Übergangsfraktur

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
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Die Übergangsfraktur ist in Knochenbruch an der Wachstumsfuge eines Knochens, die sich bei Kindern ab zehn Jahren zu schließen beginnt. Bei hoher Belastung des Knochens bricht er entlang dieser Schwachstelle in zwei (Twoplane-Fraktur) oder drei Teile (Triplane-Fraktur).

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Übergangsfraktur?

Bei einer Übergangsfraktur handelt es sich um einen Knochenbruch. In der Phase zwischen Jugend und Erwachsenenalter ist das Skelett einer besonderen Belastung ausgesetzt: Die Knochen beginnen im Fötus als weiches Gewebe, das sich erst allmählich verhärtet.

Nach der Geburt schreitet dieser Prozess fort; damit Röhrenknochen wie das Schienbein richtig wachsen können, besitzen sie sogenannte Wachstumsfugen, die aus Knorpel bestehen. In das Gewebe ziehen nach und nach Knochenzellen ein und stabilisieren das Gerüst, wobei sie einem genetisch vorgegebenen Muster folgen. Schwächere Stellen entlang der Fugen sind besonders anfällig für Brüche.

Die Physiologie unterscheidet zwischen Twoplane-Frakturen mit zwei Fragmenten und Triplane-Frakturen, bei denen drei Bruchstücke entstehen. Unter den Triplane-Frakturen lassen sich weiterhin ein Typ I und ein Typ II abgrenzen, die sich voneinander im Verlauf der Bruchstelle unterscheiden.

Ursachen

Der Bruch entsteht, wenn der Knochen übermäßiger Belastung ausgesetzt ist, zum Beispiel bei einem Sturz oder einer Kollision. Die Ursache für die Übergangsfraktur am Sprunggelenk, bei dem das Ende des Schienbeinknochens abspringt, liegt häufig in einem Sturz auf die Beine, den der Betroffene nicht abfedern kann.

Charakteristisch ist dabei, dass die Fraktur den entwicklungsbedingten Schwachstellen im Knochen folgt. Gewebe in der Wachstumsfuge, das noch nicht vollständig verknöchert ist, besitzt eine größere Anfälligkeit für Brüche. Die Fraktur folgt deshalb dem Verlauf der Wachstumsfuge und geht dabei den Weg des geringsten Widerstands.

Sobald sich die Fuge ab dem 10. Lebensjahr zu schließen beginnt, entstehen Bruchstücke festeren Knochens: Sie liegen wie Inseln im weicheren Gewebe des Fugenknorpels, in dem die Verknöcherung noch nicht so weit fortgeschritten ist. Am Sprunggelenk fängt die Verknöcherung bei Kindern ab 12 Jahren an. Elf Prozent der Verletzungen an diesem Gelenk stellen Übergangsfrakturen dar. Da sich die Wachstumsfuge hier von der Mitte aus zu schließen beginnt, ist das Ende des Knochens besonders anfällig für Übergangsfrakturen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Übergangsfraktur äußert sich unmittelbar in starken Schmerzen in der entsprechenden Region, die darüber hinaus anschwellen kann. In einigen Fällen wird dem betroffenen Kind oder Jugendlichen aufgrund der Kombination von Schock und Schmerz kurzzeitig schwarz vor Augen. Bei einer Übergangsfraktur am Sprunggelenk können Betroffene das Bein nicht belasten.

Möglicherweise lässt sich die Fraktur von außen erkennen, wenn der Knochen sichtbar verschoben ist, unnatürlich absteht oder eine abnorme Beweglichkeit aufweist; dabei können reibende oder scharrende Geräusche entstehen. Allerdings sollten Betroffene den Knochen bei Verdacht auf eine Fraktur nach Möglichkeit sofort ruhigstellen.

Der Bereich um die Fraktur schwillt an, wenn Blut aus verletzten Gefäßen in das Gewebe sickert – die Schwellung kann sich in diesem Zusammenhang auch bläulich färben und zu zusätzlichen unangenehmen Druckempfindungen führen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Röntgenaufnahme bestätigt die Fraktur und macht ihren genauen Verlauf sichtbar. Seltener ist auch eine Computertomografie (CT) notwendig, die im Gegensatz zum Röntgenbild mehrere Schnittebenen abbildet und auf diese Weise einen dreidimensionalen Eindruck vermittelt. Ärzte berücksichtigen bei der Untersuchung auch das umliegende Gewebe sowie den Rest des Knochens, um weitere Frakturen und andere Läsionen auszuschließen.

Die gilt auch für andere Körperteile, sofern sie betroffen sind. Gebrochene Knochen kann der menschliche Organismus bis zu einem gewissen Grad selbst wiederherstellen. Ohne angemessene Behandlung verläuft der Heilungsprozess jedoch suboptimal und hinterlässt eventuell einen schief verwachsenen Knochen, der im Allgemeinen eine hohe Anfälligkeit für neue Verletzungen besitzt. Darüber hinaus erhöht ein Spalt zwischen Knochen und Gelenk – zum Beispiel am Sprunggelenk – das Risiko für frühe Arthrose.

Behandlung & Therapie

Unmittelbar nach dem Bruch sollte der Knochen so weit wie möglich ruhen. Die Art der eigentlichen Behandlung richtet sich bei der Übergangsfraktur nach dem Typ des Bruchs. Wenn bei einer Übergangsfraktur am Schienbein die Fragmente so vom Knochenende abspringen, dass ein Spalt von über zwei Millimeter zwischen Knochen und Gelenk entsteht, kommen zwei Möglichkeiten in Betracht:

Bei der geschlossenen Reposition richtet der Behandler den Knochen ohne invasiven Eingriff, während er bei der offenen Reposition eine Operation am Gelenk durchführt. In beiden Fällen steht der Patient unter Anästhesie, da der Eingriff andernfalls äußerst schmerzhaft wäre. Darüber hinaus muss das Gelenk während der Reposition vollkommen still liegen.

Anschließend fixiert eine Knochenschraube das Fragment, damit es korrekt am Knochen anwachsen kann. Die Twoplane-Fraktur erfordert in der Regel eine horizontale Schraube, wohingegen zwei Schrauben die Bruchstücke der Triplane-Fraktur halten. Bei Übergangsfrakturen, die einen Spalt von weniger als zwei Millimeter am Gelenk verursachen, entfällt die Reposition.

Der Patient erhält einen Unterschenkelgips, der für die Dauer von vier bis sechs Wochen den gebrochenen Knochen stabilisiert. In dieser Zeit stellt der Körper das Gewebe wieder her, indem er den Knochen festigt, bis er wieder voll belastbar ist. Die Medizin bezeichnet diesen Prozess auch als Konsolidierung.

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Vorbeugung

Die Wachstumsfuge stellt in der kritischen Übergangsphase eine natürliche Schwachstelle für Frakturen dar. Vorbeugende Maßnahmen bestehen deshalb in erster Linie in der Vermeidung von Stürzen, Unfällen und anderen starken Belastungen für die Knochen. Motorische Geschicklichkeit, Koordination, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit des Kindes, potenzielle Gefahren rechtzeitig zu entdecken, können zur Vermeidung entsprechender Vorfälle beitragen.

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