Patelladysplasie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
Startseite » Krankheiten » Patelladysplasie

Eine Patelladysplasie ist eine Fehlbildung, die zur Asymmetrie der Kniescheibe führt und sowohl angeboren, als auch erworben sein kann. Angeborene Dysplasien der Kniescheibe sind oft das Symptom eines Fehlbildungssyndroms, während erworbene Formen auf Unfälle zurückgehen. Die Therapie besteht vorwiegend aus Physiotherapie und der Gabe von Schmerzmitteln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Patelladysplasie?

Die Patella ist auch als Kniescheibe bekannt. Es handelt sich dabei um einen flachen, scheibenförmigen, dreieckigen Knochen vor dem Kniegelenk. Die Kniescheibe ist an den Gelenkflächen des Kniegelenks beteiligt und übernimmt in der Sehne des angrenzenden Muskels die Funktion eines Sesambeins. Die hauptsächliche Aufgabe der Patella ist die Schnürung des Kniegelenks und die Hebelarmverlängerung des Musculus quadriceps femoris.

Unter eine Dysplasie versteht die Medizin die Miss- oder Fehlbildung von Geweben oder Organen. Die Patelladysplasie entspricht vor diesem Hintergrund einer Fehlbildung der knöchernen Kniescheibe. Nichtanlagen sind im engeren Sinne keine Fehlbildungen. Unterentwicklungen oder Überentwicklungen der Kniescheibe können jedoch durchaus als Patelladysplasie bezeichnet werden.

Die Fehlbildung der Kniescheibe kann die Folge einer Erberkrankung sein, unter Umständen aber auch durch Unfälle im Laufe des Lebens erworben werden. In der engeren Definition ist nur dann die Rede von einer Patelladysplasie, wenn die Kniescheibe asymmetrische Form aufweist.

Ursachen

Die Ursachen einer Patelladysplasie reichen von genetischen Mutationen bis hin zu Prozessen des Patellagewebes nach Traumata. Damit lässt sich im Zusammenhang mit der Kniescheibendysplasie zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterscheiden. Die Dysplasie der Patella kann zum Beispiel im Rahmen verschiedener Fehlbildungssyndrome auftreten und ist dann in den meisten Fällen auf genetische Mutationen zurückzuführen.

Solche Mutationen können eine erbliche Basis besitzen und so zum Beispiel im autosomal-dominanten oder autosomal-rezessiven Erbgang weitervererbt werden. Wenn die Fehlbildung der Patella im Rahmen eines Syndroms auftritt, handelt es sich bei ihr lediglich um das Symptom einer übergeordneten Erscheinung. Die Dysplasie kann aber auch erworben sein und so zum Beispiel einer Komplikation nach Operationen oder Verletzungen der Kniescheibe entsprechen. Abhängig von der jeweiligen Ursache äußert sich die Fehlbildung mitunter in klinisch verschiedenen Symptomen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome einer Patelladysplasie hängen stark von der Ursache der Missbildung ab. Gemeinsam ist den Dyplasien der Patella in der engeren Definition eine Asymmetrie, die belastungsbedingt einen Abrieb der Knorpelschicht hervorruft. Bereits im Kleinkindalter kann eine ausgeprägte Patelladysplasie so beträchtliche Schmerzen hervorrufen.

Eine dezente Fehlbildung der Kniescheibe kann aber auch jahrzehntelang asymptomatisch bleiben und ruft so keinerlei Beschwerden hervor. Die meisten Betroffen klagen anfangs ausschließlich über belastungsabhängige Schmerzen. Später kann der Schmerz auch in Entspannungssituationen auftreten. Eine fortschreitende Patelladysplasie macht sich außerdem in knirschenden Geräuschen bei Belastung und in Blutergüssen auf der Haut bemerkbar.

Wie schnell eine Patelladysplasie fortschreitet und wie stark die Schmerzen im Verlauf sind, hängt von der Ursache ab. Genetisch bedingte Dysplasien können im Einzelfall zum Beispiel durch schnelles Fortschreiten gekennzeichnet sein. Auch das Maß der Belastung spielt für das Fortschreiten eine Rolle.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Dysplasie der Patella lässt sich über eine Röntgenbildgebung abbilden und auf diese Weise zweifellos diagnostizieren. Die Ursachenforschung gestaltet sich etwas schwieriger. Die Anamnese kann dem Arzt erste Hinweise auf zurückgelegene Unfälle mit Kniescheibenverletzung oder genetische Erberkrankungen geben. Eine ausgeprägte Dysplasie der Patella kann ein Fachmann mit bloßen Auge erkennen.

Trotzdem ist die Röntgenbildgebung für die Diagnostik relevant, da sie das Ausmaß der Dysplasie besser einschätzbar macht. In vielen Fällen wird eine Dysplasie der Patella erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da sie bis dahin nicht zwingend Symptome hervorrufen muss. Die typischen Symptome belastungsabhängiger Schmerz und Knirschlaute in den Knien sind dem Arzt Anlass, eine Bildgebung durchzuführen.

Die Prognose hängt für Patienten mit Patelladysplasie von der Ursache ab. Im Großen und Ganzen ist jede Asymmetrie der Patella weitestgehend irreversibel. Allerdings werden unfallbedingte Patelladysplasien oft früher diagnostiziert als genetisch bedingte und können so leichter blockiert werden.

Komplikationen

Aufgrund der Patelladysplasie leiden die Patienten in erster Linie an starken Schmerzen. Diese treten dabei vor allem bei Belastungen und bei der Bewegung auf, sodass die Patienten in ihrem Alltag stark eingeschränkt sind. Es kommt dabei zu Bewegungseinschränkungen und zu einer allgemeine verringerten Belastbarkeit. Die Knie sind oft angeschwollen und mit Blutergüssen bedeckt.

Auch ohne Belastung kann die Patelladysplasie zu deutlichen Schmerzen führen, sodass viele Patienten dabei auch an psychischen Beschwerden oder an Depressionen erkranken. Weiterhin können die Schmerzen dieser Krankheit auch nachts auftreten und damit zu Schlafbeschwerden oder zu einer Gereiztheit des Betroffenen führen. Die Lebensqualität des Patienten wird damit erheblich eingeschränkt und verringert. Auch bei Kindern kann diese Krankheit schon auftreten und damit möglicherweise auch die Entwicklung deutlich einschränken.

Eine kausale Behandlung der Patelladysplasie ist nicht möglich. Die Betroffenen sind in ihrem Leben damit auf verschiedene Therapien und auf die Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen, um diese Beschwerden zu lindern. Die Lebenserwartung wird von der Krankheit nicht verringert. Allerdings kann die Krankheit das Leben des Patienten einschränken, sodass sie an sportlichen Aktivitäten nicht mehr teilnehmen können.

Therapie & Behandlung

Die Therapie einer Patelladysplasie ist auf ursächlicher Basis nicht möglich. Weder genetische Ursachen, noch Traumata der Kniescheibe lassen sich rückgängig machen, um das Symptom der Asymmetrie zu revidieren. Symptomatische Behandlungen stehen für Patienten mit Dysplasie der Kniescheibe zur Verfügung. Im Einzelfall sind die Therapiemöglichkeiten vom vorliegenden Fortschritt der Knorpelschädigungen abhängig.

Zerstörter Knorpel lässt sich nicht wiederaufbauen. Wenn die Dysplasie der Patella allerdings früh genug diagnostiziert wird, kann das Fortschreiten der Knorpelschädigungen unter Umständen aber eingeschränkt werden. Im Mittelpunkt der Therapie stehen somit Maßnahmen, die zum Erhalt des noch bestehenden Knorpels beitragen. Das betroffene Knie sollte zum Beispiel vor übertriebenen Belastungen geschützt werden.

In diesem Zusammenhang kann die Physiotherapie dem Patienten Strategien zur Belastungsreduktion vermitteln. In physiotherapeutischer Betreuung baut der Patient außerdem Muskeln auf, die rund um die Knie angesiedelt sind und somit dämpfend und stabilisierend auf die Kniescheibe wirken können. Eine konservative Therapie mit Schmerzmitteln kann die Schmerzen der Patienten lindern.

In Extremfällen findet in einem späteren Stadium ein operativer Ersatz der betroffenen Patella statt, um dem Patienten die Lauffähigkeit zu erhalten. Auch nach einer solchen Operation ist Physiotherapie unumgänglich.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Einer Kniescheibendysplasie lässt sich nicht vollumfänglich vorbeugen. Manche erworbenen Patelladysplasien sind die Folge aus Fehlstellungen oder Fehlhaltungen. Dieser Art der Dysplasien lässt sich durch Training vorbeugen.

Bücher über Knieschmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: