Zahnfraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Von einer Zahnfraktur spricht man, wenn der Zahn eine Zersplitterung oder einen Bruch erleidet. Das kommt durch äußere Einwirkungen, etwa durch Unfälle beim Sport und in der Freizeit, aber auch durch zu starkes Zubeißen zustande. Kinder und Jugendliche sind Statistiken nach häufiger betroffen als Erwachsene.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Zahnfraktur?

Von einer Zahnfraktur spricht man in der Regel dann, wenn der Zahn durch äußere Einflüsse einen Bruch erleidet. Meistens passiert das durch Unfälle in der Freizeit oder beim Sport, aber auch durch Schläge auf den Kieferbereich und durch zu starkes Zubeißen – etwa auf einen harten Gegenstand.

Bei einer Zahnfraktur wird zwischen verschiedenen Arten der Fraktur unterschieden: erst einmal zwischen den zwei Arten der Zahnkronen- und Zahnwurzelfrakturen. Bei Ersterer wird dabei ein weiteres Mal unterschieden, nämlich zwischen einer reinen Fraktur des Zahnschmelzes (Schmelz-Dentinfraktur genannt) oder zwischen einer Schmelz-Dentinfraktur, die den Nervenkanal offenlegt.

Letztere Frakturart gilt als eine der schmerzhaftesten Zahnfrakturen, da der Nerv hier nicht mehr ausreichend geschützt ist und so irritiert und gereizt werden kann.

Ursachen

In den häufigsten Fällen wird die Fraktur der Zahnsubstanz durch äußere Einflüsse verursacht. Beste Beispiele hierfür sind Unfälle, die beim Sport, beim Herumtollen (bei Kindern und Jugendlichen) oder durch Unfälle mit dem Fahrrad oder PKW passieren.

Meistens ereignet sich der Bruch des Zahns dadurch, dass durch einen Sturz, einen Aufprall oder eine kraftvolle Einwirkung auf den Kiefer- und Zahnbereich (etwa durch einen Schlag) die Substanz des Zahns so stark belastet wird, dass sie bricht. Das kann natürlich auch dadurch passieren, dass man unbedacht zu stark zubeißt.

Häufige Gründe für eine Zahnfraktur, die beim Beißen und Kauen auftritt, ist ein kräftiger Biss auf harte Gegenstände wie beispielsweise Knochen, Schalen von Nüssen und Schalentieren oder harte Fruchtkerne.

Diagnose & Verlauf

Schematischer Aufbau des Zahnes und seiner Bestandteile. Klicken, um zu vergrößern.

In den meisten Fällen bemerkt der Betroffene die Fraktur des Zahns umgehend selbst. Oft direkt, nachdem diese passiert ist: zum Beispiel durch ein starkes Knacken, welches für den Betroffenen sowohl hör- als auch spürbar ist.

Oftmals wird im ersten Moment des Bruchs nämlich nicht nur der Zahn selbst belastet, sondern auch das umliegende Zahnfleisch gereizt - etwa durch den starken Druck, der auf dieses ausgeübt wird. Bricht nur ein Teil der Zahnkrone weg, verspüren die meisten Patienten erst einmal keine Schmerzen, sondern sind nur durch die neue Form des Zahnes irritiert. Diese kann allerdings scharfe Kanten vorweisen, weshalb man bei einem Bruch stets vorsichtig sein sollte.

Eine Zahnfraktur kann Schnittwunden in der Zunge oder an den Innenseiten der Wangen zur Folge haben. Ist der Nervenkanal betroffen, können Schmerzen und Überempfindlichkeiten auftreten. Nicht nur deshalb sollte man bei einer Zahnfraktur umgehend einen Zahnarzt aufsuchen.

Komplikationen

Eine Zahnfraktur kann den Verlust des Zahns nach sich ziehen. Dies kann gerade bei Kindern und Jugendlichen, deren Kiefer noch nicht ausgewachsen ist, zu weiteren Komplikationen führen. Der vorzeitige Verlust eines Zahnes kann dann die Fehlstellungen anderer Zähne oder eine Kieferverformung bedingen.

Komplikationen können aber auch aus der Verletzung des Zahnes selbst resultieren, insbesondere wenn diese noch mit Platzwunden im Gesicht oder auf den Lippen verbunden sind. Werden die Verletzungen nicht rechtzeitig oder nicht professionell versorgt, steigt das Risiko für Entzündungen, Schwellungen und Abszesse. Entzündungen können dazu führen, dass nicht nur der Zahn, sondern auch zahnumgebendes Geweben wie Alveolarknochen und Weichgewebe stark geschädigt wird und verloren geht.

Darüber hinaus können sich solche Entzündungen ausbreiten und Nachbarzähne, das Zahnfleisch oder die Mundschleimhaut befallen. Im schlimmsten Fall entwicklet sich eine Sepsis. Je nach Hergang der Verletzung kann auch Wundstarrkrampf drohen, sofern der Patient nicht gegen Tetanus geimpft ist und die Impfung nicht zeitnah nachgeholt wurde.

Darüber hinaus gehen Zahnfrakturen sehr häufig mit Verletzungen des Schädels einher. Sofern der Patient auf den Kopf gestürzt ist, besteht das Risiko einer Gehirnerschütterung oder schwerere Folgen wie ein Schädel-Hirn-Trauma. Bei Verlust oder Beschädigung eines Vorderzahns leiden die Patienten darüber hinaus häufig sehr schwer unter der ästhetischen Beeinträchtigung, da ein abgebrochener Zahn als entstellend empfunden wird. Dies gilt umso mehr, wenn der Makel, zum Beispiel aufgrund von Entzündungen, nicht unmittelbar behoben werden kann.

Behandlung & Therapie

Der Zahnarzt wird die Fraktur erst einmal ausgiebig begutachten und entscheiden, ob der Nerv betroffen ist und ob der Zahn durch eine Rekonstruktion wiederhergestellt werden kann.

Sofern möglich wird der Zahnarzt versuchen, den Zahn durch Füllungsmaterialien wiederherzustellen. Nur wenn mehr als 70 Prozent des Zahnes zerstört sind oder der Zahn bis in den Kanal hinab gespalten oder gebrochen ist, muss man über weitere Rekonstruktionsmaßnahmen nachdenken.

Diese könnten aus einer neuen und künstlichen Zahnkrone (Zahnersatz) bestehen, aber in sehr ungünstigen Fallen auch darin, dass der gebrochene Zahn entfernt werden muss. Das ist jedoch nur recht selten der Fall – zum Beispiel dann, wenn die Fraktion sehr schwer ist und nicht behandelt werden kann.

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Vorbeugung

Einer Zahnfraktur kann man bedingt vorbeugen, indem man versucht die Zahnsubstanz kräftig zu halten - durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen beim Zahnarzt und durch Zahncremes und mehr, welche die Zahnsubstanz stärken. Bei riskanten Sportarten sollte man zudem einen Mund- und Zahnschutz tragen. Dennoch lässt sich eine Zahnfraktur nicht immer vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass man – sofern eine solche vorliegt – so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsucht.

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Quellen

  • Gängler, P., Hoffmann, T., Willershausen, B., Schwenzer, N., Ehrenfeld, M. (Hrsg.): Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Schumacher, G.-H., Gente, M.: Odontographie – Anatomie der Zähne und des Gebisses. Hüthig, Heidelberg 1995
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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