Methacholintest

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Vom sogenannten Metacholintest sollen vor allem mutmaßliche Asthmapatienten profitieren, für die sich auf anderem Weg bislang keine Diagnose sichern lässt. Der Provokationstest soll durch die Inhalation der Arzneisubstanz Metacholin eine Überreaktion der Lungen auslösen und die Diagnose auf diese Weise sichern. Da es im Testverlauf zu Asthmaanfällen kommen kann, darf der Test nur von geschultem Fachpersonal in einem dazu vorgesehenen Labor durchgeführt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Metacholintest?

Der Metacholintest ist auch Metacholin-Provokationstest bekannt. Es handelt sich dabei um einen weit verbreiteten, pharmakologischen Allergietest, der inhalativ durchgeführt wird und als äußerst sensibel, dafür aber auch relativ unspezifisch gilt.

Wie alle Provokationstests zur Allergie-Diagnostik zielt auch der Metacholin-Provokationstest darauf ab, einen Reiz auf eine bestimmte Substanz zu provozieren. Durch die Inhalation eines Medikaments soll bei dem Test so eine Überreaktion der Lungen initiiert werden. Dieses Verfahren findet meist dann Anwendung, wenn sich die Diagnose Asthma bronchiale auf anderem Wege nicht sichern lässt. Für den Test werden 33 Milligramm Methacholinchlorid in einer Lösung mit den Hilfsstoffen Dinatriumhydrogenphosphat-2-Wasser und Natriumdihydrogenphosphat-1-Wasser verabreicht, was eine Verengung des Lungenapparats auslösen soll.

Funktion, Wirkung & Ziele

Metacholintests finden in der Allergologie sowie Pneumologie zur Diagnostizierung von Asthma bronchiale Einsatz. Die Ursache für diese Form von Asthma ist ein übersensibler Bronchialraum, der auf Reize mit Atemnot oder Hustenanfällen reagiert. Die Überempfindlichkeit des Bronchialsystems wird beim Metacholintest über die Inhalation der Arzneisubstanz Metacholin eingeschätzt. Metacholin ist ein Muskarinrezeptor-Agonist.

Dabei handelt es sich um ein direktes Parasympathomimetikum, das in den Bronchien eine Verengung hervorruft. Sowohl bei Asthmapatienten, als auch Patienten mit einer chronischen Entzündung löst die Inhalation des Arzneimittels eine deutlich stärkere Reaktion aus, als es bei gesunden Lungen der Fall wäre. Vor dem Test klärt der Arzt meist die Anamnese ab und führt einen allgemeinen Lungenfunktionstest durch. Oft veranlasst er vorab auch spezielle Allergietests, um eine Allergie als Ursache für die Atembeschwerden des Patienten auszuschließen.

Da sich auch die Atemwegserkrankung COPD als Atemnot äußert und eine Abgrenzung zum Asthma auf andere Weise oft nicht möglich ist, finden zusätzlich häufig auch Inhalationstests mit Arzneimitteln wie Steroiden statt, die bei Asthmatikern eine starken Verbesserung aller Symptome, bei COPD-Patienten dagegen in der Regel keinerlei Verbesserung erwarten lassen. Nach diesen Voruntersuchungen und Vorabtests sucht der Patient bei Verdacht auf Asthma in den meisten Fällen ein darauf spezialisiertes Kliniklabor auf, wo der Metacholintest durchgeführt wird. Ein spezielles Gerät zeichnet vorab die Lungenfunktion im Ruhezustand auf.

Der Metacholintest ist ein Provokationstest und findet meist dann Anwendung, wenn sich die Diagnose Asthma bronchiale auf anderem Wege nicht sichern lässt.

Diese Lungenfunktionsprüfung findet in einer druckstabilen Kabine aus Glas statt und gibt Aufschluss über die allgemeine Konstitution der Bronchien. Eine Reihe anderer Atemwegserkrankungen lassen sich im Zuge dieser Aufzeichnungen ausschließen oder diagnostizieren. Bei weiterhin bestehendem Verdacht auf Asthma bronchiale erfolgt danach die erste Inhalation des Metacholins, die der Ermittlung eines Leerwerts dienen soll. Diese Inhalation findet zunächst über eine Trägerlösung statt. Nach dieser ersten Leerwertermittlung kann der Test bereits abgeschlossen sein, falls der Patient extreme Reaktionen gezeigt hat.

Ist das nicht der Fall, so schließt sich an die Leerwertermittlung eine stufenweise und über Vernebler durchgeführte Inhalation von Metacholin in ansteigender Dosierung an. Nach jeder der fünf Stufen werden Daten erhoben und in eine Dosis-Wirkungskurve eingetragen. Über Spirometrie wird vor allem der Atemwegswiderstand beobachtet, dessen Veränderungen über den Testverlauf hinweg die Diagnose sichern oder ausschließen soll.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Der Metacholintest ist nicht ganz ungefährlich und ist gerade für Asthmatiker mit einer Reihe von Gefahren verbunden, die im Labor aber gut kontrolliert werden können. Häufig löst der Metacholintest zum Beispiel einen Asthmaanfall aus.

Dieser Anfall kann verschiedener Schwere sein und erfordert die Anwesenheit von geschultem Personal, das im Fachlabor natürlich vorhanden ist. Der Test sollte aus diesen Gründen allerdings nur und ausschließlich in den dazu vorgesehenen Labors mit Fachpersonal durchgeführt werden, da der Patient sonst seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzt. In jedem Speziallabor zur Werterhebung der Lungenfunktion ist die Versorgung mit Sauerstoff bei Atembeschwerden gewährleistet und Notärzte stehen auf Abruf zum Einsatz bereit. Nach Abschluss des Tests erhält der Patient außerdem ein Gegenmittel zur Beruhigung der Lungen. Ohne diese kontrollierten Bedingungen sind die Risiken für den Patienten zu hoch.

Auch abgesehen von diesen hohen Risiken und Nebenwirkungen birgt der Test einige Schwierigkeiten. Das Provokationsverfahren ist zwar ein äußerst sensitiver Test, aber alle Menschen reagieren ab einer bestimmten Dosis Metacholin mit einer Verengung der Lunge. Der Mittelwert für diese Dosierung liegt bei etwa 2,9 Milligramm des Arzneimittels. Damit heißt eine Reaktion auf die Inhalation noch nicht zwingend, dass der Patient tatsächlich an schwerem Asthma leidet. Dem Test mangelt es so gesehen trotz seiner hohen Sensitivität an Spezifität, was häufig als Kritikpunkt geäußert wird. Abgesehen von der natürlichen Verengung ab 2,9 Milligramm kann auch eine anderweitige Erkrankung der Bronchien zuweilen starke Reaktionen auf Metacholin geringerer Dosierungen auslösen, was den Test sogar noch unspezifischer macht. Trotzdem gehört der bronchiale Provokationstest mittlerweile fast immer zur Asthmadiagnostik dazu.

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Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K. (Hrsg.): Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009
  • Kroegel, C., Costabel, U.: Klinische Pneumologie – Das Referenzwerk für Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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