Periimplantitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. August 2017
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Unter einer Periimplantitis bezeichnet der Mediziner eine Implantatbett-Entzündung bei Zahnimplantaten. Das Vorstadium der sogenannten Periimplantitis wird als Mukositis bezeichnet und beschreibt eine Entzündung der Schleimhaut, die den Implantathals umgibt. Im fortgeschrittenen Stadium handelt es sich um eine irreversible Erkrankung; je früher die Periimplantitis erkannt wird, umso höher stehen die Chancen einer kompletten Heilung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Periimplantitis?

Viele Personen, die Zahnimplantate haben, sind sich oftmals nicht bewusst, welche gesundheitlichen Risiken möglich sind. Dazu zählt auch die Periimplantitis, welche einen fortgeschrittenen Entzündungsprozess des Zahnfleisches beschreibt und nur dann auftritt, wenn implantologische Eingriffe durchgeführt wurden. Die Entzündung breitet sich bis in die Tiefen der Kieferknochen aus.

Im Anfangsstadium spricht der Mediziner noch von einer Mukositis oder periimplantären Mukositis. Im Rahmen der Mukositis handelt es sich um eine Gewebsentzündung des Implantat umgebenden Zahnfleisches. Nach einer Behandlung geht die Mukositis zurück. Stellt der Mediziner aber eine Periimplantitis fest, ist bereits ein irreversibler Zustand eingetreten, der mitunter auch den Knochenabbau verursacht. Wird die Periimplantitis zu spät oder gar nicht behandelt, muss der Patient damit rechnen, dass er sein Zahnimplantat verliert.

Ursachen

Die Ursache einer Periimplantitis können mit einer Parodontitis verglichen werden. Denn auch im Rahmen der Parodontitis beziehungsweise Periimplantitis lagern sich Beläge an. Entfernt der Betroffene diese Beläge unregelmäßig oder nicht gründlich genug, beginnen sich Bakterien am Zahnfleischübergang zu bilden, die sich bis zum Implantathals vorarbeiten können. In weiterer Folge klagt der Betroffene über Schmerzen.

Auch eine unzureichende und fehlende Mundhygiene kann für die Entstehung einer Periimplantitis verantwortlich sein. Folgende Faktoren begünstigen zudem die Periimplantitis: Rauchen, eine unbehandelte Parodontitis, Diabetes mellitus, Medikamente (etwa Immunsuppressiva), eine parodontale Vorgeschichte, hormonelle Veränderungen, Osteoporose.

Aber auch lang anhaltender Stress, schlechte Implantats- oder auch Zahnpflege, unregelmäßige ärztliche Zahnkontrollen sowie mangelhaftes Einheilen der Implantate kann eine Periimplantitis begünstigen – dabei kann sie nicht nur durch den Betroffenen, sondern auch durch den behandelten Arzt verursacht werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu Beginn verspürt der Betroffene leichte Schmerzen, wenn er sein Zahnfleisch am Implantatrand berührt. Mitunter kann sich das Zahnfleisch in der Implantatsnähe rötlich verfärben beziehungsweise geben Patienten auch an, dass das Implantat Schmerzen verursacht. Jene Faktoren können die ersten Anzeichen einer Entzündung sein; schon bei den geringsten Symptomen sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Befindet sich die Periimplantitis bereits im fortgeschrittenen Stadium, klagt der Betroffene über Knochenschmerzen, die vorwiegend in der Kieferregion lokalisiert werden. Das Zahnfleisch weicht zurück, das Zahnimplantat fühlt sich „locker“ an. Mitunter kann das Gefühl, dass das Implantat „locker sitzt“, ein weiteres Anzeichen einer Periimplantitis sein.

Die Symptome sind relativ schwer zu deuten; aus diesem Grund ist es wichtig, dass regelmäßige zahnärztliche Kontrollen wahrgenommen werden. Denn der Zahnarzt überprüft nicht nur die Zahnfleischtaschentiefe, sondern kann mittels Markertests auch innerhalb kürzester Zeit feststellen, ob die gefürchtete Periimplantitis vorliegt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Damit eine Periimplantitis diagnostiziert werden kann, sind zwei Schritte von wesentlicher Bedeutung. Einerseits erfolgt die klassische klinische Diagnostik des Bereichs; dafür verwendet der Mediziner sogenannte Parodontalsonden. Tritt eine Blutung auf, die auch einen Hinweis auf eine Entleerung von Eiter darstellen kann, kann die Verdachtsdiagnose Periimplantitis gestellt werden.

Mittels Röntgenaufnahmen kann sich der Mediziner ein genaues Bild über den Zustand der betroffenen Region machen. Dabei werden intraorale Zahnfilmaufnahmen gemacht, die die Verdachtsdiagnose bestätigen. Der Verlauf und die Prognose hängen vom Schweregrad ab. Das bedeutet, dass der Mediziner den Abbau des Knochens überprüft um eine etwaige Vorhersage treffen zu können.

Respektive und augmentative Behandlungsverfahren können die Periimplantitis sehr wohl zum Stillstand bringen; in vielen Fällen kann auch eine komplette Regeneration des Knochens beobachtet werden. In einigen Fällen ist aber auch nur die Implantatsentfernung möglich. Erst wenn der Mediziner das Implantat wieder entfernt hat, kann sich der Knochen regenerieren und wird neu aufgebaut. Nach der Regeneration kann ein neuerliches Implantat gesetzt werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen ist die Periimplantitis mit starken Schmerzen im Mundraum und an den Zähnen verbunden. Die Betroffenen sind dabei auch in der Einnahme von Nahrung und Flüssigkeiten deutlich eingeschränkt, sodass es nicht selten zu einem Untergewicht oder zu Mangelerscheinungen kommt. Auch eine Dehydration kann durch die Periimplantitis auftreten.

Die Schmerzen aus den Zähnen breiten sich dabei nicht selten auch in die Ohren oder in den Kopf aus, sodass die meisten Betroffenen auch an Depressionen oder an psychischen Beschwerden leiden, da die Schmerzen dauerhaft auftreten. Die Behandlung dieser Beschwerde erfolgt mit Hilfe von Antibiotika oder durch eine Bestrahlung. In der Regel treten dabei keine besonderen Komplikationen auf.

Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit nicht beeinflusst oder verringert. Weiterhin muss in schwerwiegenden Fällen das Implantat allerdings vollständig entfernt und ersetzt werden. Ohne Behandlung kann sich die Entzündung auch auf die benachbarten Zähne ausbreiten und diese befallen. Falls der Knochen durch die Krankheit schon abgebaut wurde, muss dieser mit einem Füllmaterial gefüllt werden. Dabei kommt es allerdings ebenfalls nicht zu weiteren Komplikationen.

Therapie & Behandlung

Als oberstes Gebot einer Behandlung steht die komplette Entfernung der Bakterien am Programm, die in weiterer Folge die Periimplantitis beziehungsweise Entzündung ausgelöst haben. Die Behandlung hängt davon ab, inwieweit die Entzündung bereits fortgeschritten ist beziehungsweise wie aggressiv die Bakterien tatsächlich sind.

Befindet sich die Periimplantitis noch im Anfangsstadium, können spezielle Spüllösungen zum Erfolg führen. Professionelle Mundreinigung und Zahnhygiene sowie eine professionelle Reinigung des Zahnimplantats können genauso zum Erfolg führen. In vielen Fällen muss der Betroffene auch Antibiotika einnehmen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Lasertherapie (phototermische Therapie, auch PTT genannt) dar.

Mittels Lasertherapie kann der Mediziner Bakterien und Keime entfernen, welche für den Abbau von Gewebe verantwortlich sind. So kann ein etwaiger Abbau von Gewebe gestoppt werden. Hat der Mediziner jedoch eine fortgeschrittene Periimplantitis diagnostiziert, die zudem schon für den Knochenabbau gesorgt hat, hilft in vielen Fällen nur ein chirurgischer Eingriff. Dabei füllt der Mediziner die Knochentasche mittels Knochenersatzmaterial, damit das Implantat im Kieferknochen neuerlich verankert werden kann.

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Vorbeugung

Damit eine Periimplantitis verhindert werden kann, steht natürlich die Mundhygiene an oberster Stelle. Nur so kann der Betroffene Anlagerungen und Zahnbeläge, die in weiterer Folge zu Bakterien führen, vermeiden. Des Weiteren sind professionelle Implantatreinigungen und halb- beziehungsweise jährliche zahnärztliche Kontrollen und auch profesionelle Zahn- wie Implantatsreinigungen von wesentlicher Bedeutung.

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Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Müller, H.-P.: Checkliste Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Schumacher, G.-H., Gente, M.: Odontographie – Anatomie der Zähne und des Gebisses. Hüthig, Heidelberg 1995

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