Kryptitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Eine Kryptitis ist eine entzündliche Erkrankung im Bereich des menschlichen Enddarms. Sie entsteht besonders durch Probleme beim Stuhlgang, in deren Folge es zu Entzündungen der Analpapillen kommt. Später kann sich darauf eine Infektion der Analdrüse selbst entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kryptitis?

Unter der Bezeichnung Kryptitis verstehen Mediziner eine Entzündung im Enddarmbereich. Der Übergang vom Analkanal zum Mastdarm besteht aus Analpapillen und aus sogenannten Krypten.

Bei Letzteren handelt es sich um Taschen, die in Analdrüsen münden. Verstopft eine dieser Mündungen, entsteht eine Kryptitis, eine Entzündung, die sich im späteren Verlauf zu einer Infektion der Analdrüse selbst auswachsen kann. Meist sind Probleme beim Stuhlgang für die Entzündung verantwortlich, bei denen Kot in die Taschen der Analpapillen gelangt.

Die Kryptitis bleibt zunächst oft unbemerkt, bis sie sich durch Symptome wie Juckreiz, Schmerzen oder ein Fremdkörpergefühl im Bereich des Anus äußern. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung ohne Komplikationen; im Einzelfall kann aber ein operativer Eingriff notwendig werden, um entstandene Abszesse zu öffnen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Kryptitis liegen in den meisten Fällen in Problemen mit dem Stuhlgang. Normalerweise wird der Darm entleert, ohne dass Kot in die Krypten gelangt bzw. sich dort festsetzt.

Kommt es aber beispielsweise zu einer Verstopfung, sodass über einen längeren Zeitraum keine Entleerung stattfinden kann, wird der Kot unter Umständen zurückgepresst. Auf diesem Wege kann er auch in die Krypten geraten. Da der Kot in diesem Zustand meist sehr hart ist, kann es passieren, dass die empfindliche Schleimhaut Verletzungen davonträgt.

Kommt der Stuhlgang mit diesen in Berührung, bilden sich entzündliche Zustände; Experten sprechen dann von einer Kryptitis. Die Infektion kann sich auch dann bilden, wenn der Betroffene dauerhaft unter zu weichem oder breiigem Stuhl leidet und sich dieser langfristig in den Krypten festsetzt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Kryptitis wird oftmals nicht direkt erkannt, da sich die Beschwerden denen einer Hämorrhoiden-Erkrankung stark ähneln und die entzündeten Krypten so fälschlicherweise für Hämorrhoiden gehalten werden.

Wird ein Arzt aufgesucht, weil es zu Jucken, Brennen oder Schmerzen nach dem Stuhlgang kommt, kann dieser nur mittels einer sehr genauen Untersuchung mit dem Finger festgestellt werden. Dabei wird die betroffene Region im Analbereich Stück für Stück abgetastet und zusätzlich mit einem Analspekulum und einer sehr dünnen Sonde untersucht.

Darmspiegelungen oder ähnliche Untersuchungsmethoden liefern hier eine aussagekräftige Diagnose. Eine unbehandelte Kryptitis führt im weiteren Verlauf zu stärkeren Problemen beim Stuhlgang und ist mit Schmerzen und anderen unangenehmen Symptomen verbunden. Sie kann sich zu Abszessen oder Fisteln auswachsen, die dann unter Umständen chirurgisch entfernt werden müssen.

Komplikationen

Aufgrund der Kryptitis leiden die Betroffenen an verschiedenen Beschwerden, die vor allem am Darm und am Magen auftreten. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Kryptitis deutlich eingeschränkt und verringert. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an starken Schmerzen, die beim Stuhlgang auftreten.

Dabei kommt es nicht selten auch zu psychischen Beschwerden oder Depressionen. Nicht selten leiden die Betroffenen dadurch an einem Gewichtsverlust, da absichtlich weniger Nahrung aufgenommen wird, um den Stuhlgang zu verhindern. Ebenso können sich Juckreize ausbilden. Viele Patienten schämen sich für diese Beschwerden, sodass es dadurch häufig zu einer verspäteten Behandlung kommt. Ebenso können die Betroffenen über ein Fremdkörpergefühl im Anus klagen.

In den meisten Fällen kann die Kryptitis relativ gut und einfach behandelt werden. Dabei kommt es in der Regel nicht zu besonderen Komplikationen oder zu anderen Beschwerden. Auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Kryptitis in der Regel nicht verringert. Ebenso muss der Patient auf eine gesunde Ernährung achten. Weiterhin können auch verschiedene Übungen des Schließmuskels die Beschwerden lindern. In den meisten Fällen kommt es dabei zu einem positiven Krankheitsverlauf beim Patienten.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Kryptitis diagnostiziert, kann diese meist recht gut behandelt werden. Um die Entzündung zu beseitigen, wird der behandelnde Arzt entsprechende Medikamente verordnen. Diese müssen direkt auf bzw. in die betroffene Region gegeben werden.

Es handelt sich dabei um Cremes, Salben oder auch Zäpfchen, die den genauen Ort der Entzündung in den Krypten am besten erreichen können. Haben sich bereits Abszesse oder Fisteln gebildet oder sind die entzündeten Krypten so stark betroffen, dass sie sich nicht mehr medikamentös behandeln lassen, muss ein chirurgischer Eingriff stattfinden. Auch der Patient selbst kann in der Folge einiges tun, um die Beschwerden zu lindern.

Dazu gehört oftmals eine Anpassung der Ernährung, damit es zu einem festen und regelmäßigen Stuhlgang kommt. Schließmuskelübungen verbessern die Durchblutung in der Analgegend und tragen ebenfalls zu einem schnelleren Abheilen der Kryptitis bei. Das Gleiche gilt für eine sanfte Massage des Analrandes mit dem Finger.

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Vorbeugung

Einer Kryptitis kann in gewissem Maße durch eine ausgewogene Ernährung und einen regelmäßigen Stuhlgang von fester, aber nicht zu harter Konsistenz vorgebeugt werden. So kann verhindert werden, dass sich Kot in den Krypten festsetzt und eine Entzündung hervorruft. Treten Beschwerden wie Schmerzen oder Juckreiz in der Analgegend auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das können Sie selbst tun

Eine Kryptitis kann während des Heilungsverlaufes derselben gut vom Betroffenen begleitet werden. Hierfür sind Umstellungen der Ernährung und eine sanfte Pflege der betroffenen Stellen - zusätzlich zu eventuellen Medikamentengaben - nötig.

So sollte die Ernährung etwa dahingehend umgestellt werden, dass der Betroffene einen regelmäßigen, nicht zu weichen und in einem Stück vorhandenen Stuhlgang ermöglicht. Dies wird durch ballaststoffeiche Ernährung (Flohsamen, Trockenfrüchte etc.) erreicht. Zusätzlich hilft Bewegung dem Darm dabei, den Kot einzudicken und ihm Wasser zu entziehen. Durch den regelmäßigeren Stuhlgang kann ein weiteres Haftenbleiben von Kot an den entzündeten Stellen verhindert werden. Zudem ist regelmäßiger Stuhlgang weniger belastend für den Analbereich.

Sitzbäder können, angereichert mit ätherischen Ölen, Gerbstoffen oder Meersalz, dabei helfen, Schmerzen zu lindern, die durch die Kryptitis bedingt sind. Sie eignen sich aber nicht zur ursächlichen Behandlung. Die Afterregion selbst sollte zu einer Durchblutung angeregt werden, um Heilungsprozesse zu beschleunigen. Massagen des Afterrandes und vorsichtige Dehnübungen können hierfür eingesetzt werden.

Selbsthilfemaßnahmen sind bei einer Kryptitis, die bereits Fisteln oder Abzesse gebildet hat, nicht mehr ausreichend. Ein Abheilen solch schwerer Entzündungserscheinungen ist ohne ärztliche Hilfe als sehr unwahrscheinlich einzustufen.

Bücher über Schmerzen beim Stuhlgang

Quellen

  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013

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