Larva-migrans-cutanea

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Bei der Larva-migrans-cutanea handelt es sich um eine Erkrankung der Haut. Die Krankheit wird in der Regel durch die Larven einer bestimmten Art von Hakenwürmern ausgelöst. Die Larva-migrans-cutanea wird mitunter auch als Hautmaulwurf bezeichnet. In wärmeren Zonen zählt die Larva-migrans-cutanea zu jenen Krankheiten der Haut, die mit der größten Häufigkeit auftreten. In manchen Fällen erkranken Touristen in den entsprechenden Ländern an einer Larva-migrans-cutanea.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Larva-migrans-cutanea?

Die Erstbeschreibung der Larva-migrans-cutanea erfolgte im Jahr 1874. 1928 wurden die verantwortlichen Larven identifiziert. Grundsätzlich handelt es sich um eine Hautkrankheit, die durch Parasiten ausgelöst wird. Die Larva-migrans-cutanea wird dabei durch unterschiedliche Parasitenarten verursacht.

So kommen zum Beispiel Hakenwürmer, Pferdebremsenlarven und die Tumbufliege als Auslöser der Krankheit in Frage. Im überwiegenden Teil der Fälle sind die Erreger der Larva-migrans-cutanea jedoch Hakenwürmer. Der Mensch ist dabei ein Fehlwirt und nicht der tatsächliche Zielwirt der Parasiten.

Der überwiegende Teil der Erreger ist in tropischen beziehungsweise warmen Regionen beheimatet. So leben die Parasiten zum Beispiel in einigen Gegenden Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Auch im mediterranen europäischen Raum ist ein Vorkommen der Arten möglich, wenn die Temperaturen hoch genug sind.

Ursachen

Als Ursachen für die Entstehung der Larva-migrans-cutanea kommen verschiedene Arten von Parasiten in Betracht. In der Regel handelt es sich dabei um die Larven verschiedener Würmer oder Fliegen. So lösen zum Beispiel Hakenwürmer wie die Ancylostoma braziliense oder Uncinaria stenocephala eine Larva-migrans-cutanea aus, wenn der Patient als Fehlwirt befallen wird.

Da der Mensch jedoch nicht der gesuchte Zielwirt der Parasiten ist, kommt es nicht zu einer vollständigen Entwicklung der Larven im menschlichen Organismus. Es bilden sich als keine ausgewachsenen Würmer im Körper. Neben den Hakenwürmern stellen auch einige Fadenwürmer mögliche Erreger dar, die eine Larva-migrans-cutanea verursachen. Der Mensch steckt sich mit den Parasiten an, indem er barfuß über den Kot von Tieren oder mit entsprechenden Erregern verunreinigte Wege läuft.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Beschwerden, die sich im Rahmen der Larva-migrans-cutanea zeigen, sind vielfältig. In den meisten Fällen konzentrieren sich die Symptome im Bereich der unteren Gliedmaßen, des Rückens und der Sohlen der Füße. Die ersten Anzeichen der Larva-migrans-cutanea treten oft schon Stunden bis Tage nach der Infektion mit den entsprechenden Parasiten auf. Dabei verspüren die betroffenen Personen häufig einen intensiven Juckreiz.

Die erkrankten Stellen des Körpers und der Haut schwellen in der Regel an, wobei sich eine typische Rötung bildet. Die geröteten Hautstellen erinnern an Serpentinen, denn sie entsprechen den Wegen der Larven. Oftmals lassen sich diese Gänge der Parasiten unter der Haut sogar ohne Lupe erkennen. In der Folge der Infektion entzünden sich die betroffenen Regionen in der Regel stark.

Die Entzündungsprozesse bleiben jedoch üblicherweise lokal beschränkt. In manchen Fällen sind die Gänge der Larven unter der Haut bedingt durch Schwellungen und Rötungen nicht eindeutig erkennbar. Die Beschwerden treten besonders häufig an den Fußsohlen auf, wobei die Infektion meist beim Laufen erfolgt ist.

Außerdem ist der Rücken häufig von der Larva-migrans-cutanea betroffen, wenn sich die Patienten nackt in den Sand gelegt haben. Im überwiegenden Teil der Fälle heilt die Larva-migrans-cutanea nach einigen Wochen von selbst. In seltenen Fällen erfolgt eine Heilung erst nach zwei Jahren.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei typischen Anzeichen der Larva-migrans-cutanea ist ein Arzt zu befragen. Zwar heilt die Larva-migrans-cutanea oftmals von selbst, dennoch ist ein Arztbesuch anzuraten. Denn in einigen Fällen verbergen sich weniger harmlose Ursachen hinter den Beschwerden, die denen einer Larva-migrans-cutanea ähneln.

Der Arzt führt eine Anamnese durch, erörtert die Krankengeschichte und befragt den Patienten nach zurückliegenden Aktivitäten und besuchten Orten, an denen die entsprechenden Parasiten möglicherweise heimisch sind. Somit erhält er relevante Details, die ihm die Stellung der Diagnose erleichtern. Die Larva-migrans-cutanea wird in der Regel anhand der offensichtlichen Anzeichen diagnostiziert.

Die Diagnose wird durch sekundäre Infektionen allerdings komplizierter. Grundsätzlich kommen hauptsächlich klinische Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Die charakteristischen Erscheinungen an der Haut, insbesondere die Gänge der Larven, weisen meist relativ deutlich auf die Larva-migrans-cutanea hin. Dabei lassen sich die verantwortlichen Larven jedoch nur schwer nachweisen.

Komplikationen

Aufgrund der Larva-migrans-cutanea kommt es in erster Linie zu verschiedenen Beschwerden an der Haut des Betroffenen. In den meisten Fällen leiden die Patienten dabei an einem Juckreiz und auch an einer stark geröteten Haut. Aufgrund des Kratzens wird der Juckreiz dabei in der Regel nur noch weiter verstärkt. Ebenso leiden die Patienten nicht selten an einem verringerten Selbstwertgefühl oder an Minderwertigkeitskomplexen und fühlen sich mit den Symptomen unwohl.

Dabei können sich auch Depressionen oder andere psychische Verstimmungen ausbilden, die sich sehr negativ auf die Lebensqualität auswirken. Nicht selten treten auch Schwellungen an den betroffenen Regionen auf. Aufgrunddessen kann es zu verschiedenen Einschränkungen im Alltag des Betroffenen kommen. Eine Selbstheilung der Larva-migrans-cutanea tritt in der Regel nicht auf, sodass der Betroffene auf eine Behandlung bei einem Arzt angewiesen ist.

Die Behandlung dieser Krankheit findet mit Hilfe verschiedene Medikamente statt und führt nicht zu besonderen Komplikationen. Die Beschwerden an den betroffenen Hautstellen verschwinden damit. Die Larven unter der Haut müssen allerdings weiterhin entfernt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Larva-migrans-cutanea nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Prinzipiell gilt, dass die Larva-migrans-cutanea in zahlreichen Fällen von selbst heilt und eine Therapie nicht notwendig ist. Mitunter verzögert sich die Selbstheilung jedoch, sodass eine Behandlung erforderlich ist. Außerdem kommen mitunter Medikamente zum Einsatz, um die akuten Beschwerden zu lindern.

Im Rahmen der externen Behandlung erhalten die Patienten eine Thiabendazol-haltige Salbe. Diese wird für einige Tage auf den betroffenen Hautstellen appliziert. Wenn die Entzündung besonders stark ist, kommen auch glukokortikoidhaltige Salben zur Anwendung. Dadurch schwellen die Hautbereiche meist ab.

Wenn eine interne Behandlung erforderlich ist, wird oft Thiabendazol verabreicht. Möglich sind außerdem operative Eingriffe zur Entfernung der Larven unter der Haut. Dabei besteht jedoch das Risiko einer Narbenbildung, sodass die medikamentöse Therapie das Mittel der Wahl darstellt.

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Vorbeugung

Der Larva-migrans-cutanea lässt sich vorbeugen, indem in entsprechenden Ländern riskantes Verhalten unterlassen wird. So empfiehlt sich an verkoteten Stränden die Nutzung von Handtüchern als Unterlage.

Das können Sie selbst tun

In vielen Fällen kann die Erkrankung verhindert werden, indem hohe Hygienestandards geachtet und befolgt werden. Der Betroffene sollte vor der Einnahme von Nahrung und Flüssigkeiten stets seine Hände desinfizieren. Auch gilt es, dass Urlauber vor allem an Stränden nur auf einem Handtuch liegen und sich dabei nicht direkt auf den Sand legen.

Die Behandlung der Krankheit erfolgt in der Regel durch den Patienten selbst mit Hilfe von Cremes und Salben. Diese müssen regelmäßig aufgetragen werden und lindern dabei die Beschwerden erheblich. Auch die Schwellungen lassen dabei nach. Sollten die Larven schon unter die Haut eingedrungen sein, so ist eine Diagnose und eine Behandlung durch einen Arzt unerlässlich. Dadurch werden weitere Beschwerden und Komplikationen vermieden. In einigen Fällen kann es zwar zu einer Selbstheilung kommen, wobei das Risiko der weiteren Ausbreitung der Larven relativ hoch ist und daher nicht eingegangen werden sollte.

In den meisten Fällen kommt es bei der Larva-migrans-cutanea zu einem positiven Krankheitsverlauf, sodass zukünftig keine besondere Behandlung notwendig ist. Beim Auftreten eines Juckreizes sollte der Betroffene die Haut nicht kratzen, da dieser dadurch nur verstärkt wird. Vor allem bei Kindern müssen die Eltern das Kratzen verhindern.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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