Kielbrust

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Die Begriffe Kielbrust oder Hühnerbrust bezeichnen eine deutlich sichtbare Hervorwölbung des Brustbeins. Nur in seltenen Fällen führt dies zu körperlichen Problemen, wie etwa Fehlhaltungen. Sehr häufig ist eine Kielbrust jedoch eine erhebliche psychische Belastung für Betroffene, sodass in vielen Fällen eine ärztliche Betreuung nötig ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kielbrust?

Bei der Kielbrust, gemeinhin auch als Hühnerbrust bezeichnet, handelt es sich um eine Verformung des Brustbeins, welches sichtbar nach vorne gewölbt ist. Auch die Rippenansätze am Brustbein können nach vor gewölbt sein.

Das Hauptproblem beim Vorliegen einer Kielbrust ist nicht medizinischer sondern psychologischer Art. Nur selten macht eine Hühnerbrust körperliche Beschwerden, führt jedoch häufig zu psychologischen Problemen, wie etwa mangelndem Selbstbewusstsein. Die psychologische Belastung ist vor allem in der Pubertät nicht selten erheblich und erfordert häufig ärztliche Hilfe.

Aufgrund der Kielbrust kann es zu Fehlhaltungen und falschen Bewegungsabläufen kommen, welche physiotherapeutisch betreut werden müssen. Eine kielförmige Vorwölbung des Brustbeins tritt öfter bei Jungen bzw. Männern als bei Frauen auf.

Ursachen

Nur in Ausnahmefällen wird ein Kind mit einer Kielbrust geboren. Typischerweise entwickelt sich diese erst ab bzw. nach dem zehnten Lebensjahr. Die genauen Ursachen für die Entwicklung einer Kielbrust sind noch unklar.

Es wird angenommen, dass es bei Betroffenen zu einer übermäßigen Wölbung des Brustbeines kommt, weil Knorpel, die an den Rippen liegen zu stark wachsen und das Brustbein zwingen sich nach vor zu wölben. Was genau die Ursache für das übermäßige Wachstum der Knorpel ist, muss noch geklärt werden. Es dürfte jedoch eine gewisse genetische Vorbelastung eine Rolle spielen.

So wurde von Ärzten beobachtet, dass es innerhalb von Familien gehäuft zum Auftreten von Verformungen der Brust kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Keilbrust ist also erhöht, wenn es bereits derartige Fälle in der Familie gibt.

Typische Symptome & Anzeichen

  • kielförmige Vorwölbung des Brustbeins nach vorn

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose einer Kielbrust wird durch die eingehende Betrachtung des Patienten gestellt; dies nennt man dann Blickdiagnose. Die Abweichung von der Norm ist direkt und ohne weitere Untersuchungen vom Arzt erkennbar. Häufig wird zur Diagnosestellung auch noch eine Röntgenaufnahme angefertigt.

Dies ermöglicht dem behandelnden Arzt die übermäßige Wölbung des Brustbeins sowie den Knorpelwachstumsfehler an den Rippen genauer zu betrachten. Die Röntgenaufnahme sichert die Blickdiagnose. Grundsätzlich ist eine Kielbrust keine Krankheit, da sie in aller Regel ohne körperliche Symptome verläuft. In manchen Fällen können Schmerzen im Brustbereich auftreten. Auch das Schlafen auf dem Bauch wird manchmal als unangenehm empfunden.

Nur in Ausnahmefällen, bei denen eine schwere Verformung des Brustbeines vorliegt, kommt es zu Einschränkungen der Lungenfunktion. Betroffene kommen dann schnell außer Atem und müssen bei körperlichen Tätigkeiten mehr Atempausen als gewöhnlich einlegen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es durch die Kielbrust nicht zu besonderen physischen Einschränkungen oder zu Einschränkungen der Gesundheit des Patienten. Allerdings kann sich die Kielbrust sehr negativ auf die Psyche des Betroffenen auswirken und dabei zu Beschwerden führen. In der Regel ist bei dieser Krankheit das Brustbein nach vorne gewölbt, was zu einer stark verringerten Ästhetik des Patienten führt.

Nicht selten kommt es dadurch beim Patienten zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder sogar zu Minderwertigkeitskomplexen. Auch Depressionen oder anderen psychische Belastungen können durch diese Krankheit auftreten. Weiterhin kann die Kielbrust zu Atembeschwerden führen, sodass die Betroffenen an einer erhöhten Atemfrequenz leiden. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt dadurch ab und gewisse Tätigkeiten können eventuell nicht mehr durchgeführt werden.

Auch sportliche Aktivitäten sind beim Patienten gegebenenfalls eingeschränkt. Eine Behandlung der Kielbrust erfolgt nur dann, wenn es tatsächlich zu Beschwerden kommt. Dabei können Teile der Rippen und des Brustbeins entfernt werden, sodass sich die Beschwerden reduzieren. Oftmals ist eine psychologische Behandlung notwendig, falls es zum Beispiel zu Hänseleien oder zu Mobbing kommt. Es kommt dabei in der Regel nicht zu weiteren Komplikationen.

Behandlung & Therapie

Da eine Kielbrust meist keine gesundheitlichen Beschwerden verursacht, muss diese nicht unbedingt behandelt werden. Fühlt sich der Patient subjektiv nicht eingeschränkt, dann liegt kein Grund für etwaige Therapien vor, da eine Keilbrust medizinisch gesehen harmlos ist.

Leidet ein Patient unter der Deformation seiner Brust und entwickelt Selbstwertprobleme, sollte psychologische oder psychotherapeutische Hilfe angeboten werden. Eine psychotherapeutische Betreuung hilft vor allem den Patienten, bei denen die Keilbrust nicht sehr stark ausgeprägt ist und daher eine Operation aufgrund der Risiken nicht empfehlenswert ist. Bei Kindern, die noch wachsen, kann die Therapie mit einer Pelotte, also einer Bandage, sehr vielversprechend sein und eine Operation ersetzen. Ein solches Vorgehen ist langwierig und oft unangenehm und nur bei entsprechender Motivation des Betroffenen erfolgversprechend.

Liegt eine starke Verformung des Brustbeins vor, kann dies durchaus auch zu gesundheitlichen Problemen, wie etwa Atemnot, führen. Darüber hinaus leiden Betroffene sehr oft unter ihrem Aussehen. Besonders Kinder und Jugendliche mit einer Kielbrust werden oft gehänselt, wodurch das ohnehin bereits angeschlagene Selbstbewusstsein zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen wird. In solchen Fällen ist eine Operation empfehlenswert.

Im Rahmen der Operation werden Teile des Brustbeins und der der Rippen entfernt. Nach dem Eingriff ist eine weitere Behandlung nötig, um die Lungenfunktion verbessern zu können.

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Vorbeugung

Erfolgsversprechende Maßnahmen zur Vorbeugung einer Kielbrust gibt es keine, da noch nicht klar ist, was die eigentliche Ursache für das übermäßige Wachstum der Rippenknorpel ist.

Das können Sie selbst tun

Je nach Ausprägung kann eine Kielbrust Selbstwertprobleme und andere seelische Leiden hervorrufen. Betroffene können dem entgegenwirken, indem sie offen mit der Fehlbildung umgehen und lernen, zu ihrem Körper zu stehen. Psychologische oder psychotherapeutische Hilfe unterstützt diesen Prozess und hilft vor allem Patienten, für die eine Operation nicht in Frage kommt. Weitere Maßnahmen beschränken sich darauf, die Kielbrust zu kaschieren. Meist genügt hierfür etwas weitere Kleidung und eine bewusste Anpassung der Körperhaltung.

Sollte die Kielbrust bereits eine sichtbare Fehlhaltung hervorgerufen haben, bedarf dies einer [Physiotherapie|physiotherapeutischen Behandlung]]. Bewusstes Gehen und Übungen aus dem Yoga oder der Krankengymnastik sind Möglichkeiten, die Fehlhaltung zuhause oder unterwegs zu korrigieren. Meist dauert es allerdings Monate oder sogar Jahre, bis die Haltung wieder normal ist. Zudem ist immer auch eine medikamentöse Therapie vonnöten, da eine Fehlhaltung in der Regel mit Schmerzen verbunden ist.

Die Kielbrust selbst kann langfristig nur durch einen operativen Eingriff korrigiert werden. Betroffene, die das Leiden chirurgisch behandeln lassen möchten, sollten sich frühzeitig um eine ärztliche Untersuchung bemühen und die notwendigen Schritte veranlassen.

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Quellen

  • Laux, G.; Möller, H.: Memorix Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Spornitz, U. M.: Anatomie und Physiologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2004

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