HF-Chirurgie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Bei der Hochfrequenz-Chirurgie handelt es sich um ein operatives Verfahren zum schneiden von Gewebe, Koagulation von Gefäßen oder das Nekrotisieren verschiedener biologischer Strukturen. Die Methode hat viele Vorteile zu standardisierten Verfahren und wird meist erfolgreich in der Mikro- und Neurochirurgie, aber auch in der allgemeinen Chirurgie angewendet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die HF-Chirurgie?

Die Hochfrequenz-Chirurgie, auch bekannt unter dem Namen HF-Chirurgie, ist ein operatives Verfahren um gezielt Gewebe zu durchtrennen oder zu beschädigen. Durch die Anwendung von Wechselstrom in hoher Frequenz wird die dadurch erzeugte Energie in Wärme umgewandelt.

Durch die entstandene Wärme kann Gewebe geschnitten und biologische Strukturen nekrotisiert oder verödet werden. Das Verfahren der HF-Chirurgie wird mit einer hohen Frequenz ab 300.000 Hertz angewendet und hat daher auch ihren Namen. Der Sinn einer hohen Frequenz ist, durch den häufigen Wechsel der Flussrichtung die Nervenbahnen nur geringfügig zu irritieren. Bei niedriger Frequenz und den dadurch entstehenden geringen Wechsel der Flussrichtung, werden die Nervenbahnen stark gereizt. Es kann zu einem Stromschlag und somit zu Herzrhythmusstörungen oder einem akuten Herzstillstand kommen. Diese neuromuskuläre Reizwirkung wird auch faradischer Effekt genannt.

Während der Anwendung der Hochfrequenz-Chirurgie kommt es zu einem sogenannten elektrolytischen Effekt. Das bedeutet, dass es in den entsprechenden Gewebestrukturen zu einer Ionenverschiebung kommt. Durch den Wechselstrom bewegen sich die Ionen im Bereich der hohen Frequenz in einem erhöhten Tempo vor und zurück, es kommt zu Schwingungen der Ionen. Der dadurch entstehende thermischen Effekt macht sich der Chirurg zu nutze. Je nach Stromdichte, Einwirkungsdauer und Widerstand des Gewebes kommt es zu einer Koagulation oder Gewebedurchtrennung.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die HF- Chirurgie wird heute in fast allen Bereichen der Chirurgie angewendet. Bei vielen operativen Versorgungen wird durch diesen Eingriff das Schneiden und gleichzeitige Verschließen der Blutgefäße zum Vorteil genutzt. So können gezielte Schnitte durch Gewebestrukturen erfolgen, ohne das es zu einem erheblichen Blutverlust kommt.

Die häufigste Anwendung besteht in der Versorgung von Gefäßschädigungen, um diese mittels der sogenannten Koagulation zu verschließen und die auftretenden Blutungen zu stillen. Des Weiteren werden immer häufiger gutartige und bösartige Myome und Tumore devitalisiert und somit nekrotisiert. Das Anwendungsspektrum der Hochfrequenz-Chirurgie reicht von einem minimalinvasiven Eingriff bis hin zu einem großen Koagulationsschnitt.

Für die operative Versorgung durch die HF-Chirurgie bedarf es einem speziellen elektrochirurgischem Gerät. Dieses besteht aus einem Generator, welcher den Versorgungsstrom in hochfrequenten Wechselstrom umwandelt. Der Wechselstrom wird anschließend an ein spezielles Instrument mit einer Metallspitze oder Metallzange weitergeleitet. Dieser Metallaufsatz ist nichts anderes, als eine punktförmige Aktivelektrode. An der kleinen Aktivelektrode entsteht so eine hohe Energiekonzentration und kann an der Applikationsstelle den gewünschte elektrochirurgischen Effekt erzielen. Unter dem zu behandelnden Gewebe wird bei der Anwendung einer Metallspitze vollflächig eine sogenannte Neutral-Elektrode appliziert. Diese hat keine thermische Wirkung und dient dazu, den Stromkreis zu schließen.

Die Hochfrequenz-Chirurgie gliedert sich in zwei Methoden der Anwendungstechnik. Man unterscheidet die monopolare und die bipolare Technik. Diese beiden Techniken unterscheiden sich durch den Weg, den der elektrische Strom zur Neutral-Elektrode nimmt.

Bei der monopolaren Technik wird eine schmale Aktivelektrode als Aufsatz verwendet, so entsteht eine erhöhte Wechselstromkonzentration und somit eine erhöhte thermische Wirkung. Die Neutral-Elektrode wird großflächig unter dem Operationsgebiet appliziert. Diese Methode wird zum schneiden und koagulieren von Gewebestrukturen verwendet. Im Vergleich zum Schnitt mit einem Skalpell hat diese Technik den Vorteil, dass es nicht zu starken Blutungen kommt. Das umliegende Gewebe wird geschont und eine Keimverschleppung wird verhindert.

Die HF- Chirurgie wird heute in fast allen Bereichen der Chirurgie angewendet. Bei vielen operativen Versorgungen wird durch diesen Eingriff das Schneiden und gleichzeitige Verschließen der Blutgefäße zum Vorteil genutzt.

Bei der bipolaren Technik verwendet der Chirurg zweipolige Elektroden. Der Metallaufsatz ist wie eine Zange entwickelt und gliedert sich in zwei metallische Enden. Die Zang besteht so aus einer Aktivelektrode und einer Neutral-Elektrode. Eine separate Neutral-Elektrode wird hier nicht benötigt. Durch die Anwendung dieser Metallspitzen haben beide Pole Kontakt zum Operationsgebiet. Diese Technik wird meist in der Neuro- und Mikrochirurgie angewendet, um die thermische Wirkung zur Koagulation und somit das Verschließen von Gefäßen zu nutzen.

Bei der Anwendung der Hochfrequenz-Chirurgie sollte immer bedacht werden, das die unterschiedlichen biologischen Strukturen auch unterschiedliche Widerstandskräfte haben. Bei Blut ist dies beispielsweise 0,16 x 10 Ohmmeter, im Vergleich dazu sind es beim Fettgewebe 3,3 x 10 Ohmmeter. Um die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten, ist zu beachten, dass dieser trocken und isoliert gelagert ist, das keine Berührung zu einem geerdeten Gerät und kein Hautkontakt zum Arzt oder Assistenten besteht. Der Operateur sollte während des Eingriffs spezielle Handschuhe tragen

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Hält der Operateur während der Anwendung der Hochfrequenz-Chirurgie alle vorgegebenen Sicherheits- und Hygienestandards ein, so ist dies eine sehr sichere Operationsmethode.

Wird beispielsweise die Neutral-Elektrode vergessen oder falsch angelegt, kann es zu starken Verbrennungen kommen. Der Strom wird dann nicht zum Generator zurück, sondern über den Operationstisch oder andere geerdete Geräte abgeleitet. Kommt es zu Verbrennungen am Patienten, unterscheidet man endogene, exogene und Pseudoverbrennungen. Endogene Verbrennungen entstehen bei einer zu hohen Stromdichte im Gewebe. Das kann beispielsweise passieren, wenn der Patient zu leitfähigen und geerdeten Gerätschaften während des Verfahrens kontakt hat.

Exogene Verbrennungen hingegen entstehen durch die Verbrennung von Flüssigkeiten oder Gasen. Das kann zu kleinen Explosionen und somit Verbrennungen führen. Ursache für diese Explosionen können Hautdesinfektionsmittel oder auch Narkosegase sein. Von einer pseudo-Verbrennung spricht man, wenn weder die Ursache einer endogenen- noch einer exogenen Verbrennung vorliegt.

Des Weiteren sollte beachtet werden, dass Herzschrittmacher durch die Anwendung der HF-Chirurgie beschädigt werden können. Daher sollte hier das Risiko abgewogen und gegebenenfalls ein Internist hinzugezogen werden.

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Quellen

  • Bleese, N., Mommsen, U., Schumpelick, V.: Kurzlehrbuch Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Jauch, K. et al.: Chirurgie Basisweiterbildung. Springer, Berlin 2013
  • Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

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