Magenband

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Das Magenband ist eines der bekanntesten, adipositaschirurgischen Verfahren und soll Patienten mit extremem Übergewicht bei der Gewichtsreduktion helfen, wenn alle konventionellen Methoden versagt haben.

Das Ziel des minimal-invasiven, laparoskopischen Eingriffes ist die Verengung des Magendurchmessers am Mageneingang, die den Patienten fortan weniger Nahrung aufnehmen lässt und so sein Gewicht sowie das Risiko für Folgeerkrankungen reduziert. Obgleich die Komplikationsrate von Magenbandoperationen unter einem Prozent liegt, treten nach der OP relativ häufig Langzeitkomplikationen auf, wie sie sich zum Beispiel durch ein verrutschtes Band, eine Portinfektion oder vermehrtes Erbrechen ergeben können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Magenband?

Unter dem Magenband versteht die Adipositaschirurgie einen minimal-invasiven und restriktiven Eingriff, der Patienten mit starkem Übergewicht bei der Reduktion des Gewichts unterstützen soll. Das Verfahren lässt prinzipiell eine Reduktion von rund 16 Prozent des ursprünglichen Gewichts erwarten und ist damit eine der erfolgsversprechendsten Methoden der Adipositaschirurgie.

Mit der Operation lässt sich insbesondere krankhafte Adipositas behandeln, an der diätische und andere konventionelle Verfahren der Gewichtsreduktion vorab bereits versagt haben. Das Magenband ist eines von vier standardisierten adipositaschirurgischen Verfahren, das häufig mit einem der drei weiteren Standardverfahren kombiniert wird.

Vom Magenband zu unterscheiden ist der Schlauchmagen, der wie auch das Magenband zwar eine Minimierung des Magens zum Ziel hat, anders als das Band aber die operative Entfernung von ganzen Magenstücken erfordert. Magenbänder werden nach geraumer Zeit wegen der hohen Langzeitkomplikationsrate in der Regel wieder entfernt, wobei gerade die Explantation häufig mit einem zweiten Verfahren wie der Schlauchmagenplastik kombiniert wird.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das Magenband hat die Verengung des Mageneingangs und Magendurchmessers zum Ziel. Ein so verengter Magendurchmesser verhindert die übermäßige Aufnahme von Nahrung und hilft dem Patienten so bei der Gewichtsreduktion. Der Eingriff erfordert nicht zwingend eine stationäre Aufnahme des Patienten, sondern kann in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden, solange keinerlei Kontraindikationen bestehen.

Nach einem Beratungsgespräch und dem Anzeichnen der jeweils erforderlichen Schnitte legt der Arzt den Patienten in der Regel in Narkose. Während der Operation führt er mithilfe eines optischen Instruments einen Eingriff am Eingangsbereich des Magens durch. Diese Verfahrensweise wird auch Laparoskopie genannt und ist den minimal-invasiven Verfahren der Chirurgie zuzurechnen.

Unter dem Magenband versteht die Adipositaschirurgie einen minimal-invasiven und restriktiven Eingriff, der Patienten mit starkem Übergewicht bei der Reduktion des Gewichts unterstützen soll.

Bei der Magenbandlaparoskopie legt der Arzt ein Silikonband um den Magenfundus. Die Öffnung dieses Silikonbands wird angepasst, indem Flüssigkeit in das Band gegeben wird.

In der Wand des Bauches oder vor am Brustbein richtet der Arzt eine sogenannte Portkammer, also einen Zugang ein. Magenbänder lassen sich wieder vollständig entfernen. In etwa der Hälfte aller Fälle wird innerhalb von zehn Jahren sogar zwingend eine Explantation erforderlich, da das Band verrutscht oder das zugehörige Schlauchsystem leckt. Häufig geht eine Explantation des Magenbands mit der Anlage eines Schlauchmagens einher, bei der der Arzt dem Patienten unter Allgemeinnarkose zwischen 80 und 90 Prozent des Magens entfernt und den schlauchartigen Rest mit laparoskopischen Nähten in ein geschlossenes System verwandelt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Da Magenbänder in einem minimal-invasiven Verfahren gelegt werden, ist der Eingriff für den Patienten mit weitaus weniger Risiken verbunden, als invasive Operationsverfahren. Obwohl die Narkotisierung für übergewichtige Personen generell ein höheres Komplikationsrisiko erwarten lässt, liegt die Komplikationsrate beim Magenband besonders unter der Führung erfahrener Chirurgen unter einem Prozent.

Als erfahrener Chirurg gilt in diesem Fall, wer mehr als 50 gleichwertige Operationen am Magen durchgeführt hat. Obgleich die Operation selbst kaum risikobehaftet ist, können sich nach dem Eingriff allerdings verschiedene Komplikationen einstellen. Größere Nahrungsbrocken können zum Beispiel den Durchgang des Magenbands verstopfen. Eine fachmännische Ernährungsberatung ist daher ein entscheidender Punkt für den anhaltenden Erfolg des Operationsverfahrens. Nach der OP kann sich als Langzeitkomplikation außerdem eine Infektion des Ports einstellen.

Unter Umständen schneidet auch das Magenband in den Magen ein oder das Band verrutscht und muss in einer zusätzlichen Operation wieder angeglichen werden. Eine der häufigen Komplikationen ist vermehrtes Erbrechen, das Zahnschäden und andere gesundheitliche Folgen für den Patienten nach sich ziehen kann. Schon aufgrund dieser Risiken ist vor dem Eingriff ein fachmännisches Beratungsgespräch in speziell dazu eingerichteten Beratungszentren unersetzlich. Wie alle anderen adipositachirurgischen Eingriffe kommen auch Magenbänder nicht für jeden infrage.

Grundvoraussetzung ist ein BMI über 40 oder über 35, falls übergewichtsbedingte Erkrankungen vorliegen. Menschen mit Psychosen oder Süchten werden generell nicht als Anwärter für ein Magenband in Betracht gezogen. In der Regel wird der Eingriff nur an Personen mit einem biologischen Alter zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt, wobei der Patient alle konventionellen Methoden zur Reduktion des Gewichts bereits erfolglos ausgeschöpft haben muss. Potenzielle Magenbandpatienten müssen voll zur Gewichtsreduktion motiviert und umfassend über alle zur Verfügung stehenden Methoden und Risiken aufgeklärt worden sein.

Das Risiko der Operation darf das Risiko anderer zur Verfügung stehender Eingriffe für den einzelnen Patienten nicht überschreiten. Verglichen mit adipositachirurgischen Eingriffen wie dem Schlauchmagen bietet das Magenband in erster Linie den Vorteil der vollständigen Revidierbarkeit. Andererseits ist ein Eingriff wie der Schlauchmagen auf lange Sicht gesehen mit weniger Langzeitkomplikationen verbunden.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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