Spondylose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Spondylose bezeichnet eine Reihe von Problemen mit der Wirbelsäule, die durch Verschleiß der Bandscheiben ausgelöst wird. Physiotherapie, Schmerzmittel oder chirurgische Eingriffe können die Symptome des Verschleißes lindern. Die meisten Menschen ab 65. haben eine Form der Spondylose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spondylose?

Spondylose ist ein allgemeiner Terminus für Probleme mit den Bandscheiben der Wirbelsäule, die meist mit dem ansteigenden Alter entstehen.

Wenn die Bandscheiben dehydrieren und schrumpfen, entstehen Knochensporne und andere Anzeichen von Osteoarthritis. Spondylose ist sehr verbreitet und verschlimmert sich mit ansteigendem Alter. Es wird vermutet, dass auch eine genetische Komponente mitschuldig ist, da sich in manchen Familien mehr Fälle von Spondylose zeigen als bei anderen.

Jedoch entwickeln mehr als 90 Prozent der Menschen über 65 einen gewissen Grad von Spondylose, der sich auf Röntgenaufnahmen zeigt. Viele Menschen bemerken allerdings keine ernsthaften Symptome der Spondylose. Falls diese dennoch auftreten, ist eine konservative Behandlung meist erfolgreich.

Ursachen

Im Laufe des Lebens verändert sich die Physik der Wirbelsäule des Menschen durch verschiedene Belastungen, die zur Spondylose führen können. Die Bandscheiben dienen als eine Art Puffer zwischen den Wirbeln.

Bei den meisten Menschen beginnt ab dem 40. Lebensjahr eine Schrumpfung und Dehydration der Bandscheiben. Dies führt zu vermehrten Knochenkontakt und Beschwerden. Schwächer werdende Bandscheiben können auch beschädigt werden, was oft zu einer Nervenreizung führt.

Die Schwächung der Bandscheiben kann ebenso zu einer fehlgeleiteten Reaktion des Körpers führen, die vermehrten Knochenwuchs zur Folge hat. Diese Knochensporne behindern die normale Bewegung der Wirbelsäule. Auch Bänder zwischen den Wirbeln können mit dem Alter steifer werden und die Bewegungsfreiheit einschränken, was ebenfalls sein häufiges Anzeichen von Spondylose ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Für eine Diagnose von Spondylose wird der Arzt in der Regel mit einer körperlichen Untersuchung beginnen. Hierbei steht die Beweglichkeit der Wirbelsäule im Fokus und ob bestimmte Bewegung Schmerzen oder Spannungen auslösen.

Auch Stärke und Reflexe der Muskulatur werden hier geprüft. Daraufhin folgt meist eine oder mehrere Verfahren zu Bildgebung. So können einfache Röntgenaufnahmen des Nackens zeigen, ob sich Verschiebungen oder Knochensporne entwickelt haben, die Fehlhaltungen, Druck oder Schmerzen bewirken. Eine Computertomografie bietet die Möglichkeit die Wirbelsäule aus vielen verschiedenen Blickwinkeln abzubilden und auch kleinere Schänden aufzuzeigen.

Eine Bildgebung durch magnetische Resonanz (MRT) kann auch Veränderungen im weichen Gewebe von Bändern zeigen oder dabei helfen, Bereiche auszumachen an denen Nerven gepresst werden. Bei einem Myelogramm wird vor der Röntgenuntersuchung eine Flüssigkeit in die Wirbelsäule injiziert, die auf den Bildern deutlicher sichtbar ist. Doch auch ein Elektromyogramm kann die Auswirkungen einer möglichen Spondylose genauer zeigen. Letztere Untersuchung misst die Aktivitäten der Nerven.

Komplikationen

Eine Spondylose kann unter anderem Hernien in der Wirbelsäule begünstigen. Eine typische Komplikation der Erkrankung ist auch die sogenannte Osteochondrose. Diese Erkrankung ist ebenfalls auf einen Bandscheiben-Verschleiß zurückzuführen und tritt im Rahmen einer Spondylose verstärkt auf. Daneben kann es zu chronischen Nacken- und Rückenschmerzen kommen.

Auch Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule und Bandscheiben sind nicht auszuschließen. Bei länger andauernden Erkrankungen können schmerzhafte Muskelverspannungen sowie Lähmungserscheinungen auftreten. Damit einhergehend kommt es zu allgemeinen Bewegungseinschränkungen.Je nachdem, welches Behandlungsverfahren gewählt wird, können unerwünschte Ereignisse auftreten. Bei der medikamentöse Therapie ist eine Abnahme der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit möglich.

Zudem können Neben- und Wechselwirkungen sowie allergische Reaktionen auftreten. Eine Injektion mit Prednison birgt ähnliche Risiken, kann daneben aber auch zu Infektionen an der Einstichstelle und anderen Beschwerden führen. Bei einer unerkannten Herzerkrankung können Herzkreislaufbeschwerden und im schlimmsten Fall sogar der Herztod auftreten. Ein chirurgischer Eingriff birgt ebenfalls Risiken.

Gelegentlich kommt es etwa zu Nervenverletzungen und daraus resultierend zu Sensibilitätsstörungen und vorübergehenden Lähmungserscheinungen. Nach der Operation können Narben entstehen oder es kommt zu unangenehmen Wundheilstörungen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Spondylose ist abhängig von den Anzeichen und Symptomen. Die Ziele der Behandlung sind die Begrenzung von Beschwerden und Schmerzen, normale Aktivität zu gewährleisten und weitere Schäden der Wirbelsäule zu verhindern.

Falls gängige Schmerzmittel nicht mehr helfen, wird der Arzt evtl. Muskelrelaxanzien verschreiben. Diese helfen, falls es zu regelmäßigen Krämpfen im Rücken kommt. In einigen Fällen haben sich auch Medikamente als hilfreich erweisen, die sonst zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden. Sie wirken auf die geschädigten Nerven. Stärkere Narkotika sind evtl. notwendig, um stärkere Schmerzen zu bewältigen. Auch eine Injektion mit Prednison in die betroffenen Stellen hat sich als erfolgversprechende Therapie gezeigt.

Eine Behandlung für Spondylose kann mit einem Physiotherapeuten geschehen. Dieser lehrt Übungen, die dem Betroffenen helfen, geschwächte Bereiche des Rückens zu stärken und andere zu entlasten. Dies führt häufig zu einer Reduktion der Beschwerden. Wenn alle herkömmlichen Behandlungen versagen, bleibt nur noch der chirurgische Eingriff. Bei diesem wird dafür gesorgt, dass für Bandscheiben und Nerven wieder genug Platz vorhanden ist.

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Vorbeugung

Die Spondylose ist ein Resultat von Abnutzung. Hohe Belastungen des Rückens durch wiederholende körperliche Tätigkeiten über lange Zeit können zur verfrühten Spondylose führen. Auch ein erhöhtes Körpergewicht ist ein Risikofaktor und führt schneller zu Rückenproblemen. Das gleiche gilt für dauerhafte falsche Haltung und mangelnde Bewegung der Rückenmuskulatur. Dementsprechend ist auf die Ernährung und Gesundheitssport zu achten.

Bücher über Bandscheibenvorfall

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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