Keratoakanthom

Letzte Aktualisierung am 10. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Keratoakanthom

Bei einem Keratoakanthom handelt es sich um eine besondere Art von Tumor, der das Epithel der Haut betrifft. Ein Keratoakanthom bildet sich in einigen Fällen spontan wieder zurück. Der Ursprung des Tumors befindet sich in den Zellen der Haarfollikel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Keratoakanthom?

Ein Keratoakanthom ist im überwiegenden Teil der Fälle gutartig. Der Tumor wächst meist relativ schnell, wobei jedoch die Möglichkeit einer spontanen Rückbildung besteht. In der medizinischen Forschung herrscht bisher Uneinigkeit darüber, ob das Keratoakanthom eventuell eine spezielle Form des Plattenepithelkarzinoms darstellt.

In diesem Fall würde es sich um ein Plattenepithelkarzinom mit besonders guten Chancen auf Heilung handeln. Jedoch sind die Kriterien zur Differenzierung der beiden Erkrankungen nicht sehr deutlich, sodass nicht in jedem Fall eine exakte Diagnose möglich ist. Grundsätzlich treten Keratoakanthome vor allem bei älteren Personen auf. Besonders oft zeigen sie sich bei Menschen, die älter als 60 Jahre alt sind. Dabei erkranken männliche Personen öfter an Keratoakanthomen als weibliche.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Keratoakanthoms sind nach dem aktuellen Wissensstand der medizinischen Forschung noch nicht abschließend geklärt. Jedoch wird vermutet, dass eine übermäßige Bestrahlung der Haut mit UV-Licht eine Rolle bei der Bildung des Tumors spielt.

Darüber hinaus hat sich in Einzelfällen ein Zusammenhang zur Infektion mit HPV gezeigt. Grundsätzlich bilden sich Keratoakanthome im überwiegenden Teil der Fälle im fortgeschrittenen Alter. Dabei entstehen sie meist an solchen Hautstellen, die intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Keratoakanthome gehen mit diversen typischen Anzeichen und Symptomen einher. Grundsätzlich wächst der Tumor in der Regel in Form eines Knotens. Dabei geht er von den sogenannten Keratinozyten aus, die sich im Trichter des Haarfollikels befinden. In seiner Mitte entsteht ein Hornkegel, der auch als keratotischer Pfropf bezeichnet wird.

Um diesen Kegel herum befindet sich Epithelgewebe, das den Pfropf von allen Seiten umschließt. Prinzipiell weist ein Keratoakanthom eine relativ hohe Wachstumsgeschwindigkeit auf. Der Tumor zeigt sich typischerweise in der Form einer Halbkugel.

In einigen Fällen bilden sich in seiner Mitte Dellen oder Teleangiektasien. Dabei entsteht das Keratoakanthom im überwiegenden Teil der Fälle an stark sonnenexponierten Bereichen der Haut, wie zum Beispiel im Gesicht, an den Unterarmen und Händen sowie in der Nackengegend.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose eines Keratoakanthoms kommen verschiedene untersuchungstechnische Methoden zum Einsatz. Prinzipiell geben schon geringe Anzeichen eines Keratoakanthoms Anlass dazu, einen geeigneten Arzt aufzusuchen. Denn eine zeitige Diagnose und anschließende Behandlung wirken sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus.

Im ersten Schritt analysiert der behandelnde Arzt im Gespräch mit dem betroffenen Patienten dessen Krankengeschichte, was auch als Anamnese bezeichnet wird. Vorerkrankungen, genetische Veranlagungen und Merkmale des Lebensstils stehen dabei im Fokus. Im Anschluss daran werden klinische Untersuchungen durchgeführt.

Hierbei spielen insbesondere histopathologische Methoden eine wichtige Rolle. In der Histopathologie zeigen Keratoakanthome ein ähnliches Aussehen wie Plattenepithelkarzinome. Aus diesem Grund stufen zahlreiche Ärzte Keratoakanthome als eine harmlosere Form der Plattenepithelkarzinome ein.

Jedoch unterscheidet sich der histologische Befund bei den einzelnen Abschnitten des Tumors zum Teil stark. Daher ist es notwendig, den kompletten Tumor histologisch zu untersuchen und abzubilden. Im Rahmen von mikroskopischen Untersuchungen zeigt sich ein Krater, der über einen verhornten Pfropf verfügt.

Dieser Pfropf wird von sogenannten Stachelzellen umschlossen, die unter Umständen Hornperlen produzieren. Im Bereich der Dermis sind entzündliche Substanzen nachweisbar. Im Hinblick auf die Differenzialdiagnose sind Spinaliome, Basaliome sowie eine aktinische Keratose relevant.

Komplikationen

Beim Keratoakanthom kommt es in der Regel zu den gewöhnlichen Beschwerden und Risiken, die bei einer Krebserkrankung auftreten. In vielen Fällen können sich diese Tumore auch spontan zurückbilden, sodass keine Behandlung durch einen Arzt notwendig ist. Die Patienten leiden dabei am Wachstum von Knoten. Diese Knoten können dabei auch die Ästhetik des Patienten erheblich verringern und damit die Lebensqualität des Betroffenen einschränken.

Dabei kommt es auch nicht selten zu Depressionen oder zu anderen psychischen Beschwerden. Weiterhin leiden viele Betroffene an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem verringerten Selbstwertgefühl. Auch durch eine erhöhte Sonneneinstrahlung kann es zu starken Beschwerden an der Haut kommen, sodass sich der Betroffene in der Regel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen muss.

Sollte sich das Keratoakanthom selbst zurückbilden, treten keine weiteren Komplikationen auf. Auch die Lebenserwartung wird dabei nicht verringert. Allerdings können auch operative Eingriffe notwendig sein, um das Keratoakanthom chirurgisch zu entfernen. Auch hier kommt es meistens nicht zu weiteren Komplikationen. Nur selten bilden sich Narben aus. Betroffene sollten besonders gut auf ausreichend Sonnenschutz achten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Veränderungen des Hautbildes sollten grundsätzlich von einem Arzt untersucht und abgeklärt werden. Es können schwerwiegende Erkrankungen vorliegen, die ohne eine Behandlung zu einem tödlichen Verlauf führen können. Bilden sich Knoten oder Schwellungen auf der Haut, gilt das als Warnhinweis des Organismus, dem nachgegangen werden sollte. Nehmen vorhandene Beschwerden an Intensität zu oder breiten sie sich weiter aus, muss ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Keratoakanthom entwickeln sich Hornkegel auf der Haut, die medizinisch untersucht werden sollten.

Obgleich es bei der Erkrankung zu einer Spontanheilung kommen kann, muss ein Arztbesuch bei den ersten Anzeichen erfolgen. Zu groß ist das Risiko, dass die vorhandenen Hauttumore mutieren und einen bösartigen Krankheitsverlauf nehmen. Oftmals treten die Hautauffälligkeiten im Gesicht, an den Unterarmen oder in der Nackengegend auf. Stellt sich der optische Makel ein, ist ein Kontrollbesuch bei einem Arzt anzuraten.

Kommt es zusätzlich zu den körperlichen Veränderungen auch zu seelischen oder emotionalen Unregelmäßigkeiten, wird ebenfalls ein Arzt benötigt. Bei Angstzuständen, Verhaltensauffälligkeiten, einer anhaltenden gedrückten Stimmung oder Zwangshandlungen ist eine Rücksprache mit einem Therapeuten oder psychologisch geschulten Arzt zu empfehlen. Die Beschwerden können bei einer Manifestation zu einer psychischen Störung führen, die das allgemeine Wohlbefinden des Betroffenen weiter stark beeinträchtigt.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen der Therapie von Keratoakanthomen steht deren Entfernung im Vordergrund. Denn Keratoakanthome sind äußerlich kaum von Plattenepithelkarzinomen sowie einigen Arten von Basaliomen zu differenzieren. Da es sich dabei jedoch zum Teil um maligne Erkrankungen handelt, werden auch Keratoakanthome im überwiegenden Teil der Fälle rasch entfernt.

Zwar sind Keratoakanthome in der Lage, sich spontan zurückzubilden. Dennoch wird häufig nicht das Risiko einer bösartigen Veränderung oder Verwechslung des Tumors mit einer anderen Erkrankung eingegangen. Denn ein Keratoakanthom lässt sich kaum exakt von bestimmten Formen von Plattenepithelkarzinomen unterscheiden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich der Tumor bösartig entwickelt.

Nach der Entfernung des Keratoakanthoms wird das Gewebe histopathologisch untersucht. Wird ein Keratoakanthom im Gesicht oder im Naseninneren entfernt, kommt in der Regel die sogenannte Mohs-Chirurgie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine spezielle Technik, bei der nur sehr wenig Gewebe verloren geht und beschädigt wird. Der Schnittrand wird genauestens kontrolliert.

Vorbeugung

Da die genauen Ursachen für die Entstehung von Keratoakanthomen nach dem heutigen medizinischen Forschungsstand noch nicht vollkommen geklärt sind, sind bisher auch keine exakten Aussagen über wirkungsvolle Maßnahmen zur Vorbeugung der Tumoren möglich. Eine Vielzahl von Untersuchungen weist jedoch darauf hin, dass eine übermäßige Bestrahlung der Haut mit Sonnenlicht die Bildung von Keratoakanthomen begünstigen.

Aus diesem Grund stellt möglicherweise ein geeigneter Schutz der Haut vor Sonne in Form von Textilien und Sonnenschutzmitteln einen Ansatz zur Prävention von Keratoakanthomen dar. Darüber hinaus ist es wichtig, bei Anzeichen eines Keratoakanthomen einen Arzt zu konsultieren, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Das können Sie selbst tun

Ein Keratoakanthom bildet sich in manchen Fällen von alleine zurück. Ist dies nicht der Fall, muss der Tumor operativ entfernt werden. Die einzelnen Symptome werden in der Regel mittels konservativer Maßnahmen wie einer medikamentösen Behandlung gelindert. Die Patienten können begleitend dazu einige Maßnahmen ergreifen, um den Heilungsverlauf zu beschleunigen und ernste Komplikationen zu vermeiden.

Zunächst gilt es, den Bereich um den Tumor gut zu beobachten, um ein eventuelles Wachstum schnell feststellen zu können. Zudem muss regelmäßig ein Arzt konsultiert werden, der sicherstellen kann, dass das Keratoakanthom keine Metastasen bildet. Sollten Schmerzen auftreten, können die Betroffenen auf einige Mittel aus der Homöopathie zurückgreifen. Bewährt haben sich zum Beispiel das schmerzlindernde Belladonna und das entzündungshemmende Arnika, die in Form von Tabletten eingenommen oder als Salben und Lotionen aufgetragen werden können.

Nach einem operativen Eingriff gelten strikte Hygienemaßnahmen. Die Operationswunde muss gut gepflegt werden, um eine Infektion und andere Komplikationen zu verhindern. Begleitend dazu sollte sich der Patient für einige Tage schonen und regelmäßig den Arzt konsultieren. Im besten Fall heilt die Wunde ohne weitere Beschwerden aus und es bilden sich auch keine neuen Tumoren.

Bücher über Hautkrebs

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plötz, G., Ring, J., Hein, R.: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin 2012

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren: