Gasbrand (Gasödem)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Gasbrand bzw. ein Gasödem ist eine Erkrankung, die lebensgefährlich ist und deren frühere Gefährlichkeit bis in die heutige Zeit der modernen Medizin erhalten geblieben ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gasbrand?

Die infektiös-toxische Erkrankung des Gasbrandes, welche durch ein plötzliches Auftreten sowie einen kurzen, meist tödlichen Verlauf gekennzeichnet ist, wird im im medizinischen Fachjargon ebenfalls mit Gasödem, Gasgangrän oder Gasphlegmone sowie mit anderen Begriffen bezeichnet.

Es handelt sich beim Gasbrand (Gasödem) um eine Infektionskrankheit, weil diese durch verschleppte, krankheitserregende Mikorrorganismen ausgelöst werden kann. Die Erreger beim Gasbrand (Gasödem) befallen vorwiegend die sogenannten Weichteile des Organismus, was zu ganz spezifischen Symptomen führt, die in den überwiegenden Fällen zum Tode der erkrankten Person führen.

Die Ursache für die extreme Pathogenität der Krankheitserrger basiert auf der Zerstörung des Gewebes, wodurch es zum Untergang des betroffenen Organs oder Organsystems kommt.

Ursachen

Die Ursachen für Gasbrand (Gasödem) liegen im Eindringen krankheitserregender Bakterien der Clostridienstämme. Diese Bakterien können sich unter Luftabschluss vermehren und gelangen durch unnatürliche Körperöffnungen und beschädigte Gewebsareale in den Organismus.

In der Regel gelten Wunden durch Verletzungen mit stark verschmutzten Wundbereichen als prädestinierte Orte. Die Clostridien, die zu Gasbrand (Gasödem) führen, sind nicht grundsätzlich krankheitsauslösend. Durch ungünstige gesundheitliche Begleitumstände der infizierten Patienten kommt es jedoch zu einer forcierten Vermehrung dieser Sporen.

Ein geschwächtes Immunsystem, weitere große Verletzungen, Erkrankungen des Stoffwechselsystems oder Karzinome können einen negativen Krankheitsverlauf beim Gasbrand (Gasödem) begünstigen.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Wundschmerzen
  • Anschwellen des Wundareals
  • gräulich-braun gefärbte Wunde
  • Wunde riecht übel bis süßlich
  • Wunde kann verfärbte Flüssigkeit absondern
  • knirschendes Geräusch beim Betasten der Wunde

Diagnose & Verlauf

Der Verlauf der Erkrankung Gasbrand (Gasödem) mit den typischen Symptomen kann gleichzeitig eindeutige Hinweise für eine genaue Diagnose geben. Nach dem Eindringen der Sporen in den Organismus, nach dem Stattfinden der Verletzung, vergehen 5 bis 48 Stunden, bis starke Entzündungszeichen der Wunde auftreten.

Massive Rötungen, Schwellungen, unerträgliche Schmerzhaftigkeit und eine heiße Wundumgebung drängen die von Gasbrand Betroffenen zum Arzt. Beim Abfühlen des zunächst lokal begrenzten Wundbereiches hört der Arzt beim Gasödem ein knisterndes Geräusch. Durch die Entstehung von CO2 und der Absonderung von gasbrandtypischem Wundwasser ist Gasbrand eindeutig feststellbar.

Die Patienten bei Gasödem werden zunehmend schwächer, bekommen Fieber und oftmals eine Blutvergiftung. Im Endstadium führen beim Gasbrand der Funktionsverlust der Nieren sowie das Versagen beinahe aller Organe zum letalen Ausgang. Die Diagnostik bei Gasödem beschränkt sich hauptsächlich auf die Tastung und die optische Befunderhebung sowie mikrobiologische Untersuchungen und röntgenologische Möglichkeiten.

Komplikationen

Ein Gasödem kann für den Patienten lebensgefährlich sein, wenn dieses nicht behandelt wird. In den meisten Fällen kommt es dadurch zu starken Wundschmerzen. Die Wunde ist dabei angeschwollen und verfärbt sich in eine braune Farbe. Ebenso kommt es zu einem üblen Geruch an der Wunde, welche auch eine Flüssigkeit absondern kann.

Die betroffene Stelle erzeugt oft auch Ruheschmerzen, sodass es zu Schlafproblemen kommen kann. Ebenfalls durch die Schmerzen verursacht sind Einschränkungen in der Bewegung. Weiterhin kann sich die Wunde durch das Gasödem entzünden und es kann eine Blutvergiftung auftreten, welche zum Tode führen kann. Nicht selten kommt es dabei zu Fieber und zu Erbrechen. Die Lebensqualität des Patienten wird durch das Gasödem erheblich verringert.

Bei der Behandlung werden in der Regel operative Eingriffe und Medikamente verwendet. Diese verläuft oft ohne Komplikationen, wenn sie schon frühzeitig eingeleitet wird. In den meisten Fällen ergibt sich dadurch ein stets positiver Krankheitsverlauf. Die Lebenserwartung wird nur dann verringert, wenn die Behandlung nicht sofort eintritt oder wenn eine mangelnde Hygiene an der Wunde vorherrscht.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald es zu ungewöhnlichen Veränderungen einer vorhandenen Wunde am Körper kommt. Heilt die Wunde nicht innerhalb weniger Tage sichtbar ab, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt eingeleitet werden. Kommt es zu Rötungen der Haut, Schmerzen oder einer Schwellung der Wunde, besteht Anlass zur Sorge.

Eine ärztliche Abklärung der Symptome sollte erfolgen, sobald die vorhandenen Beschwerden an Intensität zunehmen oder sich weiter ausbreiten. Da es sich bei dem Gasbrand um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt, ist es notwendig, dass eine rechtzeitige medizinische Versorgung stattfindet. Wird ein unangenehmer Geruch der Wunde bemerkt oder kommt es zu einem Ausfluss mit einer bräunlichen Verfärbungen, wird ein Arzt benötigt. Entstehen Geräusche beim Betasten der Wunde, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche oder eine erhöhte Körpertemperatur gelten als unüblich und sind von einem Arzt untersuchen sowie behandeln zu lassen.

Bei Übelkeit, Erbrechen oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl ist ein Arzt aufzusuchen. Nimmt die vorhandene Leistungsfähigkeit kontinuierlich ab, erhöht sich der Schlafbedarf und können alltägliche Aufgaben nicht mehr wie gewohnt erfüllt werden, ist ein Arztbesuch erforderlich. Eine Behandlung ist ebenfalls essentiell, sobald es zu Funktionsstörungen kommt oder sich der Gesundheitszustand allmählich verschlechtert.

Behandlung & Therapie

Obwohl die Häufigkeit der Sterblichkeit bei Gasbrand auch gegenwärtig besorgniserregend hoch ist, kann grundsätzlich eine therapeutische Hilfe geleistet werden. Diese basiert auf der Kombination aus einem oder mehreren chirurgischen Eingriffen, um befallene Gewebe zu entfernen, und einer Verabreichungen starker antibiotisch wirkender Medikamente.

Diese Maßnahme hat das Ziel, die Krankheitserreger gezielt zu bekämpfen, indem ihre Teilungsfähigkeit gestoppt wird. Zum Einsatz im Bereich der medikamentösen Therapie kommen hauptsächlich hochwirksame und hochdosierte Breitbandantibiotika, die für anaerob lebende Bakterien entwickelt wurden.

Bei fortgeschrittenen Symptomen ist die Therapie um ein Vielfaches schwerer. Die meisten Betroffenen müssen mit umfangreichen operativen Eingriffen behandelt werden, die zum Verlust von Organen und Extremitäten führen können. Eine bei Gasbrand als hyperbare Oxygenierung bezeichnete therapeutische Vorgehensweise ist von zahlreichen anderen Erkrankungen als Sauerstofftherapie bekannt.

Die Patienten mit Gasödem werden hierbei in Überdruckkammern behandelt. Um die Schwerstkranken mit Gasbrand am Leben erhalten zu können und deren Zustand soweit wie möglich stabilisieren zu können, sind umfangreiche intensivtherapeutische Maßnahmen erforderlich. Um die Chancen auf einen nicht tödlichen Ausgang bei Gasödem zu erhöhen, ist es unbedingt erforderlich, die Behandlung von Gasbrand so rechtzeitig wie möglich einzuleiten.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen Gasbrand sind schon einfache Hinweise enorm hilfreich. Bei verletzungen und starken Verschmutzungen von Wunden müssen diese intensiv gereinigt und desinfiziert werden. Nach diesen Tätigkeiten müssen die involvierten Wundbereiche steril verbunden werden. Die Wundheilung beim Gasbrand sollte eine stetige Kontrolle des Heilungsverlaufs stattfinden. Handelt es sich um schlecht und ungenügend gereinigte Wunden können vorbeugende antibiotische Medikamente gegen Gasödem sinnvoll sein.

Das können Sie selbst tun

Wurde ein Gasbrand festgestellt, erfolgt normalerweise direkt eine offene Wundbehandlung. Anschließend ist der Betroffene dazu angezeigt, die Wunde sorgsam zu pflegen, um eine weitere Infektion zu vermeiden bzw. eine Ausbreitung noch vorhandener Clostridien zu unterbinden.

Ist eine Operation vonnöten, gilt für den Betroffenen Schonung. Die wichtigste Selbsthilfe-Maßnahme liegt darin, die Erkrankung gut auszukurieren. Begleitend dazu müssen die Anweisungen bezüglich Körperhygiene und Wundpflege beachtet werden. Manchmal kann eine passende Diät den Heilungsverlauf unterstützen und die Beschwerden reduzieren. Der Arzt muss die Wunde regelmäßig kontrollieren und unter Umständen die Medikation anpassen. In vielen Fällen werden Antibiotika verschrieben, die von der erkrankten Person strikt nach den Vorgaben des Arztes eingenommen werden müssen. Sollten sich Nebenwirkungen bemerkbar machen, muss der Mediziner darüber informiert werden. Nach Rücksprache mit dem Arzt dürfen unter Umständen natürliche Präparate zur Schmerzreduktion eingesetzt werden.

Wenn keine weiteren Komplikationen auftreten, heilt ein Gasbrand meist nach wenigen Tagen bis Wochen aus und bedarf keiner weiteren medizinischen Behandlung. Durch eine ausreichende Wundversorgung kann die Entstehung eines weiteren Gasödems vermieden werden. Sollte es dennoch erneut zu einer Infektion kommen, muss umgehend der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Bücher über Wundinfektionen

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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