Nagelfalzentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. August 2017
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Schöne Hände zu haben, ist nicht nur ein Schönheitsideal, sondern hat auch einen nicht zu unterschätzenden gesundheitsrelevanten Aspekt. Die Folge unzureichender Hygiene bzw. fehlender Sorgfalt kann eine schmerzhafte Nagelfalzentzündung sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nagelfalzentzündung?

Der Nagelfalz ist der Bereich des Fingers, der den Zwischenraum zwischen Nagel und der anliegenden Haut darstellt. Aufgrund des permanenten Kontakts der Finger mit Gegenständen liegt die Gefahr einer Entzündung besonders hoch, die unter dem Oberbegriff der Nagelfalzentzündung zusammengefasst wird.

Hierbei entzündet sich der Nagelfalz, was unterschiedliche Gründe haben kann, aber oftmals darauf zurückzuführen ist, dass der Betroffene mit seinen Händen, genauer genommen mit seinen Fingern mit Krankheitserregern kontaminierte Gegenstände berührt hat.

Der direkte Kontakt der Hände mit solchen Erregern zählt als die Hauptursache einer Nagelfalzentzündung. Unterschieden wird hinsichtlich der Zahl an Rezidiven, dem Wiederauftreten von Symptomen nach einer erfolgreichen Behandlung, zwischen der akuten und der chronischen Nagelfalzentzündung.

Ursachen

Als mögliche Erreger einer Nagelfalzentzündung kommen alle Erreger in Betracht, die sonst auch für Infektionen der Haut verantwortlich sind. Bei der akuten Nagelfalzentzündung spielen oftmals Staphylokokken eine Rolle. Sie sind mit Abstand am häufigsten für akute Nagelfalzentzündung verantwortlich.

Bei der chronischen Nagelfalzentzündung dagegen spielen sie eher eine untergeordnete Rolle; Hauptaugenmerk liegt hier vielmehr auf Hefepilze. Gerade weil Pilze deutlich schwerer zu bekämpfen sind als Staphylokokken und deshalb das Krankheitsbild immer wieder aufflammen lassen, gehen Ärzte bei chronischen Nagelfalzentzündungen zuerst von einer Hefeinfektion aus.

Unabhängig davon, ob es sich vorliegend um eine bakterielle oder hefepilzbedingte Infektion handelt: Zu einer Infektion kommt es nicht allein durch den Kontakt mit dem Erreger. Erst wenn die Hautbarriere, bestehend aus der erregerfeindlichen Hautflora, beeinträchtigt ist oder Hautläsionen vorliegen, können die Erreger in den Körper gelangen und letztlich eine Entzündung auslösen.

Ferner spielt auch ein schwaches Immunsystem eine tragende Rolle, ob der einfache Kontakt mit entsprechenden Erregern auch zum Ausbruch einer Nagelfalzentzündung führen kann.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Nagel und Nagelfalz sind geschwollen und gerötet
  • bei Druck kann Eiter oder eitrige Flüssigkeit herauskommen
  • meist klopfende oder pochende Schmerzen

Diagnose & Verlauf

Wie bei allen Entzündungen auch reicht für erfahrende Ärzte bereits das klinische Bild der entzündeten Stelle, um eine Nagelfalzentzündung zu konstatieren. Nur bei Zweifelsfällen oder wenn eine vorangegangene Behandlung fehlgeschlagen ist, werden auf weiterführende Diagnosemaßnahmen zurückgegriffen.

Um den konkreten Erreger festzustellen, muss ein Abstrich von der entzündeten Stelle abgenommen werden, die histologisch untersucht wird. Dies ist insoweit relevant, als dass nicht jeder Erreger gleichermaßen auf das ein und dasselbe Antibiotikum anspricht. Die Kenntnis über den genauen Erreger erlaubt die Wahl eines entsprechenden Antibiotikums als Behandlungsmaßnahme gegen die Nagelfalzentzündung.

Komplikationen

Durch die Nagelfalzentzündung kommt es in erster Linie zu starken ästhetischen Beschwerden beim Betroffenen. Die meisten Menschen fühlen sich mit dieser Erkrankung nicht mehr schön und leiden dadurch auch nicht selten an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl oder weiterhin auch an Minderwertigkeitskomplexen. Auch soziale Beschwerden oder Depressionen können durch die Nagelfalzentzündung auftreten und die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern.

In vielen Fällen sind dabei die Nägel deutlich geschwollen und auch gerötet. Bei Druck kommt es zu sehr starken und pochenden Schmerzen, sodass der Patient in seinem Alltag durch die Erkrankung erheblich eingeschränkt ist. Auch das Ausführen von gewohnten Tätigkeiten ist für den Betroffenen in der Regel nicht mehr ohne Weiteres möglich.

Die Behandlung der Nagelfalzentzündung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Antibiotika. Dabei treten keine Komplikationen auf und es kommt zu einem positiven Krankheitsverlauf. Komplikationen treten in der Regel erst dann auf, wenn die Behandlung nicht frühzeitig beginnt und die Entzündung sich auch in andere Regionen der Hände und des Körpers ausbreitet. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Nagelfalzentzündung allerdings nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Wie bereits erwähnt, hängt es davon ab, um welchen Erreger es sich handelt. Bei der Mehrheit der Nagelfalzentzündungen, der akuten Nagelfalzentzündung, kommen Antibiotika zur Anwendung.

Die systemische Verabreichung verstreut den antibiotischen Wirkstoff über den gesamten Organismus und somit auch an nicht entzündeten Stellen, wo sich nichtsdestotrotz Erreger aufhalten könnten. Nach der sukzessiven Abtötung aller Erreger wird die Wundheilung dem Körper selbst überlassen. Bei chronischen Nagelfalzentzündungen, wo Hefepilze als häufigste Verursacher vorkommen, nützen Antibiotika nichts; es bedarf fungizider Mittel, also Mittel, die Pilze abtöten.

Sofern die Behandlung nicht rechtzeitig beginnt und sich die Entzündung immer weiter ausbreitet, kann es im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Nagelfalzentzündung chirurgisch behandelt werden muss. Dies ist allerdings nur in den seltensten Fällen einer Nagelfalzentzündung erforderlich, da die erhältlichen konventionellen Antibiotika und Fungizide effektiv genug sind, um mit ihnen selbst schwere Fälle einer Nagelfalzentzündung zu therapieren.

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Vorbeugung

Um es erst gar nicht zu einer Nagelfalzentzündung kommen zu lassen, sollten Verletzungen an den Händen bzw. Fingern vermieden werden, um so das Eindringen von Erregern in den Körper vorzubeugen.

Als mögliche "Einfallstore" kommen dabei nicht nur mechanische Verletzungen an den Händen in Betracht, sondern auch Aufweichungen. Vor allen Dingen diejenigen, die berufsbedingt mit ihren Händen in feuchten Orten arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko, sich eine Nagelfalzentzündung einzufangen.

Der Grund liegt darin, dass die feuchte Umgebung nicht nur die Haut aufweicht, sondern auch die Hautflora als Schutzfilm verdünnt. Im Übrigen gilt, dass die allgemeinen Regeln für eine Immunsystemstärkung eine Nagelfalzentzündung effektiv vorbeugen können, um selbst eingedrungene Erreger noch vor Ausbruch einer Nagelfalzentzündung abzutöten.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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