Teleangiektasie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Täglich haben wir mit anderen Menschen zu tun. Ein gesundes Aussehen mit makelloser Haut ist da sehr von Vorteil. Doch was passiert, wenn sich unschöne Gefäßerweiterungen ausgerechnet im Gesicht breit machen? Hier spricht der Mediziner dann von einer Teleangiektasie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Teleangiektasie?

Eine Teleangiektasie ist ein erweitertes Blutgefäß kurz unter der Hautoberfläche. Die Blutgefäße sind bei einer Teleangiektasie mit dem bloßen Auge sehr gut sichtbar.

Vorrangig treten Teleangiektasien im Gesicht auf, aber auch andere Stellen im Körper können davon betroffen sein. Eine Teleangiektasie im Gesicht nennt man Couperose. Im Beinbereich sind Teleangiektasien besser bekannt als sogenannte Besenreiser.

Beide Formen sind jedoch harmlos. Eine Teleangiektasie bildet sich allerdings nicht von allein zurück. Einmal aufgetreten, sind Teleangiektasien irreversibel. Frauen sind von einer Teleangiektasie ebenso betroffen wie Männer.

Ursachen

Die Ursachen für das Entstehen einer Teleangiektasie sind vielfältig. Es steht fest, dass eine erbliche Belastung zugrunde liegt. Haben Verwandte ersten Grades vermehrt Teleangiektasien, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu leiden.

Teleangiektasie treten in der Regel im Erwachsenenalter auf. Der Grund: Mit zunehmendem Alter verliert auch das Bindegewebe an Kraft. Die unter der Haut liegenden Kapillaren besitzen keinen Halt mehr und werden sichtbar. Manchmal entstehen Teleangiektasien auch als Folge einer Leberzirrhose auf. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann zu erweiterten Blutgefäßen führen.

Bekannt ist in diesem Falle die rote, knollige Nase. In seltenen Fällen kann eine Teleangiektasie auch das Anzeichen für eine Tumorerkrankung der Haut sein. Wird das Medikament Kortison über einen längeren Zeitraum als Salbe auf die Haut aufgetragen, kann es zu unschönen Teleangiektasien führen. Ausgedehnte Sonnenbäder, fettreiche Ernährung sowie zu viel Kaffee können das Entstehen einer Teleangiektasie ebenfalls fördern.

Typische Symptome & Anzeichen

  • kleine, rötliche, erweiterte Kapillargefäße der Haut, meist im Gesicht

Diagnose & Verlauf

Teleangiektasien sind weit verbreitet und in der Regel harmlos. Daher kann die Diagnose Teleangiektasie jeder selbst zu Hause vor dem Spiegel stellen.

Lediglich die Ursachen einer Teleangiektasie sollte in einigen Fällen ein Facharzt beurteilen. Diese Fälle liegen dann vor, wenn die sichtbaren Gefäßerweiterungen sehr früh und zahlreich auftreten. Dann besteht die Gefahr, dass Teleangiektasien zu einem chronischen Blutverlust führen können. Auch bei einem Verdacht auf eine Grunderkrankung (Leberzirrhose, Alkoholismus) muss ein Arzt konsultiert werden.

Treten Teleangiektasien im Magen-Darm-Trakt auf, handelt es sich jedoch nicht mehr um ein kosmetisches Problem. Ernsthafte Blutungen sind möglich. Teleangiektasien beginnen meistens zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Sie nehmen mit fortschreitendem Alter zu.

Komplikationen

Aufgrund der Teleangiektasie leiden die Betroffenen an sehr starken ästhetischen Beschwerden. Da diese vor allem im Gesicht auftreten, fühlen sich die meisten Patienten mit den Symptomen sehr unwohl und leiden dabei an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl oder auch an Minderwertigkeitskomplexen. Häufig kommt es dadurch auch zur Ausbildung von psychischen Verstimmungen oder auch Depressionen.

Die Lebensqualität der Betroffenen wird aufgrund der Teleangiektasie erheblich eingeschränkt und verringert. Die Patienten leiden dabei an einer Erweiterung der Gefäße, sodass diese im Gesicht durch eine rötliche Farbe sichtbar werden. Weiterhin kann es dabei auch zu Blutungen kommen. Die Teleangiektasie kann allerdings auch im Darm auftreten und auch zdort zu Blutungen führen. In der Regel machen sich diese an einem mutigen Stuhlgang bemerkbar.

Komplikationen treten allerdings erst dann auf, wenn die Beschwerden sehr häufig auftreten. Sie zeigen dann in der Regel auf eine andere Grunderkrankung. Aus diesem Grund findet die Behandlung in Abhängigkeit der zugrundeliegenden Erkrankung statt. Ob es dabei zu einem vollständig positiven Verlauf kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden. Weiterhin kann die Teleangiektasie auch zur Ausbildung von Narben führen, wenn sie nicht richtig behandelt wird.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Teleangiektasie gehört immer in medizinische Hände. So kann bei den harmlosen Varianten der Teleangiektasie ein intensiver Lichtimpuls auf die betroffene Hautstelle gelenkt werden.

Durch diese intensive Wärmeeinstrahlung gerinnt das Blut an den Enden der stark erweiterten Gefäße. Diese Gefäße sinken dadurch in tiefere Hautschichten zurück. Sie können nun mit dem bloßen Auge nicht mehr gesehen werden. Diese sichtbare Verbesserung der Haut tritt sehr schnell nach der Behandlung ein. Das Verfahren ist unter dem Namen ILP-2-Behandlung in Fachkreisen bekannt.

Auch eine Mikrodermabrasion-Behandlung kann bei einer Teleangiektasie eingesetzt werden. Hierbei werden abgestorbene Hautzellen entfernt und der Haut neue Nährstoffe zugeführt. Das Ziel: Der natürliche Erneuerungsprozess der Haut soll angeregt werden. Blutschwämmchen und Besenreiser können mit herkömmlichen Laserbehandlungen entfernt werden. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass diese Laser aggressiver sind als die ILP-2-Behandlung. A

us diesem Grunde können weiße Narben zurückbleiben. Ein Eingriff sollte daher gut überlegt werden. Ist eine Teleangiektasie die Folge einer schwerwiegenden Erkrankung, steht natürlich die Behandlung dieser ursächlichen Erkrankung im Vordergrund. Erst dann sollte eine kosmetische Behandlung erwogen werden.

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Vorbeugung

Bei Teleangiektasie sollte frühzeitig mit der Vorbeugung begonnen werden. Es ist sinnvoll, mittels guter Kosmetika der Hautalterung vorzubeugen. Wichtig sind auch eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker sowie genügend Bewegung an der frischen Luft. Empfehlenswert ist der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und auf übermäßige Sonnenbäder. Mit diesen Maßnahmen lässt sich eine Teleangiektasie nicht immer vermeiden, auf alle Fälle kann ihr Beginn verschoben werden.

Bücher über Besenreiser

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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