Pneumokoniose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Die Lunge ist ein lebenswichtiges Organ, welches recht widerstandsfähig und schnell regenerierbar ist. Beim dauerhaften Einfluss schädigender Faktoren aus der Umwelt kann die Lunge jedoch derart belastet sein, das deren Funktion ganz maßgeblich reduziert ist. Eine dieser Lungenerkrankungen stellt die Pneumokoniose dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pneumokoniose?

Die Pneumokoniose, welches sich aus der griechischen Bezeichnung für Lunge und Staub zusammensetzt, ist eine Erkrankung, die in der Vergangenheit auch als Pneumonokoniose bezeichnet wurde. Bei der Pneumokoniose kommt es zu einem Prozess, der durch äußere Faktoren ausgelöst wird und zu einer Zerstörung des Lungengewebes führt.

Die sich in der Lunge vollziehenden Abläufe, die eine Pneumokoniose nach sich ziehen, entstehen durch die Bemühungen des Lungengewebes, sich zu regenerieren. Aus diesem Grund stellt die Pneumokoniose ein natürliches und als reaktives Verhalten des Atmungsorgans dar.

Bei der Pneumokoniose werden in Abhängigkeit von den Krankheitsauslösern etwa 7 Formen unterschieden. Die Pneumokoniose ist als Berufskrankheit anerkannt.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung einer Pneumokoniose oder Staublunge sind eindeutig klar. Sie basieren bei der Pneumokoniose auf festen Partikeln, die sich als eingeatmeter Staub im Lungengewebe ablagern. Zu diesen Substanzen gehören Quarzstaub, Pulver wie Talkum, Staub aus Beryllium und Eisen, Aluminium- und Kohlenstaub sowie feinste Fasern aus krebserregendem Asbest.

Grundsätzlich werden die Auslöser der Pneumokoniose als anorganische Stoffe zusammengefasst. Diese Partikel sind in mehr oder weniger großer Konzentration eingeatmet und gelangen so in die Gewebsstrukturen der Lunge. Da kein Abtransport erfolgen kann, erhöhen sich die Dosen dieser Krankheitsauslöser der Pneumokoniose und führen zu teilweise erheblichen Beschwerden, die letztendlich sogar tödlich enden können.

Werden organische Substanzen wie Pilzsporen oder Bestandteile von Vogelkot eingeatmet, kommt es bei der Pneumokoniose zu einer allergischen Alveolitis (Entzündung der Lungenbläschen).

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Verlauf der Pneumokoniose ist entweder durch einen bösartigen oder durch einen gutartigen Weg gekennzeichnet und hängt von den aufgenommen Stoffen sowie vom Ausmaß und der "Tiefe" der Staubablagerungen ab.

Die bösartige Pneumokoniose ist durch einen letztendlichen Funktionsverlust der Lunge gekennzeichnet und kommt überwiegend bei der Silikose, der Asbestose oder der Talkose vor. Gutartige Verläufe der Pneumokoniose verändern lediglich das Lungengewebe und reduzieren das Funktionsvermögen des Atmungsorgans.

Die meisten Formen der Pneumokoniose stellen unter bestimmten Umständen eine Berufserkrankung dar und sind meldepflichtig. Erfasst werden kann eine Pneumokoniose durch eine Anamnese, welche sich insbesondere auf die Berufstätigkeit der Betroffenen bezieht in Kombination mit röntgenologischen und computertomografischen Aufnahmen der Lunge. Darüber hinaus dienen ebenfalls die geschilderten Beschwerden bei einer Pneumokoniose als wichtige Fundamente für eine Diagnostik.

Komplikationen

Welche Komplikationen sich bei einer Staublunge ergeben können, hängt vom Verlauf der Krankheit sowie von den eingeatmeten Stoffen ab. In jeden Fall muss der Kontakt mit den Stoffen, die die Pneumokoniose ausgelöst haben, sofort unterbunden oder zumindest stark eingeschränkt werden. Andernfalls droht fast immer ein Verlust der Lungenfunktionstüchtigkeit aufgrund der fortschreitenden Fibrose.

Bei Patienten, die an einer Staublunge leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Tuberkulose. Die Krankheit tritt in Europa sonst meist nur bei Zusammenleben auf engstem Raum in Verbindung mit schlechten hygienischen Zuständen und Mangelernährung auf. Bei Staublunge-Patienten können sich die Erreger im bereits angegriffenen Lungengewebe leicht einnisten und gut vermehren.

Der Patient leidet dann an Fieber, starkem Husten in Verbindung mit Atemnot und meist blutigem Auswurf. In schweren Fällen bleibt die Tuberkulose nicht auf die Lunge beschränkt, sondern greift auf andere Organe über. Da Tuberkulose ansteckend ist, kann es zu einer Infektion von Familienangehörigen oder Arbeitskollegen kommen.

Bei einem malignen Verlauf der Pneumokoniose kann der Patient darüber hinaus an Lungenkrebs erkranken. Selbst wenn die Krebserkrankung keinen tödlichen Verlauf nimmt, ist die Therapie für den Betroffenen und sein familiäres Umfeld enorm belastend.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Pneumokoniose richtet sich nach deren Art und den auftretenden Beschwerden. Das Vermeiden der ursächlichen Auslöser ist der erste zentrale Faktor bei der Therapie der Pneumokoniose.

Die sogenannte Staublungenkrankheit kann nur schlecht therapiert werden. Gerade im späteren chronischen Verlauf kommt bei der Pneumokoniose überwiegend die Beatmung mit Sauerstoff in Frage, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen. Diese therapeutische Maßnahme gilt als Langzeitversorgung.

Da es sich bei der Pneumokoniose um eine Erkrankung handelt, welche sich direkt auf das sogenannte Lungenzwischengewebe bezieht, ist eine Therapie nicht möglich, sodass auf den weiteren Verlauf der Pneumokoniose kein Einfluss genommen werden kann.

Insgesamt ist es für den Verlauf einer Pneumokoniose typisch, dass sich eine Lungenfibrose entwickelt und der Tuberkulose ähnliche Beschwerdebilder auftreten können. In diesem Zusammenhang ist eine notfallmedizinische Behandlung bei der Pneumokoniose nicht auszuschließen.

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Vorbeugung

Um der Berufskrankheit Pneumokoniose vorzubeugen, sind unbedingt die arbeitsschutztechnischen Maßnahmen einzuhalten, wenn an einem gefährdeten Arbeitsplatz der Kontakt mit den auslösenden Faktoren nicht vermieden werden kann.

Darüber hinaus gehören regelmäßige gesundheitliche Kontrollen in diesen risikogefährdeten Berufen zur Normalität und sollten von jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin unbedingt regelmäßige absolviert werden. Diese prophylaktischen Untersuchungen sind optimal, um erste Anzeichen einer auftretenden Pneumokoniose oder Staublunge rechtzeitig zu erkennen. Ist dies der Fall, können die Betroffenen in den entsprechend belasteten Arbeitsbereichen nicht mehr tätig sein.

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Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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