Keratoconjunctivitis sicca

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Juli 2017
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Keratoconjunctivitis sicca ist die zusammenfassende Bezeichnung für trockene Augen, ohne Berücksichtigung möglicher Ursachen. Synonym wird auch der Begriff Syndrom des trockenen Auges verwendet. Von den Symptomen sind Hornhaut und Konjunktiva betroffen, ein schleimhautähnliches Gewebe, das den Augapfel mit den Augenlidern verbindet. Unbehandelt können die trockenen Augen zu Sekundärschäden führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Keratoconjunctivitis sicca?

Keratoconjunctivitis sicca ist der Fachbegriff für das trockene Augen Syndrom, ohne die verschiedenen Ursachen für das Auftreten des Syndroms zu berücksichtigen. Die Bezeichnung Keratoconjunctivitis sicca deutet bereits darauf hin, dass Hornhaut und Konjunktiva betroffen sind. Die Konjunktiva wird durch ein schleimhautähnliches Gewebe gebildet, das die Verbindung des Augapfels mit den Augenlidern herstellt.

Die ordnungsgemäße, reguläre Befeuchtung der Hornhaut sorgt für eine – im wahrsten Sinne des Wortes – reibungslose Bewegung des Augapfels, für eine klare Optik ohne Schlieren und Verzerrungen und für eine Ver- und Entsorgung der Hornhaut. Außer bei geschlossenen Augen versorgt die Tränenflüssigkeit die Hornhaut mit Sauerstoff und einigen Nährstoffen und bietet Schutz vor bakteriellen Entzündungen.

Darüber hinaus sorgt die Tränenflüssigkeit für eine Ausschwemmung der abgestorbenen Hornhautzellen oder kleinen Fremdkörpern. Unbehandelt führen die zu trockenen Augen weiteren Problemen und Krankheiten. Prinzipiell kann das Syndrom durch eine zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit oder durch eine in der Zusammensetzung veränderte Tränenflüssigkeit hervorgerufen werden.

Ursachen

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu einer Keratoconjunctivitis sicca führen können und unterschiedliche Behandlungen im Sinne einer Ursachenbekämpfung erfordern. Vorübergehend können trockene Augen durch ungewöhnliche Umweltbedingungen wie zum Beispiel die Kombination starker Wind bei extrem trockener Luft oder eine Klimaanlage mit integrierter Lufttrocknung verursacht werden, weil der Tränenfilm sehr schnell austrocknet.

Bestimmte Krankheiten können eine eingeschränkte Produktion der serösen Tränenflüssigkeit bedingen und damit die Symptome der trockenen Augen auslösen. Die Produktion der Tränenflüssigkeit ist unter anderem abhängig vom Hormon- und Vitaminhaushalt. Ein Mangel an Testosteron bei Männern in höherem Alter oder ein Mangel an Vitamin A kann zur Trockenheit der Augen beitragen.

Die häufigste Ursache besteht allerdings in einer qualitativen Veränderung der Tränenflüssigkeit. Oft wird eine Beeinträchtigung der akzessorischen Meibomdrüsen in den Augenlidern beobachtet, die normalerweise eine fetthaltige Substanz abgeben, die den Tränenfilm in Form einer dünnen äußeren Lipidschicht überzieht und vor schneller Austrocknung schützt. Eine krankhaft verringerte Produktion der Meibomdrüsen führt wegen der fehlenden Lipidschicht zu einer sehr schnellen Verdunstung des Tränenfilms.

Auch direkte Erkrankungen und Entzündungen der Tränendrüsen oder die Verlegung der Ausgänge und der akzessorischen Drüsen können eine zu geringe Produktion oder eine veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit zur Folge haben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die häufigsten Symptome und Beschwerden, die durch die Keratoconjunctivitis sicca ausgelöst werden, sind Trockenheitsgefühl, Brennen der Augen und häufig auch das Gefühl, dass sich Fremdkörper auf der Hornhaut befinden – ein ähnliches Gefühl wie bei einer Bindehautentzündung. Die äußeren Anzeichen sind gerötete und müde Augen, und es stellt sich meist eine Überempfindlichkeit gegenüber hellem Licht und Zugluft ein.

In manchen Fällen kommt es zu tränenden Augen, was zunächst widersinnig klingen mag. Die innere Schicht des nur 18 Mikrometer dicken Tränenfilms besteht aus einer dünnen Schleimschicht, die für eine Anhaftung des Tränenfilms am Augapfel sorgt. Ist die Funktion der akzessorischen Tränendrüsen, die den Schleimfilm sezernieren, gestört, kann der Tränenfilm nicht genügend am Augapfel anhaften. Die Tränenflüssigkeit läuft aus dem Auge heraus, und es stellen sich die Symptome eines tränenden Auges ein, obwohl die Hornhaut unter Trockenheit leidet.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Für eine Diagnostizierung einer Keratoconjunctivitis sicca ist als erste Maßnahme die Anamnese, das Eingangsgespräch mit dem Patienten wichtig. Falls sich ein Anfangsverdacht ergibt, kann der Augenarzt nach Inspizierung der Augenoberfläche mittels Spaltlampe Menge und Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit untersuchen. Mit dem sogenannten Schirmer Test kann die innerhalb von 5 Minuten produzierte Tränenflüssigkeit mit einem speziellen Papierstreifen aufgenommen und bestimmt werden.

Die Zusammensetzung des Tränenfilms wird mittelbar gemessen anhand der Tränenaufreißzeit. Das ist die Zeitspanne zwischen einem Lidschlag und einem Aufreißen des Tränenfilms. Weiterführende Untersuchungen können Hormonstatus, Rheumafaktoren und noch weitere Parameter betreffen. Solange noch keine ernsthaften Schädigungen der Hornhaut und der Bindehaut bestehen, bildet sich das Syndrom trockener Augen zurück, sobald die Verursachung beseitigt ist. Unbehandelt kann die Keratoconjunctivitis sicca zu ernsthaften Schäden und Erkrankungen der Hornhaut führen.

Komplikationen

Durch die Keratoconjunctivitis sicca leiden die Betroffenen vor allem an sehr trockenen Augen. Dies kann sich negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen und die Beschwerden dauerhaft auftreten, sind irreversible Folgeschäden möglich. In den meisten Fällen kommt es auch zu einem Brennen in den Augen.

Die Augen des Patienten sind dabei gerötet und müde. Weiterhin kann es durch die Keratoconjunctivitis sicca auch zu einer Bindehautentzündung kommen, die auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden muss. Ebenso kommt es zu einer starken Lichtempfindlichkeit. Der Alltag des Betroffenen wird durch diese Beschwerden erschwert und es können gegebenenfalls gewöhnliche Arbeiten oder Tätigkeiten nicht mehr ohne Weiteres ausgeführt werden.

Die Behandlung der Keratoconjunctivitis sicca erfolgt in der Regel kausal und richtet sich nach der Grunderkrankung. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf und es kommt in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung wird durch die Keratoconjunctivitis sicca nicht verringert oder eingeschränkt. Mit Hilfe von Augentropfen oder anderen Therapien können die Symptome dieser Krankheit gelindert werden.

Therapie & Behandlung

Das Ziel einer Behandlung der trockenen Augen gilt neben der Symptombekämpfung in erster Linie der Ursachenbeseitigung. Wenn es sich um eine zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit handelt, kann mit verschiedensten Augentropfen als Tränenersatz eine Linderung der Symptome erreicht werden. Falls es sich um eine hyperevaporative Form der Trockenheit handelt, also um das Problem einer zu hohen Verdunstungsrate, können lipidhaltige Augentropfen helfen.

Allerdings sollte gleichzeitig versucht werden, die Funktion der Meibom-Drüsen zu reaktivieren, damit der Schutz des Tränenfilms durch eine natürliche Lipidschicht wieder hergestellt wird. Es existieren auch weitergehende Behandlungsmöglichkeiten, die auf die Beseitigung der ursächlichen Faktoren abzielen.

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Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung zur Vermeidung einer Keratoconjunctivitis sicca ist aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen kaum möglich. Allerdings können Lebensumstände, die das Trockensyndrom der Augen begünstigen vermieden werden. Vor allem ist es angezeigt, auf erste Anzeichen wie brennende Augen und Fremdkörpergefühl im Auge zu reagieren, um sofort die Symptome zu lindern. Bei anhaltenden Symptomen sollte unverzüglich ein Augenarzt konsultiert werden, da nicht auszuschließen ist, dass sich ernsthafte Erkrankungen hinter der Augentrockenheit verbergen.

Bücher über Keratoconjunctivitis sicca & Trockene Augen

Quellen

  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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