Schlauchmagen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
Startseite » Behandlungen » Schlauchmagen

Mit Verfahren wie dem Schlauchmagen begrenzt die Adipositaschirurgie die maximal mögliche Nahrungszufuhr von stark übergewichtigen Patienten zwischen 18 und 65 Jahren, die entweder einen BMI über 40 oder einen BMI über 35 und Folgeerkrankungen wie Diabetes nachweisen können.

Vor dem Eingriff müssen die Patienten in einem Beratungsgespräch darlegen, dass sie alle konventionellen Methoden zur Gewichtsreduzierung bereits erfolglos ausgeschöpft haben und weder unter Suchtproblematiken, noch Psychosen leiden. Während des einstündigen, restriktiven und minimalinvasiven Eingriffs entfernt der Arzt einen Großteil des Magens und lässt lediglich einen schlauchförmigen Magenrest zurück, der den Patienten durch nur mehr begrenzt mögliche Nahrungsaufnahme beim Abnehmen unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Schlauchmagen?

Der Schlauchmagen ist eine operative Maßnahme der Adipositaschirurgie, die Personen mit starkem Übergewicht beim Abnehmen unterstützen soll, indem die maximale Nahrungsaufnahme auf ein Minimum begrenzt wird.

Das Verfahren gehört zu den insgesamt vier anerkannten Standardtechniken im Bereich der Adipositaschirurgie und wird häufig mit einem der drei weiteren Eingriffsmöglichkeiten kombiniert. Schlauchmagen-Operationen sind minimalinvasive Operationen, die zu den restriktiven Verfahren der Adipositaschirurgie gehören. Restriktiv bedeutet in diesem Fall, dass durch eine Reduzierung des Magenvolumens die maximal mögliche Nahrungszufuhr minimiert wird. Der Schlauchmagen hat im 21. Jahrhundert extrem an Bedeutung gewonnen und konnte Statistiken zufolge 2012 sogar den Magenbypass überholen.

Der Eingriff lässt eine 70- bis 80-prozentige Reduzierung des Übergewichtes erwarten und minimiert gleichbedeutend damit auch das Risiko für übergewichtsbedingte Folgeerkrankungen. In der Regel steigert sich nach der Operation außerdem das allgemeine Wohlbefinden des Patienten.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das Ziel eines Schlauchmagens ist die Begrenzung des Magenvolumens. Je kleiner das Fassungsvermögen des Magens, desto weniger Nahrung kann der Patient aufnehmen. Er hat daher weniger Hunger und die Reduktion des Gewichts wird ihm infolge dessen leichter gelingen. Im Endeffekt reguliert der Schlauchmagen neben der Nahrungsaufnahme aber auch das Risiko für Folgeerkrankungen von Personen mit extremem Übergewicht. Häufig findet der Eingriff in Kombination mit einer anderen adipositaschirurgischen Maßnahme statt.

Besonders verbreitet ist die Schlauchmagen-Operation in Form eines Revisionseingriffs bei vorausgegangener Implantation eines Magenbands. Abgesehen davon ist der Schlauchmagen auch als erster Eingriff der Zwei-Schritt-Methode bekannt, der nach rund zwei Jahren durch eine biliopankreatische Diversion nach Scopinaro ergänzt wird. Diese Ergänzung kombiniert die Begrenzung der maximal möglichen Nahrungsaufnahme mit einer Restriktion der Nährstoffaufnahme.

Der Schlauchmagen ist eine operative Maßnahme der Adipositaschirurgie, die Personen mit starkem Übergewicht beim Abnehmen unterstützen soll, indem die maximale Nahrungsaufnahme auf ein Minimum begrenzt wird.

Der Arzt legt den Patienten zur Durchführung einer Schlauchmagen-Operation in eine Allgemeinnarkose und operiert daraufhin minimalinvasiv. Er schneidet den Magen dazu mit einem Ultraschalldissektor an der großen Kurvatur ab. Dieser Schnitt erfolgt dicht unterhalb der Speiseröhre, wo der Magen vom Verbindungsnetz zur Milz abgetrennt werden kann. Entlang eines Kalibrierungsschlauchs an der kleinen Kurvatur entfernt der Arzt mit Klammer-Schneideinstrumenten einen Großteil des Magens und vernäht laparoskopisch den schlauchförmigen Rest des Organs.

Damit reduziert der Mediziner das Magenvolumen um rund 80, manchmal sogar 90 Prozent. Die Operation dauert insgesamt ungefähr eine Stunde, wobei der Arzt vor Abschluss des Eingriffs in der Regel die Dichtigkeit des Magenrests prüft.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Adipositaschirurgischen Eingriffen wie dem Schlauchmagen geht ein fundiertes Beratungsgespräch in extra dazu eingerichteten Beratungszentren voraus. In diesem Beratungsgespräch werden die jeweiligen Nutzen und Risiken der Operation für den Patienten abgeklärt. Für übergewichtige Menschen ist eine Operation mit grundsätzlich höheren Risiken verbunden, als für normalgewichtige.

Durch minimalinvasive Techniken wird das Risiko dennoch auf einem Minimum gehalten. Die Komplikationsrate beim Schlauchmagen beträgt daher lediglich einen Prozent. In dem vorausgehenden Beratungsgespräch muss der Patient trotz dieser mittlerweile tragbaren Risiken nachweisen, dass alle konventionellen Methoden zur Gewichtsreduktion bereits erfolglos ausgeschöpft wurden. Als Voraussetzungen für die Operation gilt außerdem ein Body Maß Index über 40. Alternativ dazu reicht auch ein BMI über 35 in Kombination mit übergewichtsbedingten Erkrankungen wie Diabetes aus.

Das extreme Übergewicht muss zudem seit mindestens drei Jahren bestehen, wobei der Patient ein biologisches Alter zwischen 18 und 65 Jahren mitbringen sollte. Abgesehen davon findet der Eingriff nicht an Personen mit Psychosen oder Suchterkrankungen statt. Auch nach dem Eingriff steht dem Patienten eine beratende Fachkraft zur Seite, die ihm Anleitung zum langsamen Wiederaufbau der Ernährung gibt. Substitutionstherapien mit Vitamin B12 sind nach Magenresektionen zum Beispiel grundsätzlich und dauerhaft indiziert. Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Schlauchmagen nur im Einzelfall.

Der Patient muss die Notwendigkeit der Operation also glaubwürdig und überzeugend darlegen können, wenn er die Kosten nicht selbst tragen möchte oder kann. Der Schlauchmagen macht keine Darmumleitung erforderlich, was den Eingriff auch für Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn geeignet macht. Anders als bei den meisten anderen adipositaschirurgischen Eingriffen bleibt beim Schlauchmagen die Aufnahmefähigkeit von Medikamenten im Magen-Darm-Trakt erhalten.

Der Verlust des herausgenommenen Magenteils ist allerdings irreversibel, sodass der Eingriff schon aus diesem Grund gut überdacht werden muss. Patienten werden zur Operation immer stationär aufgenommen und bleiben zwischen rund zwei bis vier Tagen in der Klinik. Nach der OP treten teilweise Nachblutungen, Thrombosen oder Undichtigkeiten der Nähte auf, was einen längeren Krankenhausaufenthalt erforderlich machen kann.

Bücher über Übergewicht, Diät & Abnehmen

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kasper, H., Burghardt, W.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2009
  • Suter, P.M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: