Granuloma anulare

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. November 2017
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Ein Granuloma anulare ist eine granulomatöse Hauterkrankung, die mit einer ringförmigen Papelbildung einhergeht und von welcher insbesondere Kinder, Jugendliche sowie Frauen betroffen sind. Die Hauterkrankung ist harmlos und bildet sich in vielen Fällen ohne Therapie wieder zurück.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Granuloma anulare?

Als Granuloma anulare werden benigne, knötchenförmige Papeln (Hautknötchen bzw. -bläschen) bezeichnet, die vorwiegend an Händen und Füßen auftreten und von welchen in erster Linie Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Charakteristisch für ein Granuloma anulare ist die Ringbildung, die sich zu Beginn anhand weißer bzw. hautfarbener Papeln manifestiert, die sich im weiteren Verlauf bei gleichzeitiger Ausbreitung in die Peripherie zentral zurückbilden, so dass ein Ring entsteht. Hierbei ist die Haut des Ringes leicht erhaben und besteht aus mehreren, aneinander gereihten Papeln und Knoten.

Ein Granuloma anulare kann in einzelnen oder multiplen Herden (insbesondere bei jüngeren Kindern) auftreten. Darüber hinaus wird bei einem Granuloma anulare allgemein zwischen der disseminierten Form, bei welcher aggregierte Knötchen und Papeln am gesamten Körper verteilt sind, und der subkutanen Knotenform, die vor allem mit Knoten in der Subkutis (insbesondere an Kopf, Gesäß und Beinen) einhergeht, differenziert.

Ursachen

Die Ursachen für die Manifestierung eines Granuloma anulare konnten bislang nicht geklärt werden. In früheren Studien wurde die Erkrankung oftmals mit einem latenten Diabetes mellitus assoziiert, allerdings konnte durch die neuere Forschung keine statistisch signifikante Korrelation nachgewiesen werden.

Aktuelle Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang mit einem gestörten Fettstoffwechsel, wobei unklar ist, ob die Stoffwechselstörung die Folge oder den Auslöser eines Granuloma anulare darstellt.

Ebenso werden zellvermittelte oder humorale Überreaktionen des Immunsystems auf noch nicht bekannte Agenzien und in einzelnen Fällen auch Traumata, übermäßige Sonneneinstrahlung sowie Insektenstiche als mögliche auslösende Faktoren diskutiert. Die disseminierte Form eines Granuloma anulare wird darüber hinaus mit einer zugrundeliegenden HIV-Infektion assoziiert.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Papeln (gruppenförmig, scharf begrenzt, hautfarbend bis rötlich)
  • meist an Finger, Händen und Füßen

Diagnose & Verlauf

Ein Granuloma anulare lässt sich in aller Regel anhand der klinischen Symptome, insbesondere der charakteristischen Ringbildung durch die für die Hauterkrankung typischen Papeln, diagnostizieren. In unklaren bzw. asymptomatischen Fällen wird die Diagnose anhand einer Biopsie mit anschließender histologischer Untersuchung abgesichert.

So zeigt sich unter dem Mikroskop histopathologisch eine kaum veränderte Epidermis mit nekrobiotischen Arealen, die im Corium (auch Dermis, Lederhaut) unterschiedlich degenerierte Kollagenfasern aufweisen. Ebenso lassen sich in der Dermis Mucopolysaccharide, eine stark erhöhte Konzentration an Glykogen, epitheloidzellige Granulome sowie Lymphozyteninfiltrate feststellen.

Differentialdiagnostisch sollte ein Granuloma anulare von rheumatischen Knoten, Necrobiosis lipoidica sowie einer anulären Sarkoidose abgegrenzt werden. Verlauf und Prognose sind bei einem Granuloma anulare in aller Regel gut und bei mehr als der Hälfte der Betroffenen sind innerhalb von 2 Jahren spontane Rückbildungen zu beobachten.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt das Granuloma anulare nicht zu besonderen Komplikationen oder Beschwerden. Auch ohne Behandlung verschwinden die Beschwerden in der Regel wieder von selbst und die Krankheit heilt dabei von alleine wieder ab. Die Betroffenen leiden dabei an Papeln, die am gesamten Körper verteilt sein können. Die Haut ist in den betroffenen Regionen ebenso rot gefärbt und kann jucken.

In den meisten Fällen kommt das Granuloma anulare an den Fingern, Händen und Füßen vor und kann dabei zu Einschränkungen und Beschwerden im Alltag führen. Nicht selten treten dadurch Schmerzen beim Gehen auf, die zu Bewegungseinschränkungen führen. Sollten die Schmerzen auch in Form von Ruheschmerzen nachts auftreten, so können diese Schmerzen zu Schlafbeschwerden und damit zu weiteren psychischen Verstimmungen führen. Im Allgemeinen wirkt sich das Granuloma anulare negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus.

In den meisten Fällen muss das Granuloma anulare nicht behandelt werden und verschwindet wieder von alleine. Nur in schwerwiegenden Fällen werden Cremes und Salben eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern. Es kommt dabei in der Regel nicht zu einer Narbenbildung und die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Krankheit nicht verringert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Konsultation eines Arztes ist notwendig, sobald sich Hautveränderungen an den Händen und Füßen zeigen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sind mögliche Auffälligkeiten zu beobachten und einem Arzt schnellstmöglich vorzustellen. Kommt es zu Juckreiz oder innerer Unruhe, muss dies beobachtet werden. Werden die betroffenen Stellen aufgekratzt, muss eine sterile Wundversorgung erfolgen. Kann diese nicht in einem ausreichendem Maß mit eigenen Hilfsmitteln gewährleistet werden, sollte die Unterstützung eines Arztes oder einer Arzthelferin in Anspruch genommen werden.

Bilden sich kreisrunde Pappeln, Geschwüre, Wucherungen oder Knötchen auf der Haut, sind diese Auffälligkeiten untersuchen und abklären zu lassen. Bewirken die Beschwerden im Alltag Beeinträchtigungen verschiedenster Art, wird ein Arzt benötigt. Kann die Fortbewegung nicht wie gewohnt erfolgen, setzt eine einseitige körperliche Belastung ein oder kommt es zu einer Schiefhaltung, muss ein Arzt konsultiert werden. Es drohen dauerhafte Fehlfunktionen des Skelettsystems.

Treten durch die Beschwerden an den Händen oder Fingern Beeinträchtigung bei täglichen Aktivitäten wie Schreiben, Zähne putzen oder beim Festhalten von Gegenständen auf, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Klagt der Betroffene neben den körperlichen Symptomen über Schlafstörungen, Unwohlsein oder tritt er durch ein auffälliges Verhalten in Erscheinung, ist es ratsam, einen Arzt zu kontaktieren.

Behandlung & Therapie

Da ein Granuloma anulare in aller Regel harmlos ist, keine Beschwerden verursacht und sich in vielen Fällen von selbst spontan zurückbildet, muss dieses aus rein ärztlicher Sicht nicht therapiert werden.

Insbesondere bei erwachsenen Betroffenen, bei welchen eine Rückbildung des Granuloma anulare ohne Therapie seltener zu beobachten ist, kommen aus kosmetischen Gründen dennoch oftmals therapeutische Maßnahmen zum Einsatz. Standardmäßig kommt hierzu eine Therapie mit Glukokortikoiden bzw. -steroiden, die mit Hilfe von Salben oder Cremes appliziert werden, infrage. Bewährt haben sich diesbezüglich wirkverstärkende Folienverbände (sogenannte Okklusionstherapie), direkte intraläsionale Injektionen der Kortikoidpräparate in die betroffenen Hautareale sowie eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie).

Wenngleich topische Kortikosteroide bei Okklusionsbedingungen schnell eine Rückbildung des Granuloma anulare bewirken, sollten angesichts der hohen Rate für Spontanrückbildungen mögliche Nebenwirkungen wie Hautatrophien bei der Wahl der Therapie berücksichtigt werden. Liegt die disseminierte Form eines Granuloma anulare vor, kann eine systemische Therapie mit Dapson bzw. Isoniazid (Isonicotinsäurehydrazid) oder eine PUVA-Therapie angezeigt sein.

Im Rahmen der PUVA-Therapie werden die betroffenen Hautbereiche mit UVA-Licht in einer speziellen Phototherapie-Kabine bestrahlt. Die Therapie wird für einen Zeitraum von mehreren Monaten drei- bis viermal wöchentlich durchgeführt und bewirkt in aller Regel ein dauerhaftes Verschwinden des Granuloma anulare. In nicht wenigen Fällen können kleinere Eingriffe wie Probeexzisionen bzw. Kochsalzinjektionen zu einer vollständigen Rückbildung des Granuloma anulare führen.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für ein Granuloma anulare bislang nicht geklärt werden konnten, kann der Hauterkrankung nicht vorgebeugt werden.

Das können Sie selbst tun

In vielen Fällen muss die Granuloma anulare nicht behandelt werden. Falls sie nicht mit starken Beschwerden oder Komplikationen eingeht, kann eine Behandlung unterlassen werden, wobei die Beschwerden häufig auch wieder von alleine verschwinden. In der Regel stehen dem Patienten verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe zur Verfügung, um die Beschwerden der Erkrankung einzuschränken.

Der Gebrauch von Cremes und Salben wirkt sich dabei sehr positiv auf die Beschwerden der Erkrankung aus und kann diese erheblich einschränken. Vor allem der Juckreiz kann mit stillenden Cremes beseitigt werden, welche die Haut häufig auch kühlen und damit beruhigen. Vor allem bei Kindern muss darauf hingewiesen werden, dass ein ständiges Kratzen die Beschwerden nur verschlimmert und zur Ausbildung von Narben führen kann. Da Kratzen sollte daher in jedem Fall vermieden werden.

Bei Minderwertigkeitskomplexen oder einem verringerten Selbstwertgefühl helfen häufig Gespräche mit anderen Betroffenen oder mit einem Psychologen. In der Regel wirkt sich dabei auch ein Gespräch mit dem eigenen Partner sehr positiv auf die Erkrankung aus. Die Granuloma anulare wirkt sich nicht negativ auf die Lebenserwartung des Patienten aus.

Bücher über Hauterkrankungen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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