Sportmedizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Die Sportmedizin ist eine recht spezielle medizinische Fachrichtung, die nur für einen bestimmten Teil der Bevölkerung interessant oder relevant ist. Zugespitzt könnte man sagen: Was der Frauenarzt für die weibliche Bevölkerung ist, das ist der Sportmediziner für die Profisportler (und den kleinen Teil der Hobbyathleten, die ihn sich leisten können). Es gibt eine ganze Menge sportspezifischer Erkrankungen und Beschwerden, mit denen der Sportler sich im Zweifelsfall lieber in die Hände eines Experten begeben möchte. Gleichzeitig beschäftigt sich die Sportmedizin aber auch im großen Stile mit der Theorie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sportmedizin?

Man könnte sagen: Sportmedizin befasst sich mit den medizinischen Fragen rund um Bewegung und Sport. Es ist also nicht nur diagnose- oder organbezogen wie andere Fachrichtungen, sondern untersucht die Bedeutung der körperlichen Aktivität (oder Passivität) für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

In Deutschland handelt es sich bei der Sportmedizin dabei nicht um eine mehrjährige alleinige Facharztausbildung, sondern um eine in einem Lehrgang erworbene fächerübergreifende Zusatzbezeichnung: Der Sportmediziner ist somit in den meisten Fällen in erster Linie einmal Internist oder Orthopäde und erwirbt sich die Sportmedizin als weitere Spezialisierung und Qualifikation.

Behandlungen & Therapien

Neben der Erforschung von Krankheiten, die mit Bewegungsmangel oder der Ausübung von Sportarten zu tun haben, gibt es viele spezifische Krankheitsbilder, die einen Patienten zum Sportmediziner führen können.

Bei diesen Patienten handelt es sich natürlich um die gesamte Bandbreite der Profisportler, denen Sportmediziner meist als Verbands- oder Mannschaftsärzte unmittelbar zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren kann die Sportmedizin aber auch für Hobbysportler interessant werden, wenn diese unter sehr speziellen sportbedingten Beschwerden leiden oder sich prophylaktische Maßnahmen wie einen Laktattest oder eine individuelle Trainingsberatung leisten können und wollen.

Typische Sportlererkrankungen sind orthopädische Skelettbeschwerden wie der Tennisellenbogen, sein Gegenstück der Golferellenbogen, das Läufer- oder Fußballerknie, der Skidaumen, die Boxernase oder die Ringerohren. Auch Ermüdungsfrakturen durch dauerhafte einseitige Belastungen oder Abnutzungserscheinungen von Gelenken wie bei der Arthrose können in den Bereich Sportmedizin fallen, wenn sie im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung auftreten.

Die Sportmedizin ist nicht nur diagnose- oder organbezogen wie andere Fachrichtungen, sondern untersucht die Bedeutung der körperlichen Aktivität (oder Passivität) für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Auch sportbedingte Beschwerden aus anderen medizinischen Gebieten, wie z.B. chronische Müdigkeit durch Übertraining, Herzbeschwerden durch zuviel Training oder ungenügendes Abtrainieren, die Läuferanämie oder die Marsch-Hämoglobinurie und viele mehr können zur Vorstellung bei einem Sportmediziner führen. Besonderheit all dieser Erkrankungen ist, dass sie allesamt im Prinzip auch von einer anderen Fachrichtung, meist vorrangig, behandelt werden können: Der Tennisarm vom Orthopäden, die Marschfraktur vom Unfallchirurgen, die Herzbeschwerden vom Kardiologen und so weiter.

Da sich Chirurgen und Internisten aber hierzulande in der überwiegenden Zahl der Fälle mit älteren Patienten auseinandersetzen und dementsprechend wenig Routine mit jungen Sportlern und oftmals auch kein ausreichendes Verständis für Sport haben, begeben sich viele Sportler mit ihren Beschwerden über kurz oder lang lieber zum Sportmediziner. Somit ist hier eher die "Behandlung des Menschen" eine andere, und weniger die "Behandlung der Krankheit".

Alleinstellungsmerkmal der Sportmedizin ist darüber hinaus der gesamte Bereich der Prophylaxe und Trainingsberatung: Abgewöhnung ungesunder Haltungen und Bewegungsabläufe, Tipps und Hilfsmittel zur Vermeidung des Wiederauftretens von Sportverletzungen, Erstellung von Trainingsplänen, Überwachung des Formaufbaus und so weiter. Hier wiederum überschneiden sich die Sportmediziner dann mit den nicht-medizinischen Sportwissenschaftlern.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Diagnose- und Untersuchungsverfahren der Sportmedizin sind zunächst dieselben wie in der inneren Medizin und der Chirurgie: Anhand von Blutwerten wie dem Hämoglobin kann die Entstehung einer Anämie durch Sport erkannt werden, die Elektrolytwerte zeigen einen ungünstigen Flüssigkeitshaushalt an, das Röntgenbild zeigt Frakturen oder Fehlhaltungen und oftmals wird in diesem speziellen Fachgebiet rasch sehr spezielle bildgebende Diagnostik wie CT und MRT notwendig.

Die Anamnese ist natürlich wie in der Medizin insgesamt der entscheidende Wegweiser zu möglichen Ursachen von Beschwerden und zu möglicher oder nötiger weiterer Diagnostik. Das heißt im Klartext: Der Sportmediziner hat im Optimalfall wirklich Ahnung von Sport und den damit verbundenen, teils sehr speziellen und auch seltenen Beschwerden und lässt sich diese daher sehr genau beschreiben, um allein so schon zu möglichen Diagnosen zu kommen, von denen der Hausarzt unter Umständen zu Studienzeiten das letzte Mal etwas gehört hat.

Im Bereich Forschung, Trainingsberatung und Prophylaxe spielen derweil Fitnessgegenstände wie das Laufband oder das Fahrradergometer eine große Rolle, mit deren Hilfe sportliche Belastung auf adäquater Stufe "simuliert" werden kann. Unter "Laborbedingungen" können dann Kreislaufparameter wie Puls und Blutdruck, aber auch invasive Blutwertmessungen wie beispielsweise jene des Laktatwertes durchgeführt werden, mit dessen Hilfe sich die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit gut bestimmen und im Laufe des Trainings überwachen lässt.

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Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Halle, M., Schmidt-Trucksäss, A., Hambrecht, R., Berg, A.: Sporttherapie in der Medizin. Schattauer, Stuttgart 2008
  • Rost, R.: Sport- und Bewegungstherapie bei Inneren Krankheiten. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2005

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