Knochenhautentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Oktober 2017
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Die Knochenhautentzündung oder Periostitis betrifft die den Knochen überziehende Knochenhaut. Die durch verschiedene Ursachen hervorgerufene Erkrankung ist bei fachgerechter Behandlung in den meisten Fällen vollständig heilbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knochenhautentzündung?

Die Knochenhautentzündung beschreibt eine entzündliche Veränderung an der Knochenhaut eines Menschen. In der Fachmedizin wird die Erkrankung daher auch als Periostitis bezeichnet werden.

In den meisten Fällen geht eine Periostitis einher mit Verdickungen und Wassereinlagerungen im Bereich der betroffenen Knochenhaut. Häufig tritt eine Periostitis an solchen Stellen eines Knochens auf, an denen Sehnen und/oder Muskeln ansetzen.

Zu unterscheiden sind beispielsweise akute und chronische Formen der Periostitis; als chronisch wird die Knochenhautentzündung in der Medizin dann bezeichnet, wenn die Erkrankung langfristig vorliegt. Meist gilt eine Periostitis als chronisch, wenn die Symptomatik bereits seit mindestens 3 Monaten vorliegt. Eine Periostitis kann sehr schmerzhaft sein und tritt vergleichsweise häufig bei Sportlern auf - oft ist eine Knochenhautentzündung hier am Schienbein lokalisiert.

Ursachen

Eine Knochenhautentzündung kann sowohl mechanisch als auch bakteriell bedingt sein. Zu den mechanischen Ursachen, die sich hinter einer Periostitis verbergen können, zählen etwa lang anhaltende Überlastungen des Knochens.

Vor allem bei Sportlern können auch mechanische Faktoren wie beispielsweise eine übermüdete Muskulatur, das Tragen ungeeigneten Schuhwerks, Fußfehlstellungen oder Schläge bzw. Tritte bei Kontaktsportarten eine Periostitis begünstigen.

Ist eine Periostitis bakteriell bedingt, so entsteht sie meist im Rahmen einer Infektion mit Staphylokokken (kugelförmige Bakterien) oder Streptokokken (kugel- bis eiförmige Bakterien). Auch die Infektion mit verschiedenen Viren kann zur Ausbildung einer Periostitis führen. In den Körper gelangen entsprechende Krankheitserreger beispielsweise im Zuge von Operationen oder offener Verletzungen.

Liegen bei einer Person bereits infektiöse Grunderkrankungen vor, so können Erreger von hier aus in die Blutbahn gelangen und an anderer Stelle zu einer Periostitis führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Patientengespräch kann dem behandelnden Arzt erste Hinweise zu den Ursachen einer möglichen Knochenhautentzündung geben. Um eine Periostitis zu diagnostizieren, werden dann in der Regel entsprechende Körperbereiche auf typische Symptome wie etwa Wassereinlagerungen oder Verdickungen untersucht.

Häufig trägt auch ein Abtasten der von Symptomen betroffenen Körperstelle durch den behandelnden Arzt zur Sicherung der Diagnose Periostitis bei. Ob eine Periostitis einen bereits chronischen Verlauf zeigt, kann unter anderem mithilfe des Röntgens geprüft werden.

Im Gegensatz zur akuten Periostitis entwickelt sich eine Periostitis mit chronischem Verlauf in der Regel schleichend; auch die Symptome einer chronischen Periostitis sind zunächst oft milder als im Rahmen einer akut verlaufenden Knochenhautentzündung. Bei frühzeitiger und fachkundiger Therapie ist vor allem die akute Periostitis in vielen Fällen vollständig zu heilen.

Komplikationen

Durch die Knochenhautentzündung kommt es beim Patienten zu erheblichen Einschränkungen und Beschwerden im Alltag. In den meisten Fällen leiden die Patienten in erster Linie an relativ starken Knochenschmerzen an den betroffenen Regionen. Diese Schmerzen können dabei in Form von Ruheschmerzen oder als Druckschmerzen auftreten.

Ruheschmerzen können auch zu Schlafstörungen und damit zu einer erhöhten Reizbarkeit des Patienten führen. Ebenso kommt es in der Regel zu starken Schwellungen und Rötungen und weiterhin zu Bewegungseinschränkungen des Patienten. Die Extremitäten sind nicht selten warm und es kommt zu einer allgemeinen Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt durch die Knochenhautentzündung deutlich ab. Ebenso kann es an den betroffenen Arealen zu Wassereinlagerungen kommen.

In der Regel kann die Knochenhautentzündung gut behandelt werden, wenn sie früh erkannt wird. Dabei kommt es auch nicht zu besonderen Komplikationen. Die Behandlung findet dabei mit Hilfe von Therapien und Medikamenten statt und führt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch eine Knochenhautentzündung nicht beeinflusst. In einigen Fällen kann es durch die Knochenhautentzündung auch zu einer Entzündung des Knochenmarks kommen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Knochenhautentzündung ist zunächst abhängig von der individuellen Ursache der Erkrankung. Eine Periostitis, der eine Überbelastung des betroffenen Knochens zugrunde liegt, zeigt sich häufig an Schienbein oder Unterarm; zu den hier häufig eingesetzten medizinischen Maßnahmen zählen unter anderem ein Kühlen und ein anschließendes Ruhigstellen der betroffenen Körperpartie.

Ein entsprechendes Ruhigstellen ist beispielsweise möglich durch das Anlegen eines Tapeverbandes (ein Verband unter Verwendung von Pflasterklebeband, der vor allem in der Sportmedizin häufig eingesetzt wird). Ein weiterer Therapiebaustein bei einer durch Überbelastung hervorgerufenen Periostitis ist häufig auch die Gabe sogenannter Antirheumatika - hierbei handelt es sich um Arzneimittel mit entzündungshemmender Wirkung.

Eine durch Bakterien hervorgerufene Periostitis wird in vielen Fällen mit antibiotischen Medikamenten behandelt. Gelegentlich kann eine bakteriell bedingte Periostitis mit einer Knochenmarkentzündung einhergehen; dies ist im Besonderen bei Menschen der Fall, die über ein geschwächtes Immunsystem verfügen. Eine solch kombinierte Erkrankung aus Periostitis und Entzündung des Knochenmarks wird häufig durch eine Antibiotikagabe mithilfe von Infusionen behandelt.

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Vorbeugung

Einer durch Krankheitserreger verursachten Knochenhautentzündung ist nur eingeschränkt vorzubeugen; das Erkrankungsrisiko kann allerdings durch eine Stärkung des körpereigenen Immunsystems reduziert werden. Im Sport kann beispielsweise der Verzicht auf zu intensive Belastungen einer Periostitis vorbeugen. Zur Vermeidung einer Periostitis kann hier außerdem das Tragen von benötigter Schutzbekleidung und angemessenem Schuhwerk beitragen.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Knochenhautentzündung treten äußerst intensive Knochenschmerzen auf, die den Alltag der Patienten erheblich einschränken. Sowohl beim Ausführen von Bewegungen als auch dann, wenn der Betroffene ruht, kommt es zu Schmerzbeschwerden. Die Einnahme von Schmerzmitteln verschafft hier Linderung, sodass sich das Gesamtwohlbefinden verbessert.

Die Extremitäten werden schlecht durchblutet, wodurch der Patient friert und sich oftmals müde und angeschlagen fühlt. Eine verminderte Belastbarkeit und eine verringerte Konzentrationsfähigkeit sind keine Seltenheit. Starke Schwellungen und Rötungen wirken sich negativ auf das Wohlbefinden aus und Wassereinlagerungen in den entsprechenden Arealen verschlechtern den Gesundheitszustand. Der Betroffene benötigt viel Ruhe sowie Medikamente und Salben, um einen schwereren Verlauf der Erkrankung zu vermeiden.

Häufig schränken depressive Verstimmungen und Angstzustände die Lebensqualität weiter ein. Eine psychologische Beratung sowie der Austausch mit anderen Erkrankten gibt Halt und wirkt sich vorteilhaft auf den Gemütszustand aus. Wird die Knochenhautentzündung frühzeitig behandelt, kommt es in der Regel selten zu Komplikationen. Allerdings können die Salben und Verbände Allergien auslösen. Eine Abklärung im Vorfeld, welches Allergierisiko vorhanden ist, kann die Salben- und Medikamentenwahl positiv beeinflussen. Nimmt die Knochenhautentzündung einen eitrigen Verlauf, führt das zu einem starken Unwohlsein des Patienten. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich zunehmend und es besteht umgehender medizinischer Behandlungsbedarf.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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