Hallux rigidus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Fußschmerzen werden sofort als bewegungseinschränkend empfunden. Ist der normale Abrollvorgang über die Großzehe längerfristig nicht schmerzfrei möglich, kann eine Arthrose wie der Hallux rigidus die Ursache sein. Diese Erkrankung trifft nicht nur ältere Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hallux rigidus?

Als Hallux rigidus wird die Arthrose des Grundgelenks der großen Zehe bezeichnet. Die Erkrankung tritt zunächst mit Schmerzen und einer gut sichtbaren Umfangserweiterung am Ballen auf und kann schleichend zur Versteifung des Gelenks führen.

Kennzeichnend ist dabei die Bewegungseinschränkung der Großzehe. Der Hallux rigidus zeigt sich meist nur an einem Fuß und kommt unabhängig vom Lebensalter vor, jedoch häufiger bei Männern als bei Frauen. Je nach der Schwere der Erkrankung werden beim Hallux rigidus vier Stadien unterschieden, die sich durch eine Zunahme der Schmerzen und der Bewegungseinschränkung darstellen.

Ursachen

Eine Ursache für das Auftreten eines Hallux rigidus kann meist nicht gefunden werden. Eine erbliche Vorbelastung sowie kleine Verletzungen am Zehengrundgelenk können eine mögliche Ursache sein. Ebenfalls können Fehlbelastungen oder Überbelastungen eine Rolle spielen.

Bei Patienten mit Gicht tritt in der Folge öfter ein Hallux rigidus auf, da sich bei ihnen das Längsgewölbe des Fußes abflacht und der Fuß dadurch nach innen geknickt wird. Es kommt dadurch zu einer Fehlbelastung des Grundgelenks der Großzehe und damit zum Hallux rigidus.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose des Hallux rigidus kann der Arzt anhand einer Untersuchung und der Krankengeschichte des Patienten stellen. Um die Schwere der Erkrankung zu ermitteln, werden Röntgenbilder angefertigt. Beim Hallux rigidus 1. Grades reduziert sich die Bewegungsfähigkeit der großen Zehe um 20 bis 50 Prozent und bei Belastungen zeigen sich bereits zeitweise Schmerzen.

Beim 2. Grad verringert sich die Bewegungsfähigkeit auf bis zu 75 Prozent mit starken Schmerzen. Der Gelenkspalt ist auf dem Röntgenbild verkleinert dargestellt. Der 3. Grad ist von einer weiteren Bewegungseinschränkung gekennzeichnet, wobei sich die Großzehe nicht mehr nach oben bewegen lässt. Die Patienten leiden unter ständigen Schmerzen, die sich beim Gehen noch verschlimmern. Der Gelenkspalt ist beinahe nicht mehr vorhanden.

Beim Hallux rigidus 4. Grades besteht eine vollständige Bewegungsunfähigkeit des Grundgelenks. Die Schmerzen sind sehr stark und nehmen unter der Belastung des Fußes noch zu. Das Röntgenbild zeigt bei der schlimmsten Form des Hallux ridigus keinen vorhandenen Gelenkspalt mehr.

Komplikationen

Durch den Hallux rigidus kommt es in den meisten Fällen zu starken Schmerzen im Fuß. Durch diese Schmerzen kommt es vor allem zu Bewegungseinschränkungen. Ein gewöhnliches Laufen, Gehen und Stehen ist in der Regel nicht mehr möglich. Ebenso sind sportliche Aktivitäten für den Betroffenen nicht mehr durchführbar. Durch die Bewegungseinschränkungen und die dauerhaften Schmerzen kommt es nicht selten zu Depressionen und anderen psychischen Beschwerden.

Unter Umständen kann sich auch eine Reizbarkeit oder eine Aggressivität beim Patienten ausbilden. Der Fuß wird durch den Hallux rigidus fehlbelastet, sodass sich die Beschwerden in der Regel nur noch verstärken, wenn keine Behandlung erfolgt. Der Patient ist durch die Krankheit in seinem Alltag stark eingeschränkt und kann verschiedene Tätigkeiten nicht mehr ohne Weiteres durchführen. Dadurch kommt es zu einer starken Verringerung der Lebensqualität.

Die Behandlung des Hallux rigidus führt nicht zu weiteren Komplikationen. Sie findet mit Hilfe von Medikamenten oder operativen Eingriffen statt und führt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. In einigen Fällen muss ein Teil der großen Zehe entfernt werden. Die Lebenserwartung wird durch den Hallux rigidus nicht beeinflusst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da es durch Hallux rigidus zu starken Schmerzen kommt, ist eine Untersuchung und eine Behandlung durch einen Arzt unumgänglich. Weitere Komplikationen können dadurch vermieden werden. In der Regel ist der Arzt bei Hallux rigidus dann aufzusuchen, wenn es durch die Erkrankung zu starken Einschränkungen am großen Zeh kommt. Dabei schmerzt der Zeh, wobei sich die Schmerzen selbst auch in den gesamten Fuß ausbreiten können. Auch eine Fehlbelastung des Fußes tritt durch Hallux rigidus auf, sodass der Betroffene häufig eine Fehlhaltung oder eine Schonhaltung einnehmen muss. Hinken oder Humpeln können ebenfalls auf die Krankheit hinweisen. Sollten die Beschwerden nicht durch einen Unfall zu erklären sein und über einen längeren Zeitraum auftreten, so ist der Besuch bei einem Arzt auf jeden Fall zu empfehlen.

Die Diagnose und Behandlung von Hallux rigidus kann bei einem Orthopäden oder bei einem Allgemeinarzt erfolgen. In der Regel werden die Beschwerden mit Hilfe von Einlagen gut gelindert. Besondere Komplikationen treten nicht auf.

Behandlung & Therapie

Abhängig vom Stadium des Hallux rigidus ergeben sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei Arthrosen 1. und 2. Grades stehen konservative Behandlungen im Vordergrund. Sie sollen die Schmerzen und die Schwellung lindern sowie die Beanspruchung des Gelenkes verringern. Dazu zählen entzündungshemmende Medikamente sowie Einlagen für die Schuhe.

Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Beweglichkeit des Gelenks zu verbessern. Der Gelenkverschleiß bildet sich dadurch jedoch nicht zurück. Zusätzlich sollten Patienten auf enge Schuhe verzichten. Schuhwerk mit viel Platz für die Zehen und den Ballen sind außerdem für orthopädische Einlagen geeignet. Bis zu einem Hallux rigidus 2. Grades kann ebenfalls eine operative Abtragung der Knochenvorsprünge erfolgen. Durch die Cheilektomie soll die Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt werden.

Die Auswahl des richtigen Operationsverfahrens richtet sich nach dem Alter und der Aktivität der Patienten. Bei jüngeren Patienten ist häufig die Arthrodese die OP der Wahl. Hier wird das Grundgelenk versteift. Ein schmerzfreies Abrollen ist anschließend wieder möglich, denn die Beweglichkeit im Zehenendgelenk bleibt erhalten. Eine Operation nach Keller-Brandes wird vornehmlich bei älteren Patienten durchgeführt, da ein Teil des Grundgliedes der großen Zehe entfernt wird und sich diese dadurch verkürzt.

Der Einsatz einer Gelenkprothese ist beim Hallux rigidus ebenfalls möglich. Die Haltbarkeit und die Belastbarkeit dieser Prothesen sind jedoch begrenzt, sodass Wechseloperationen notwendig werden.

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Vorbeugung

Für einen Hallux rigidus gibt es keine wirksame Vorbeugung. Fehlbelastungen und Überbelastungen sollten durch passendes Schuhwerk vermieden werden. Das gilt besonders für Läufer, aber auch für alle, die beruflich einer großen Belastung der Füße ausgesetzt sind, denn ein Hallux rigidus kann in jedem Lebensalter auftreten.

Das können Sie selbst tun

Da die Schmerzen bei einem bestehenden Hallux rigidus oftmals sehr stark ausgeprägt sind, nimmt die Schmerzbehandlung bei der Therapie einen großen Stellenwert ein. Zusätzlich zu Schmerztabletten kann der Betroffene zu frei verkäuflichen Schmerzsalben greifen. Auch Fußbäder, Wickel und wechselwarme Sitzbäder sind empfehlenswert.

Darüber hinaus ist es ausgesprochen wichtig, das betroffene Gelenk zu entlasten, um die entzündlichen Reaktionen zu hemmen. Auf körperliche Anstrengung und Sport ist also unbedingt zu verzichten. Stattdessen sollte der Fuß hoch gelagert und gegebenenfalls mithilfe von Kühlpackungen gekühlt werden, um das Abschwellen zu fördern und die Schmerzen zu lindern.

Gut sitzendes Schuhwerk ist bei Hallux rigidus ebenfalls sehr wichtig. Die Schuhe dürfen keinesfalls zu eng sein. Stattdessen sollten sie genügend Platz für die Zehen und Ballen bieten, um Druckstellen zu vermeiden. Zugleich muss jederzeit ausreichend Stabilität gewährleistet sein. Auch das Tragen von speziellen Einlagen ist in vielen Fällen erforderlich. Hier gilt: Wenn der Arzt Einlagen verordnet, müssen diese regelmäßig – das heißt täglich – getragen werden, um die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung zu erhöhen. Ist eine Physiotherapie erforderlich, muss der Patient auch hier tatkräftig mitwirken, damit sich schnell Besserung einstellt.

Bücher über Fußerkrankungen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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