Tränendrüsenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. November 2017
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Alle entzündlichen Vorgänge, die sich im Gesicht und insbesondere in der nervenreichen Region der Nase sowie in den empfindlichen Arealen der Augen vollziehen, sind nicht nur mit zahlreichen Risiken behaftet. Sie sind wie die Tränendrüsenentzündung überaus unangenehm und schmerzhaft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tränendrüsenentzündung?

Viele Menschen haben schon eine Tränendrüsenentzündung durchgemacht und sind froh, wenn die belastenden Symptome endlich abklingen.

Im Rahmen der Definition der Tränendrüsenentzündung wird in der Medizin eine weitere Bezeichnung für die Tränendrüsenentzündung verwendet, welche den Laien meist nicht geläufig ist. In diesem Zusammenhang geht es um das Synonym Dakryoadenitis.

Die einzelnen Wortteile sind zusammengesetzt und bedeuten einzeln zum einen entzündlichen Prozess und zum anderen eine Lokalisation des Entzündungsherdes in der Tränendrüse.

Die Dakryoadenitis kann neben der eigentlichen Tränendrüsenentzündung ebenfalls eine Beeinträchtigung des Tränenkanals beinhalten.

Ursachen

Als Ursachen für eine Entzündung der Tränendrüse kommen nicht nur verschiedene Vorerkrankungen in Betracht. Gleichermaßen bedeutsam sind bei einer Tränendrüsenentzündung spezielle äußere Faktoren, welche zu einer durch Bakterien oder Schmutzpartikel hervorgerufenen Entzündung führen.

Geht es um eine akute Tränendrüsenentzündung, so gehören zu den ursächlichen Faktoren hauptsächlich infektiöse Erkrankungen sowie eine durch Bakterien oder Viren hervorgerufene Entzündung der Bindehaut.

Darüber hinaus können Verletzungen der Tränendrüse ebenfalls eine Tränendrüsenentzündung begründen. Zu den Ursachen der chronisch verlaufenden Tränendrüsenentzündung zählen Tuberkulose, die Erkrankung Morbus Hodgkin sowie andere Blutkrankheiten wie eine Leukämie oder Geschlechtskrankheiten wie die Syphilis und einzelne tumoröse Erkrankungen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Jeder, der schon einmal oder mehrfach eine Tränendrüsenentzündung durchlebt hat, weiß, wie quälend die auftretenden Symptome sind. Die Tränendrüsenentzündung kann sowohl einen akuten, plötzlich auftretenden und nach einer gewissen Zeit wieder abheilenden, als auch einen chronischen, ständig wiederkehrenden Verlauf nehmen.

Bei einer Tränendrüsenentzündung treten die für einen entzündlichen Vorgang klassischen Vorgänge wie eine Rötung und Schwellung des betroffenen sowie umgebenden Gewebes, ein Schmerz und eine Erwärmung des Areals auf. Nicht in jedem Fall muss eine Tränendrüsenentzündung jedoch schmerzhaft sein. Bei schweren Verläufen der Tränendrüsenentzündung tritt auf leichten Druck Eiter aus der Tränendrüse aus.

Für eine aussagekräftige Diagnostik sind bei der Tränendrüsenentzündung neben der Beurteilung des Beschwerdebildes Abstriche zu nehmen. Diese sind bei der Tränendrüsenentzündung weitgehend differentialdiagnostisch relevant.

Komplikationen

Eine Tränendrüsenentzündung verheilt normalerweise ohne größere Beschwerden. Ernste Komplikationen können auftreten, wenn das Immunsystem des Patienten sehr geschwächt ist. Dann kann es im betroffenen Auge zu Eiterbildung und der Entstehung eines Abszesses kommen.

Damit einhergehend verschlechtert sich die Sehkraft – es kommt zu Sehstörungen und mitunter auch zu Verletzungen im Bereich des Auges. Bei einem schweren Verlauf treten zudem Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und hohes Fieber auf. Durch die permanente Belastung des Auges kann die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigt werden. Im schwersten Fall kommt es zur Erblindung des betroffenen Auges.

Die akute Entzündung kann in eine chronische Erkrankung mit wiederkehrenden Beschwerden übergehen. Dies hat für den Betroffenen meistens auch seelische Probleme zur Folge. Der optische Makel kann soziale Ängste hervorrufen und dadurch die Lebensqualität des Betroffene beeinträchtigen.

Bei einer umfassenden Behandlung treten, abseits etwaiger Nebenwirkungen der verordneten Arzneimittel, keine großen Komplikationen auf. Werden entsprechende Medikamente über einen längeren Zeitraum eingenommen, können allerdings Organschäden auftreten. Die Gefahr einer solch schweren Komplikation besteht nur bei chronisch kranken Patienten, die Antibiotika und Schmerzmittel meist über Monate hinweg einnehmen.

Behandlung & Therapie

Für die Behandlung der Tränendrüsenentzündung stehen variierende Mittel zur Verfügung. Diese umfassen in der Mehrheit der Anwendungen gezielt ausgewählte Medikamente, um zunächst die akuten Beschwerden zu beheben.

Für diesen Zweck werden bei der Tränendrüsenentzündung sowohl über den Mund einzunehmende, also orale, oder von außen anzulegende Arzneistoffe verordnet. Für die Behandlung der Tränendrüsenentzündung von außen werden mit antibiotisch wirkenden Substanzen oder je nach Erträglichkeit auch warme, möglichst sterile Kompressen als Auflagen verordnet.

Stehen spezielle Vor- oder Begleiterkrankungen in Verdacht, als ursächliche Faktoren für eine Tränendrüsenentzündung verantwortlich zu sein, sollten diese ebenfalls einer Therapie unterzogen werden. Wurden als Auslöser der Tränendrüsenentzündung Viren festgestellt, welche beispielsweise auch bei Herpesbläschen in Verdacht stehen, richten sich die therapeutischen Maßnahmen nach diesen Erkenntnissen.

Sind bei der Tränendrüsenentzündung keine infektiösen Erreger vorhanden, genügt meist eine Behandlung mit Prednison, um die Schwellung zu reduzieren. Die Gabe von kortikosteroidhaltigen Präparaten gilt bei der Behandlung der Tränendrüsenentzündung als vordergründig. Bei der Therapie der Dakryoadenitis geht es darüber hinaus um eine ausgezeichnete Hygiene, um infektiöse Keime nicht in das andere Auge oder andere Gesichtsbereiche zu verschleppen (Schmierinfektion).

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Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahmen gegen eine Tränendrüsenentzündung sind neben einer bestmöglichen Sauberkeit und Vermeidung von Zugluft sowie feinen Stäuben nicht allzu viele präventive Maßnahmen bekannt.

Menschen, die unter einer Erkrankung leiden, welche mit einer Dakryoadenitis einhergehen kann, nehmen sofort eine ärztliche Behandlung in Anspruch. Außerdem ist es prophylaktisch hilfreich, eine Tränendrüsenentzündung dadurch zu vermeiden, dass keine Krankheitserreger in den Bereich der Augen gebracht werden.

Dies geschieht beispielsweise bei Herpes an den Lippen oftmals unbewusst. Beim Auswischen der Augen sollte immer von innen nach außen vorgegangen werden. Durch diese Vorgehensweise kann der Entstehung einer Tränendrüsenentzündung ebenfalls entgegen gewirkt werden.

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Quellen

  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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