Entsteht eine Entzündung (Arthritis) im Kniegelenk durch Mikroorganismen (Viren oder Bakterien) kann es zu Zell- und Gewebeschädigungen sowie zum Absterben der Gelenkelemente kommen. Dieser Zustand, der auch eine Reduzierung des Allgemeinzustands mit sich bringt, kann präoperativ aber auch postoperativ entstehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Flüssigkeit im Knie oder salopp formuliert "Wasser im Knie" ist immer ein Grund, zum Arzt zu gehen. Das auch als Kniegelenkserguss bezeichnete Phänomen ist ein Symptom für mehrere Erkrankungen. Bei der Flüssigkeit im Knie handelt es sich entweder um Gelenksflüssigkeit, ein eitriges Sekret oder um Blut. Flüssigkeit im Knie gibt es als akute und chronische Variante. Während der akute Kniegelenkserguss bei sämtlichen Altersgruppen vorkommt, betrifft der chronische Gelenkserguss hauptsächlich ältere Personen. Flüssigkeit im Knie tritt außerdem gelegentlich bei Profisportlern auf.

Wer eine Schwellung an einem Knie oder beiden Knien bemerkt, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Schwellungen an Knien deuten auf eine Flüssigkeitsansammlung hin. Für Flüssigkeit im Knie kommen mehrere Ursachen infrage. Je früher die ärztliche Behandlung einsetzt, umso besser. Ärzten stehen dabei zahlreiche Diagnosemethoden offen. Röntgen, Ultraschall und Computertomografie sind gängige Untersuchungsmethoden bei Flüssigkeit im Knie. Deutet das Untersuchungsergebnis auf eine Infektion hin, folgt eine Kniepunktion, bei der der Arzt etwas von der Flüssigkeit im Knie entnimmt, um sie mikrobiologisch zu untersuchen.

Bei Flüssigkeit im Knie zählt der Zeitgewinn. Ein frühzeitiger Arztbesuch und Behandlungsbeginn kann einen langwierigen und schmerzvollen Behandlungsverlauf verhindern helfen. Am Ende der Behandlung kann der Arzt seinem Patienten eine Physiotherapie verordnen, um das traumatisierte Kniegelenk zu regenerieren.

Behandlung & Therapie

Nach einer Diagnose entscheidet der Arzt, welche Therapie eingeleitet werden soll. In der Regel erfolgt die Behandlung kausal. Demnach wird die Ursache therapiert, damit die Flüssigkeit im Knie langfristig zurückgehen kann.

Ist ein Kniegelenkserguss die Folge eines Traumata, wird eine Ruhigstellung des Knies angestrebt. In erster Linie ist es wichtig, die Verletzung zu behandeln. Dagegen werden chronische Verläufe medikamentös begleitet, während eine Infektion mit Antibiotika behandelt wird. In schweren Fällen ist es notwendig, am Knie zu operieren. Mittlerweile ist es nicht mehr erforderlich, das gesamte Knie zu öffnen.

Stattdessen werden kleine Areale punktiert, woraufhin die Flüssigkeit abgesaugt wird. Der operative Eingriff hat das Ziel, die angesammelte Flüssigkeit im Knie zu reduzieren, um den Druck zu mindern. Oft gelingt es allerdings, die Schwellung bereits durch eine Ruhigstellung des Kniegelenkes zu beseitigen. Eine Hochlagerung der entsprechenden Extremität bewirkt ebenfalls eine Linderung.

Bei Bedarf kann dies durch einen therapeutischen Eingriff in Form einer Gelenkpunktion begleitet werden. Pflanzliche und homöopathische Mittel runden eine Behandlung schließlich ab. Im Nachhinein wird eine Physiotherapie zur Regeneration des Kniegelenks empfohlen, nachdem die Flüssigkeit im Knie größtenteils zurückgegangen ist.

Aussicht & Prognose

Nicht in jedem Fall muss Flüssigkeit im Knie zu besonderen Beschwerden oder Komplikationen führen. Die Ursachen und Beschwerden sind allerdings relativ unterschiedlichen. In den meisten Fällen kommt es aufgrund von einer Entzündung zur Flüssigkeit im Knie, wenn zum Beispiel ein Kreuzbandriss aufgetreten ist. Sollte diese Verletzung nicht richtig ausheilen können, kann sich die Flüssigkeit ansammeln. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Bein weiterhin stark belastet wird. Es kann zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen aufgrund der Flüssigkeitsansammlung kommen.

Weiterhin kann eine Arthrose, für die Flüssigkeit im Knie verantwortlich sein. Dabei kommt es ebenfalls zu Schmerzen und Einschränkungen der Bewegung. Die Lebensqualität nimmt in den meisten Fällen ab.

Die Behandlung erfolgt in erster Linie kausal und zielt vor allem auf die Heilung der Grunderkrankung ab. Falls diese geheilt wird, verschwindet in der Regel die Flüssigkeit im Knie auch von selbst und es kommt nicht zu weiteren Beschwerden. Nicht selten werden dabei Medikamente eingesetzt, die Entzündungen vorbeugen oder sie behandeln. In schwerwiegenden Fällen kann die Flüssigkeit auch direkt vom Arzt entfernt werden. Weiterhin kommt es zu keinen Einschränkungen oder Beschwerden für den Patienten.

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Vorbeugung

Mit präventiven Maßnahmen gelingt es in jedem Alter, die Gefahr eines Kniegelenksergusses zu verringern. Wichtig ist es insbesondere, eine übermäßige Belastung des Knies durch sportliche Aktivitäten zu vermeiden.

Zu den bekanntesten Risikosportarten gehören Squash und Skilaufen. Diesen Sportarten sollte nur in Maßen nachgegangen werden. Gleichzeitig empfiehlt es sich, Muskeln, Sehnen und Bänder zu stärken. Joggen, Schwimmen und Dehnen können diesbezüglich eine Abhilfe schaffen.

Wurde bereits eine Knieverletzung erlitten, kann eine therapeutische Maßnahme zur Regeneration und Stabilisation durchgeführt werden. Auf diese Weise wird das Risiko eines Rückfalles gesenkt. Unter Umständen ist es sogar ratsam, mit einer Physiotherapie zu beginnen.

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Quellen

  • Breusch, S.: Klinikleitfaden Orthopädie Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Engelhardt, M.: Sportverletzungen. Urban & Fischer, München 2006
  • Niethard, F.U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2009

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