Anisometropie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 11. Oktober 2016
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Wenn hinsichtlich der Art oder des Ausmaßes der Fehlsichtigkeiten (Ametropien) zwischen dem rechten und linken Auge besteht, wird dies als Anisometropie (Ungleichsichtigkeit) bezeichnet. Davon ist die Rede, wenn mindestens eine Differenz von 2,00 Dioptrien vorliegt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Anisometropie?

Bei einer Anisometropie unterscheiden sich das linke und rechte Auge in Bezug auf Art oder Ausmaß der optischen Fehlsichtigkeiten deutlich. Dabei sind sehr vielfältige Unterschiede möglich. Ein Auge kann beispielsweise kurz- und das andere weitsichtig sein. Eine andere Möglichkeit ist, dass ein Auge lediglich sehr gering weitsichtig ist und das andere sehr stark.

Wenn sich eine große Anisometropie schon im Kindesalter äußert, kann dies zu einer funktionalen Schwachsichtigkeit des Auges, das stärker fehlsichtig ist, führen. Während dieser Phase, die für die Entwicklung sehr wichtig ist, wird das Auge vom Gehirn stark vernachlässigt, sodass es nicht korrekt sehen lernt. Selbst durch eine spätere Korrektur kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher sollte eine Anisometropie im Kindesalter unbedingt behandelt werden.

Ursachen

Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für die Anisometropie. Der Brennpunkt der Lichtstrahlen, die auf das Auge einfallen, liegt nicht auf der Netzhaut, was für die Übermittlung scharfer Bildsignale an das Gehirn jedoch erforderlich ist. Der Brennpunkt liegt bei einer Kurzsichtigkeit vor der Netzhaut, da das Auge entweder zu lang oder die Brechkraft der Augenlinse zu hoch ist.

Bei der Weitsichtigkeit verhält es sich umgekehrt: Hier ist das Auge entweder zu kurz oder die Brechkraft der Linse reicht nicht aus. Der Brennpunkt liegt in beiden Fällen hinter der Netzhaut. Die Fehlsichtigkeiten treten oftmals schon im Kindesalter auf und bleiben dann ein Leben lang bestehen. Andere Sehfehler hingegen entwickeln sich mit zunehmendem Alter.

Als Ursachen für die so genannte Brechwertanisometropie gelten Unterschiede, die im Brechwert der Hornhaut und Linse vorliegen. Die Längenanisometropie resultiert daraus, dass die Augäpfel unterschiedlich lang sind. Das Fehlen einer Augenlinse ist ein Sonderfall der Ansiometropie. Die Gründe hierfür können eine Verletzung oder Entfernung der Linse sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Anisometropie zeigt sich daran, dass die Brillenwerte beider Augen mehr als zwei Dioptrien unterschiedlich sind. Der Betroffene kann gleichzeitig kurz- und weitsichtig sein. Für das Gehirn bedeutet dies eine enorme Belastung, da über den Sehnerv ständig scharfe, aber auch unscharfe Bilder gleichzeitig in das Gehirn transportiert werden.

Gegenstände in der Nähe zum Auge werden vom kurzsichtigen Auge scharf und vom weitsichtigen Auge unscharf dargestellt. Mit Objekten die sich in der Ferne befinden, verhält es sich umgekehrt. Bei einem gesunden Menschen kommen im Gehirn zwei relativ identische Bilder an. Liegt eine Anisometropie vor, sind es sehr unterschiedliche Bilder.

In diesem Fall müssen die scharfen Darstellungen identifiziert und die weniger guten ausgeblendet werden. Wer unter einer starken Anisometropie leidet, klagt zusätzlich oftmals über müde Augen und Kopfschmerzen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Augenarzt oder Optiker kann mit einer Messung der Sehschärfe das genaue Ausmaß der Anisometropie ermitteln. Hierfür kommt meist ein Refraktometer zum Einsatz. Dieses Gerät liefert den Sphärenwert (in Dioptrien angegeben) sowie weitere Informationen, ob eventuell eine Hornhautverkrümmungvorliegt.

Anhand der gesammelten Werte wird die Sehhilfe angepasst. Die Sehschärfe wird für beide Augen separat ermittelt. Letztendlich müssen beide Sehfehler korrigiert werden. Dadurch ist es möglich, dass in einem Brillenteil konvexe und im anderen konkave Gläser eingesetzt werden. Kleinere Abweichungen zwischen dem rechten und linken Auge liegen bei fast jedem Menschen vor.

Die Anisometropie führt im Kleinkindalter, wenn sie nicht behandelt wird, häufig zum Schielen. Der Grund hierfür ist, dass das schwächere Auge vom Gehirn sozusagen „abgeschaltet“ wird. Eine Anisometrie sollte daher möglichst behandelt werden, bevor die Pubertät einsetzt, da sie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfolgreich therapierbar ist.

Behandlung & Therapie

Kommt im Falle einer Anisometropie eine Brille zum Einsatz, gibt es einige Nachteile: Bei der Korrektur entstehen Netzhautabbildungen unterschiedlicher Größe, die vom Gehirn nur schlecht oder nicht verarbeitet werden. Die Augen wirken hinter den Brillengläsern zudem stark unterschiedlich und außerdem kommt es zu einer einseitigen Druckbelastung.

Es ergeben sich Einschränkungen beim Tragekomfort sowie in der ästhetischen Wirkung. Der Optiker hat generell Grenzen, sodass drei Dioptrien die maximale Differenz zwischen dem rechten und linken Brillenglas sind. Weicht die Fehlsichtigkeit stärker voneinander ab, sind Wahrnehmungsstörungen möglich. Zur Korrektur einer großen Anisometropie sind Kontaktlinsen eher geeignet.

Auch chirurgische Eingriffe stehen zur Verfügung, allerdings ist die operative Korrektur der Augen bei Kindern umstritten. Im Erwachsenenalter kann eine Anisometropie zudem durch Augenlaser nach einer ausreichenden Kontaktlinsensimulation erfolgen.




Vorbeugung

Die beste Möglichkeit, eine Anisometropie zu vermeiden, ist es, selber aktiv etwas dafür zu tun, die Normalsichtigkeit zu erhalten und einer Sehschwäche vorzubeugen. Dabei kann es schon helfen, auf den Leseabstand achten (nicht weniger als 30 Zentimeter), da ein zu kurzer Leseabstand eine Kurzsichtigkeit fördert. Wer viel am Computer arbeitet, sollte einen großen Monitor wählen und diesen einen Meter von sich entfernt aufstellen.

Während der Naharbeiten ist es ratsam, zwischendurch mal in die Ferne schauen. Außerdem sollte auf eine gute Beleuchtung geachtet werden. Ein wenig Sehtraining ändert zwar nicht die anatomischen Bedingungen der Augen, also die Optik, aber die Kontrastempfindlichkeit wird gesteigert. Dazu helfen schon kleine Aktivitäten wie die Sehhilfe immer im Wechsel zu tragen und abzusetzen.

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