Kahnbeinbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Oktober 2017
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Als Kahnbeinbruch wird eine Fraktur eines Handwurzelknochens bezeichnet. Das Kahnbein ist der anfälligste Knochen im Bereich der Handwurzelknochen und wird auch als Os scaphoideum bezeichnet. Ein Kahnbeinbruch kann in seltenen Fällen auch im Fuß auftreten, da sich in den dortigen Fußwurzelknochen auch ein Kahnbein befindet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kahnbeinbruch?

Der Kahnbeinbruch ist eine Fraktur im Bereich der Handwurzelknochen. Das Kahnbein befindet sich zwischen der Speiche und dem ersten Mittelhandknochen und verbindet das Handgelenk mit der Mittelhand. Es liegt auf der Daumenseite und befindet sich in der ersten Handwurzelreihe.

Bei den Handwurzelknochen tritt ein Kahnbeinbruch am häufigsten auf. Ein Kahnbeinbruch ist relativ schwierig zu diagnostizieren. Des Weiteren kommt es häufig zu sog. Pseudoarthrosen, einer Fehlheilung des Knochens.

Sowohl das Handgelenk als auch das Fußgelenk haben in den Wurzelknochen ein Kahnbein. Aufgrund dessen kann mit einem Kahnbeinbruch auch die Fraktur der Fußwurzelknochen gemeint sein. Allerdings tritt diese Art der Fraktur äußerst selten auf. Die Heilung eines Kahnbeinbruchs dauert in der Regel bis zu 12 und mehr Wochen.

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Kahnbeinbruch ist ein Unfall. Die Fraktur tritt meist infolge eines Sturzes auf, den man mit den Händen abfangen will. Man fällt meist auf die ausgestreckte Hand, die beim Aufprall nach hinten gebeugt wird.

Dabei wird das Kahnbein zwischen die Speiche und den anderen Handwurzelknochen eingeklemmt. Bei großer Krafteinwirkung bricht das Kahnbein. Ein Kahnbeinbruch tritt häufig auch im Rahmen eines Autounfalls auf. Man stützt sich beim Zusammenprall mit den Händen am Lenkrad ab. Dabei zieht sich der Betroffene häufig einen Kahnbeinbruch zu.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie der Hand bei Kahnbeinbruch. Klicken, um zu vergrößern.

Diagnostiziert wird der Kahnbeinbruch durch einen Orthopäden. Allerdings kann sich die Diagnose oftmals als schwierig gestalten. Zu Beginn wird die verletzte Hand auf äußere Verletzungen hin untersucht. Danach erfolgt eine Prüfung der Beweglichkeit. Hierbei wird auch die Hand abgetastet, um festzustellen, ob Bewegung oder Druck Schmerzen verursachen. Zudem wird abgeklärt, ob eine Sensibilitätsstörung vorliegt.

Nach der Sicht- und Tastuntersuchung werden Röntgenaufnahmen in vier Ebenen angefertigt, wobei diese nicht immer zuverlässig einen Kahnbeinbruch darstellen. Aufgrund dessen wird meistens zusätzlich eine Computertomographie angefertigt. Diese gibt auch Ausschluss darüber, welche Behandlungsmethode (konservativ oder chirurgisch) am besten geeignet ist.

Der Verlauf bei einem Kahnbeinbruch ist von mehreren Faktoren abhängig. Bei einem stabilen Bruch und einer adäquaten Behandlung heilt der Kahnbeinbruch i. d. R. folgenlos aus. Die Heilungsphase kann bis zu 12 und mehr Wochen in Anspruch nehmen. Oftmals treten Komplikationen - insbesondere bei nicht oder zu spät entdeckten Kahnbeinfrakturen - in Form von Pseudoarthrosen auf.

Hierbei heilt der Knochen falsch oder nur mangelhaft zusammen. Aufgrund von Durchblutungsstörungen kann es zudem zu einer verzögerten Heilung kommen. Ein Kahnbeinbruch kann eine dauerhafte Bewegungseinschränkung als auch chronische Schmerzen zur Folge haben.

Komplikationen

In der Regel kann der Kahnbeinbruch entweder an der Hand oder am Fuß auftreten. In beiden Fällen kommt es dabei zu Einschränkungen und zu Schmerzen im Alltag des Patienten, sodass die Lebensqualität durch dieses Symptom deutlich verringert wird. Die meisten Patienten leiden auch an Schwellungen an den betroffenen Stellen.

Sollte der Kahnbeinbruch an der Hand auftreten, ist das gewöhnliche Greifen und Nehmen für den Patienten dabei nicht mehr möglich. Auch die Sensibilität der Hand kann durch den Bruch gestört sein, sodass es zu Lähmungen oder zu einem Kribbeln kommt. Komplikationen können dann auftreten, wenn der Kahnbeinbruch nicht behandelt wird. Dabei kann es zu irreversiblen Bewegungseinschränkungen kommen.

Die Diagnose des Kahnbeinbruchs ist relativ einfach und kann schnell durchgeführt werden. Damit kann auch eine Behandlung schon frühzeitig eingeleitet werden. Bei der Behandlung selbst treten keine besonderen Komplikationen auf. Gegebenenfalls kann an der betroffenen Stelle auch eine Störung der Durchblutung auftreten.

Diese Störung muss ebenfalls behandelt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diesen Bruch nicht verändert. Mit Hilfe eines Gipsverbandes verschwinden die Beschwerden nach einigen Wochen und der Patient kann die Hand oder den Fuß gewöhnlich wieder nutzen.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung eines Kahnbeinbruchs werden als Sofortmaßnahme das Hochlagern der Hand, eine Kühlung mit Coolpacks, sowie eine Schonung der Hand empfohlen.

Mithilfe einer Computertomographie kann man erkennen, wie und wo das Kahnbein gebrochen ist. Aufgrund dessen wird dann entschieden, ob eine konservative Behandlung erfolgt oder ob ein operativer Eingriff notwendig ist.

Bei einem stabilen Kahnbeinbruch wird nach dem Abschwellen ein Gips- oder Kunststoffverband angelegt, der bis zu 12 Wochen getragen werden muss. In der Regel sind die Hand, der Daumen und der Unterarm eingegipst. Sind bei einem Kahnbeinbruch die Knochenteile verschoben, ist i. d. R. eine Operation erforderlich. Hierbei wird das Kahnbein mithilfe mehrerer Schrauben fixiert.

Während der Heilungsphase müssen regelmäßig Röntgenaufnahmen zur Kontrolle angefertigt werden. Diese dienen zur Überwachung des Heilungsprozesses. Des Weiteren wird kontrolliert, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt. Die Behandlung eines Kahnbeinbruchs kann sehr lange dauern und unter ungünstigen Umständen Folgeschäden nach sich ziehen. Nach der Entfernung des Gipsverbandes sind bei einem Kahnbeinbruch physiotherapeutische Maßnahmen zu empfehlen. Liegt ein Kahnbeinbruch im Fußwurzelbereich vor, so werden meist die gleichen Behandlungsmethoden ergriffen.

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Vorbeugung

Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen, um einen Kahnbeinbruch zu verhindern. Man kann nur allgemeine Vorsichtsmaßnahmen ergreifen wie z. B. Achtsamkeit im Straßenverkehr, Laufen nur auf ebenem Untergrund, Vermeidung von Risikosportarten, bei denen Stürze vorprogrammiert sind.

Das können Sie selbst tun

Nach einem Kahnbeinbruch muss sich der Betroffene zunächst schonen. Der Betroffene sollte sich für mindestens fünf bis sechs Wochen krankschreiben lassen. Bürotätigkeiten können meist schon nach drei bis vier Wochen wieder ausgeübt werden.

Da die Muskeln nach der langen Ruhigstellung atrophiert und die Sehnen meistens verkürzt sind, ist danach eine konsequente Krankengymnastik angezeigt. Auch ambulante Mobilisationsmaßnahmen wie Physio- bzw. Ergotherapie sind notwendig und können zuhause um sanfte Übungen ergänzt werden. Der Arzt wird den Patienten darüber informieren, welche Trainingsmethoden sinnvoll sind und die Heilung fördern. Anstrengende körperliche Tätigkeiten sollten in den ersten Wochen vermieden werden, da sich ansonsten relativ schnell eine neue Fraktur entwickeln kann und die Genesung verzögert wird.

Neben den verordneten Medikamenten kann der Patient auch verschiedene Mittel aus der Natur probieren. Die schmerzlindernde Teufelskralle etwa, kann als Tee eingenommen oder als Salbe aufgetragen werden. Nachdem der Gips entfernt wurde, dürfen nach Rücksprache mit dem Arzt Salben und Cremes auf die Verletzung aufgetragen werden. Sollte der Kahnbeinbruch nach einigen Wochen nicht ausgeheilt sein, muss der Arzt darüber informiert werden.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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