Jones-Fraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Die Jones-Fraktur ist ein komplexer Bruch des fünften Mittelfußknochens, der den proximal meta-diaphysären Übergang betrifft und vor allem bei Leistungssportlern oder Soldaten zu beobachten ist. Der Bruch kann inform eines Ermüdungsbruchs oder einer akuten Fraktur auftreten. Zur Therapie erfolgt entweder eine Gipsversorgung oder eine Operation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Jones-Fraktur?

Es gibt verschiedene Frakturen des Mittelfußknochens. Eine davon ist die Jones-Fraktur. Dabei handelt es sich um einen basisnahen Bruch, der den proximal meta-diaphysären Übergang im fünften Mittelfußknochen betrifft und meist ohne eine Beteiligung des Tarsometatarsalgelenks vorliegt. In der Regel ist das intermetatarsale Gelenk zum metatarsalen Anteil des vierten Mittelfußknochens allerdings betroffen.

Die Jones-Fraktur besitzt eine geringere Prävalenz als Abrissfrakturen der Tuberositas, die ebenfalls mit Beteiligung der Gelenke vorliegen. Meist besteht bei der Jones-Fraktur eine hohe Gefahr auf eine Pseudarthrose, falls die Fraktur nicht ausreichend heilt. Der Namensgeber der Jones-Fraktur ist Sir Robert Jones, der Anfang des 20. Jahrhunderts bei einer Tanzveranstaltung die Fraktur erlitt und daraufhin ausgiebig beschrieb.

Verschiedene Typen der Fraktur existieren. Grundsätzlich werden die meisten Knochenbrüche im fünften Mittelfußknochen als Jones-Fraktur oder Pseudojones-Fraktur bezeichnet, obwohl sie nicht alle die für diese Fraktur relevanten Manifestationen aufweisen.

Ursachen

Brüche des fünften Mittelfußknochens werden in der Regel durch übermäßige Belastung verursacht. Wenn die Ursache einer Überlast entspricht, werden sie als Ermüdungsbruch oder Stressfraktur bezeichnet. Auch komplexe Fußfehlstellungen können solcherlei Ermüdungsbrüche im Bereich des Mittelfußknochens verursachen. Patienten mit Erkrankungen wie Osteoporose sind für solcherlei Brüche besonders anfällig.

Die Jones-Fraktur an der Basis des fünften Mittelfußknochens entsteht meist durch eine Überbelastung auf den Fußaußenrand. In den meisten Fällen geht der Fraktur das Umknicken nach außen voraus. Die Sehne am kurzen Wadenbeinmuskel reißt daraufhin oft knöchern am Ansatz aus und begünstigt den Bruch an der Basis Mittelfußknochens.

Die Jones-Fraktur liegt dabei an der am wenigsten durchbluteten Stelle des Mittelfußes und besitzt wegen der schlechten Durchblutung kaum Potenzial zur Selbstheilung. Neben jungen Soldaten haben oft Sportler mit Jones-Frakturen zu kämpfen, für die das Risiko der Verdrehung und Überbelastung zum Alltag gehört.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Wenn die Jones-Fraktur als Ermüdungsbruch auftritt, bestehen am Anfang kaum Symptome. Die Beschwerden nehmen im Verlauf allerdings progredient zu. Falls die Jones-Fraktur dagegen als akute Fraktur auftritt, bricht der Knochen plötzlich und die Symptome treten sofortig ein, ohne eine verlaufsartige Form anzunehmen. Zu den wichtigsten Symptomen nach einer Jones-Fraktur zählen die mäßigen bis starken Schmerzen an der äußeren Kante des betroffenen Fußes.

Der Fuß schwillt in der Regel an und reagiert empfindlich auf etwaige Berührungen. Beim Belasten werden die Schmerzen unerträglich, sodass häufig starke und schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen und Schonhaltungen eintreten. Der Jones-Bruch betrifft einen enorm begrenzten Bereich des fünften Mittelfußknochens.

Durch die Enge wird dieser der Bereich nur wenig durchblutet, sodass sich in den meisten Fällen keine Blutergüsse zeigen, da der Knochenbruch keine Gefäße verletzt. Wenn die Fraktur Nerven beschädigt, können sich im betroffenen Bereich Missempfindungen oder Taubheitsgefühle einstellen. Zur Heilung benötigt eine Jones-Fraktur wegen der geringen Durchblutung außerordentlich viel Zeit. Im Laufe der Zeit kann die Fraktur eine Pseudarthrose begünstigen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose einer Jones-Fraktur dient die Röntgenbildgebung. Die Fraktur verläuft am metadiaphysären Übergang des Mittelfußknochens zur Schaftachse hinüber und liegt rund zwei Zentimeter distal zum tarsometatarsalen Gelenk. Das Röntgenbild zeigt allerdings deutlich, dass keine Beteiligung des Gelenks besteht. Verschobene Brüche sind Jones-Frakturen in den meisten Fällen nicht.

Bei jungen Patienten muss der Arzt die Jones-Fraktur von der normalen Apophysenfuge im Alter zwischen 9 und 14 Jahren unterscheiden. Die Prognose für Patienten mit einer Jones-Fraktur ist nicht besonders günstig. Bei vielen Patienten heilt der Bruch beispielsweise durch konventionelle Therapien nicht oder erst verspätet und lässt so Folgebeschwerden entstehen.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei der Jones-Fraktur zu starken Schmerzen und weiterhin auch zu Einschränkungen in der Bewegung. Dadurch können die Patienten auch an psychischen Beschwerden oder an Depressionen leiden. Nicht selten kommt es bade auch zu Lähmungen und zu Störungen der Sensibilität.

Die Patienten leiden an Blutergüssen und an starken Einschränkungen im Alltag. Möglicherweise ist auch die Ausübung des Berufes oder verschiedener sportlicher Tätigkeiten eingeschränkt oder nicht mehr vollständig möglich. Die Jones-Fraktur kann durch einen Gips und durch die Einnahme von Schmerzmitteln behandelt werden. Dabei kommt es in der Regel nicht zu besonderen Komplikationen.

Auch die Lebenserwartung wird durch die Jones-Fraktur nicht eingeschränkt oder verringert. Sollte es zu Folgeschäden gekommen sein, ist eventuell ein operativer Eingriff notwendig. Weiterhin ist der Betroffene nicht selten auf regelmäßige Untersuchungen angewiesen. Auch nach der Behandlung kann es zu Einschränkungen im Alltag oder bei der Bewegung kommen. In einigen Fällen ist der Patient dann auf die Hilfe anderer Menschen oder auf eine Gehhilfe angewiesen. Psychische Beschwerden können durch einen Psychologen behandelt werden.

Therapie & Behandlung

Die Blutversorgung ist bei der Jones-Fraktur kritisch. Daher verzögert sich die Heilung trotz Therapiemöglichkeiten oft stark. Der erste Schritt der konventionellen Therapie ist eine Gipsversorgung der Fraktur. Der Gips am Mittelfußknochen schränkt die Patienten stark ein und bereitet ihnen im Alltag meist viele Probleme. Gegen ihre Schmerzen erhalten die Betroffenen meist leichte Schmerzmittel.

Die knöcherne Durchbauung des Bruchs findet meist erst nach etwa zehn Wochen statt. Die zehnwöchige Gipsruhigstellung ist mit starken Beeinträchtigungen der Mobilität verbunden, die für Leistungssportler beispielsweise kaum infrage kommt. Wenn die eine besonders schnelle Wiederherstellung jeglicher Mobilität gefordert ist, wird in den meisten Fällen keine konventionelle Therapie angewandt.

Die Behandlung entspricht in diesen Fällen meist einer Osteosynthese. Für diese operative Verbindung zweier oder mehrerer Knochen oder Fragmente stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Angewandt werden bei der Jones-Fraktur zum Beispiel oft die intrameduläre Schraubenosteosynthese oder die Zug-Gurtung mittels K-Draht. Auch die Miniplattenosteosynthese ist ein geeigneter Therapieweg für Patienten der Jones-Fraktur.

Zwar wächst der Knochen durch diese operativen Verfahren meist schneller zusammen als durch die konventionelle Therapie, aber Folgebeschwerden oder wieder aufbrechende Stellen sind durch die Therapien nicht ausgeschlossen. Daher finden auch lange nach der Operation oftmals regelmäßige Kontrollen statt.

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Vorbeugung

Der Jones-Fraktur lässt sich vorbeugen. Zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen zählt beispielsweise die Vermeidung von Überlasten auf den Mittelfußknochen. Ebenso wichtig ist die Vermeidung von Fußfehlstellungen und die Stärkung des Bänderapparats im Bereich des Mittelfußes.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Jones-Fraktur besteht die wichtigste Selbsthilfe-Maßnahme darin, den betroffenen Fuß zu schonen, bis der Knochenbruch vollständig ausgeheilt ist. Der Betroffene sollte sich für mindestens drei bis vier Wochen nicht übermäßig anstrengen und vor allem den betroffenen Fuß nicht belasten. Sportliche Betätigung und körperlich anstrengende Arbeit sind strikt zu vermeiden. Der Arzt wird dem Patienten außerdem eine umfassende Wundpflege empfehlen, um Entzündungen und andere Folgebeschwerden zu vermeiden.

Die medikamentöse Schmerztherapie kann durch einige Mittel aus der Natur unterstützt werden. Wirksam sind zum Beispiel Salben und Tees aus Weidenrinde, Gelbwurzel oder Pfefferminze. Als Ergänzung dazu empfiehlt sich Meditation, am besten unter Anleitung eines Fachmannes. Aus dem Bereich der Naturheilkunde empfehlen sich zum Beispiel die Mittel Belladonna und Arnika. Präparate mit diesen Wirkstoffen lindern die Schmerzen und hemmen etwaige Entzündungen im Bereich der Verletzung. Die Einnahme von alternativen Heilmitteln sollte allerdings zunächst mit dem Arzt abgesprochen werden.

Sollte die Jones-Fraktur nach einigen Wochen noch immer Schmerzen verursachen, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Der betroffene Fuß muss solange geschont werden, bis die Heilung vollständig abgeschlossen ist.

Bücher über Knochenbrüche, Verletzungen & Unfälle

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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