Agave

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Agave wurde schon von den Azteken als Nahrungsmittel und Heilpflanze verwendet. Auch heute noch werden einige aus der Wüstenpflanze hergestellte Produkte in der Volksmedizin zum Behandeln von Krankheiten und zur Vorbeugung eingesetzt. Allerdings sollte der Anwender dabei genau auf die Dosierung achten.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Agave

Die noch heutzutage medizinisch genutzte Agaven-Art Agave americana ist eine von etwa 400 Agaven-Arten, die weltweit in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde heimisch sind. Agaven sind besondere Pflanze: Sie bilden frühestens nach 15 Jahren einen Blütenstand und sterben meist schon im Alter von 20 Jahren ab. Die ausdauernde Pflanze gehört eigentlich zu den Sukkulenten, da sie wie die Kakteen eine hohe Wasserspeicher-Fähigkeit hat.

Sie wird bis zu drei Meter hoch und besitzt fleischige, an den Rändern gezähnte und mitunter dort sogar mit fadenartigen Fasern ausgestattete Laubblätter. Die blassgrünen Agaven Blätter haben meist eine lanzettähnliche Form und sind an der Spitze mit einem Dorn versehen. Manche Arten haben keine Dornen und auffällige rote Spitzen. Andere wiederum werden von einem weißen Rand eingefasst.

Die Agave wurde schon von den Azteken als Nahrungsmittel und Heilpflanze verwendet. Auch heute noch werden einige aus der Wüstenpflanze hergestellte Produkte in der Volksmedizin zum Behandeln von Krankheiten und zur Vorbeugung eingesetzt.

Die Agaven Laubblätter dienen als Wasserreservoir, damit das Gewächs auch Trockenzeiten gut übersteht. Damit die gespeicherte Flüssigkeit nicht verdunsten kann, haben die fleischigen Blätter winzige Poren auf ihrer Oberfläche. Agaven bilden spindelartige Wurzelstöcke, die waagerecht wachsen und zur Vermehrung der Pflanze in direkter Nähe zur Mutterpflanze abgeschnitten werden. Dazu müssen die Rhizome jedoch erst einmal mindestens 15 Zentimeter lang sein.

Die Agaven Blütenstände können bis zu zwölf Meter hoch werden und blühen im Juli/August mit vielen Rispen, die bis zu zehn Meter große Einzelblüten tragen. Die Kapselfrüchte haben drei Kammern, in denen sich die schwarzen Samen befinden. Die Agave kommt im Süden Nordamerikas, in Mittelamerika, Venezuela, Kolumbien und auf den Kanarischen Inseln vor. Ihre medizinisch genutzten Teile können ganzjährig gesammelt werden.

Wer hierzulande Agaven ziehen möchte, wählt für sie einen warmen, sonnigen und trockenen Standort und überwintert sie bei vier bis sechs Grad Celsius drinnen an einem hellen und kühlen Ort. Die anspruchslose Pflanze benötigt nur zwei Teile gewöhnliche Pflanzenerde und einen Teil grobkörnigen Sand. Die äußeren Blätter können nach Belieben gekürzt werden, solange der empfindliche Agaven Kern nicht beschädigt wird.

Wirkung & Anwendung

Agaven enthalten Fruktane wie Agavin, Rhamnose, Saponine (Hecogenin), Xylose (Zucker), Oxalsäure, ätherische Öle, Polysaccharide (vor allem Inulin), Beta-Karotin und die Vitamine B, C, D, und K. Da Agaven Produkte schwach giftig sind, dürfen sie nur äußerlich, homöopathisch, in niedriger Dosierung und als Beimischung in Kräutertees verwendet werden.

Die Agaven Inhaltsstoffe haben eine antibakterielle, entzündungshemmende, blutzuckersenkende, knochenstärkende, schweißtreibende, schmerzlindernde, gewichtsreduzierende, harntreibende, psychoaktive (bei Überdosierung), aphrodisierende und abführende Wirkung. Als Heilmittel genutzt werden die Blätter und das in ihnen befindliche Gel und der Saft (Agaven-Dicksaft, Agaven-Sirup).

Der Dicksaft enthält Inulin und wird zum Süßen von Speisen genutzt. Das basische Süßungsmittel ist vor allem bei Veganern und Rohköstlern beliebt und wird aus dem farblosen oder gelblichen Saft mehrerer Agaven Arten gewonnen. Es hat eine hohe Konzentration an Fructose und einen geringeren Gehalt an Glukose. Da es einen niedrigen glykämischen Index hat, kann es auch von Diabetikern verwendet werden.

Das homöopathische Agave americana hat dieselben Anwendungsgebiete wie die traditionell verwendeten Pflanzen-Teile, wird jedoch ausschließlich aus den Blättern der mexikanischen Agave gewonnen. Es wird als Globuli und als Dilution verabreicht. Der Agaven-Sirup kann - wenn er versehentlich mit der Haut Kontakt hat - wegen seiner scharfen ätherischen Öle stark hautreizend wirken und auch eine Augen-Bindehautentzündung verursachen.

Bei Menschen mit einer Fruktose-Unverträglichkeit kann der Dicksaft zu erhöhter Harnsäure-Produktion, zum metabolischen Syndrom und zur Hypertriglyceridämie führen. Wird er versehentlich überdosiert, kommt es zu Verdauungsstörungen. Schwangere sollten ihn nicht verzehren.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Agaven-Dicksaft ist wegen seiner abführenden Wirkung ein probates leichtes Abführmittel und wirkt bei Magengeschwüren antibiotisch und entzündungshemmend. Nach neuesten klinischen Studien unterstützen die Wirk-Substanzen der Blaue Agave - aus ihr wird der Tequila gewonnen - das Immunsystem bei seiner wichtigen Aufgabe, den Körper von unerwünschten Stoffen und Krankheitserregern zu befreien.

Das in der amerikanischen Agave enthaltene Agavin sorgt laut einer klinischen Studie von 2010 dafür, dass sich der Kalzium-Spiegel im Blut erhöht, was die Knochen vor Osteoporose schützt. So wird ihnen kein Kalzium mehr entzogen, obwohl es bei einer Unterversorgung an anderer Stelle dringender benötigt wird. Außerdem wirkt sich der erhöhte Kalzium-Spiegel positiv auf die Herz-Gesundheit aus.

Darüber hinaus hat sich die Agave als Heilmittel in der traditionellen Volksmedizin bei Rückenschmerzen, Augenerkrankungen, Rheuma und bei der Diabetes Vorsorge (Agavin) bewährt. Der Agaven Dicksaft kann auch äußerlich angewendet werden: Auf Wunden, Verbrennungen, hautpilzbefallene Stellen, Warzen und Geschwüre wird er einfach aufgetragen.

Bei Gelenkentzündungen und Schmerzen werden zerschnittene und gesalzene Blattrinden appliziert. Die Wirk-Substanzen desinfizieren, wirken abschwellend, beschleunigen den Heilungsprozess und lindern die Schmerzen. Der Agaven Dicksaft kann zu einer kurzfristigen Entgiftungskur genutzt werden, da er stark harntreibend wirkt und somit entzündliche Stoffe, Stoffwechsel-Abbau-Produkte, Nahrungstoxine und Medikamenten-Rückstände schnell ausleitet.

Auf diese Weise können auch Personen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen ihr Leiden lindern. Die schweißtreibenden Eigenschaften werden vor allem bei Erkältungskrankheiten zur Fiebersenkung genutzt.

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