Genetische und verschleißbedingte Tierkrankheiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Wie beim Menschen auch, können Erkrankungen bei Haustieren genetisch bedingt oder auf Verschleißerscheinungen zurückzuführen sein. Arthrose, Hüftdysplasie, aber auch Hyphertone Cardiomyopathie zählen unter anderem zu diesen Tiererkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Arthrose

Gelenke verschleißen im Laufe des Lebens. Von Arthrose wird gesprochen, wenn der Gelenkverschleiß über den normalen, zu erwarteten Verschleiß hinausgeht. Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere können unter Arthrose leiden. So sind vor allem Hunde und Katzen, jedoch auch Kaninchen oder Meerschweinen von dem krankhaften Verschleiß der Gelenke betroffen.

Leidet ein Tier unter Arthrose, verformen sich die Gelenke über einen langen Zeitraum. Dies geht mit dem Verschleiß der Knorpel einher und oft verkleinert sich auch die Gelenkkapsel. Auch die Entstehung knochenartiger Zubildungen ist, bedingt durch die ungesunde Belastung, nicht ausgeschlossen. Diese können durch verdickte Knie, Ellenbogen, Schultern und Hüften erkannt werden.

Wie dem Ratgeber „Knochenerkrankungen beim Hund“ zu entnehmen ist, sind vor allem ältere Hunde von dieser Erkrankung betroffen. Doch auch ungesunde Belastung, in Folge falsch verheilter Knochenbrüche oder eine Verletzung des Kreuzbandes können die Entstehung von Arthrose begünstigen.

Auch Haustiere können von genetischen oder verschleißbedingten Erkrankungen betroffen sein.

Auch Katzen oder Meerschweinchen leiden vor allem im Alter an Arthrose. Unter meerschweinchen-ratgeber.de ist zudem nachzulesen, dass Arthrose auch genetisch bedingt sein kann und das Übergewicht oder Mangelernährung ihre Entstehung ebenfalls begünstigen. Leider ist Arthrose nicht heilbar und Tierhalter können nur versuchen, die Symptome der Erkrankung, zum Beispiel mit Hilfe von Wärme, zu lindern.

Spondylose

Spondylose bezeichnet eine fortschreitende Versteifung der Wirbelsäule, die auf eine degenerative Veränderung der Wirbel zurückzuführen ist. Ursache dafür ist der Verschleiß der Gelenkbänder und Bandscheiben, wodurch ein Flexibilitätsverlust entsteht. Daraufhin bildet der Körper des Tieres sogenannte Spondylophyten, also kleine Auswüchse an den Wirbelkörpern, aus.

Diese Auswüchse verbinden dann mehrere Wirbel miteinander, was dazu führt, dass die Beweglichkeit der Wirbelsäule abnimmt. Vor allem Hunde und Katzen sind von dieser Knochenerkrankung betroffen. Je mehr Wirbel in Mitleidenschaft gezogen werden, desto steifer wird die Wirbelsäule. Betroffene Tiere liegen viel oder machen beim Laufen einen hohen gekrümmten Rücken. Auch das Lahmen des Hundes beziehungsweise der Katze kann ein Anzeichen sein.

Hüftdysplasie

Im Gegensatz zur Arthrose, die grundsätzlich den ganzen Körper betreffen kann, handelt es sich bei der Hüftdysplasie um eine Fehlstellung im Bereich der Hüfte beziehungsweise des Beckens. Eine Hüftdysplasie entsteht dann, wenn die Gelenkpfanne nicht tief genug sitzt, sodass der Hüftkopf keinen richtigen Halt findet.

Auch hier sind wieder schmerzhafte Knochenzubildungen die Folge. Wie bei den anderen Verschleißerkrankungen sind auch bei der Hüftdysplasie vor allem ältere Haustiere betroffen. Wird bei jungen Hunde und Katzen eine Hüftdysplasie diagnostiziert, ist diese meist genetisch bedingt und nicht auf den Verschleiß zurückzuführen.

Bei Hunden, die die Veranlagung einer Hüftdysplasie in sich tragen, kann Futter, welches ein schnelles Wachstum fördert, auch die Entstehung der Erkrankung begünstigen. Nicht nur große Hunde und Katzen, auch kleinere Rassen können von dieser Erkrankung betroffen sein. Liegt das Tier viel herum, spielt nicht und ermüdet schnell, sollte ein Veterinärmediziner aufgesucht werden.

Bandscheibenvorfall

Dackel sind aufgrund ihres Körperbaus besonders anfällig für Bandscheibenvorfälle.

Genau wie beim Menschen kann eine ruckartige Bewegung auch beim Haustier ausreichen, um einen Bandscheibenvorfall auszulösen. Auch hier sind vor allem Hunde, häufig jedoch auch Katzen betroffen. Verweigert das Tier das Treppensteigen oder lässt sich nicht mehr über den Rücken streicheln, kann dies ein Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall sein. Insbesondere Hunderassen, die aus Zuchtgründen über einen langen Rücken, kurze Beine und einen großen Kopf verfügen, erleiden häufig Bandscheibenvorfälle. Da darunter auch Dackel zählen, wir der Bandscheibenvorfall beim Hund auch als Dackellähme bezeichnet.

Ein Bandscheibenvorfall, egal, ob beim Mensch oder beim Tier, entsteht, indem die Gallertmasse zwischen den Wirbeln hervortritt oder sich komplett herauslöst. Eine Operation kann in einigen Fällen das Leiden des Tieres lindern. Je nach Umfang der OP kann es allerdings auch sein, dass das Tier im Anschluss an den Eingriff starke Schmerzen hat und sogar das Laufen neu erlernen muss.

Gangliodose

Bei Gangliodosen handelt es sich um degenerative, tödlich verlaufende neurobiologische Erkrankungen, von denen bestimmte Katzenrassen betroffen sein können und welche genetisch bedingt sind. Verursacht wird Gangliodose durch eine abnorme Häufung von Lipiden im zentralen und peripheren Nervensystem. Es wird zwischen zwei Formen der Gangliodose unterschieden, nämlich GM1 und GM2. Von GM1 betroffen sein können Korat- und Siamkatzen und das Auftreten von GM2 ist bei den Rassen Korat und Burma möglich.

HCM – Hypertrophe Cardiomyopathie

Katzen sind häufiger von HCM betroffen als Hunde.

HCM steht für Hypertrophe Cardiomyopathie und ist eine Erkrankung des Herzens. Während Katzen häufig an HCM leiden, kommt sie bei Hunden eher selten vor. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine krankhafte Verdickung des Herzmuskels nach innen.

HCM kann erblich bedingt sein, dies belegen zumindest US-amerikanische Studien an Maine Coon Katzen. Die ersten Symptome zeigen sich in der Regel zwischen dem neunten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr. Von HCM betroffene Tiere sind nur wenig belastbar, haben oft Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge, welche zu Atemnot führen können und teilweise sind Lähmungen zu beobachten. Zwar ist diese Erkrankung nicht heilbar, jedoch kann das Leiden der betroffenen Tiere durch die Gabe bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel ACE-Hemmer, gelindert werden.

SMA – Spinale Muskelatrophie

SMA ist eine Erkrankung der Nervenzellen, welche die Muskulatur beeinträchtigt. Von Spinaler Muskelatrophie können Katzen sowie Hunde betroffen sein. Die Krankheit ist der des Menschen (SMA III) sehr ähnlich.

SMA wird vererbt, allerdings müssen beide Elternteile je ein mutiertes Gen an ihren Nachwuchs weitergeben. Etwa im Alter von zwölf Wochen kann die Krankheit erkannt werden, die sich durch zunehmenden Muskelschwung äußert und dauerhaft zu einer Behinderung des Tieres führt.

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