ACE-Hemmer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Bei Bluthochdruck wird in der mediznischen Behandlung und Therapie vor allem auf ACE-Hemmer gesetzt. Die Abkürzung ACE steht hierbei für Angiotensin-Converting-Enzyme, zu deutsch Angiotensin-konvertierendes Enzym. ACE-Hemmer sorgen als Arzneimittel für die Regelung des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes und der Aufrechterhaltung und Stabilisierung des Blutdruckes.

Inhaltsverzeichnis

Was sind ACE-Hemmer?

ACE-Hemmer sind eine Klasse blutdrucksenkender Medikamente. Der Wirkmechanismus besteht in einem Eingriff in das Hormonsystem. Dabei steht die Abkürzung „ACE“ für „Angiotensin Converting Enzym“ oder auf Deutsch: Angiotensin Konvertierendes Enzym.

Das ist ein Enzym, das wie jedes dieser Proteine, eine spezifische stoffliche Umsetzung im Organismus bewirkt. Durch die Hemmung eines Enzyms kann eine Kettenreaktion im lebenden Körper unterbrochen werden. Hiermit können physiologische Prozesse gezielt beeinflusst werden. ACE wandelt die Vorstufe (Prohormon) des Hormons Angiotensin in seine aktive Form um. Dieser aktivierte Botenstoff bewirkt eine Kontraktion der Gefäße und damit eine Blutdrucksteigerung.

Wird die Aktivierung unterbunden, führt dies zu einer Blutdrucksenkung. ACE-Hemmer blockieren das ACE, das genau diese Aktivierung bewirkt. Zur Folge hat dies eine Blutdrucksenkung über den Weg der Reduzierung des Angiotensin-Spiegels durch den ACE-Hemmer.

Anwendung, Wirkung & Gebrauch

ACE-Hemmer erzielen durch die Senkung des Blutdruckes eine Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems. Damit beugen diese Antihypertensiva schweren Erkrankungen der Gefäße und des Herzens vor. Anwendungsgebiet ist daher die essentielle Hypertonie, eine Form des chronischen Bluthochdruckes mit unbekannter Entstehungsursache.

Ziel der Medikation ist eine Vermeidung von Schlaganfall und Herzinfarkt. Aber auch nach solchen überstandenen Akut-Erkrankungen werden ACE-Hemmer zur Rückfall-Prophylaxe eingesetzt. Bereits im Verlauf einer akuten Herzmuskelentzündung erfolgt oft eine Medikation mit ACE-Hemmern, damit der Hohlmuskel eine wirksame Entlastung erfährt. Eine weitere Indikation ist die leichte bis mittelgradige Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

ACE-Hemmer sorgen als Arzneimittel für die Regelung des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes und der Aufrechterhaltung und Stabilisierung des Blutdruckes.

Die chronische Erkrankung erfordert eine Dauergabe von Antihypertensiva, meist aus der Gruppe der ACE-Hemmer. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Vorbeugung von Nierenschäden bei Diabetikern. Bei dieser Patientengruppe führt ein Bluthochdruck oft zur Vernarbung in den Mikrofeinstrukturen des Exkretionsorgans.

ACE-Hemmer kombiniert der Arzt oft mit anderen Antihypertensiva. Bewährt haben sich dabei harntreibende Medikamente (Diuretika) und Mittel die über den Calcium-Stoffwechsel der Gefäßwände wirken. Ein positiver Nebeneffekt der ACE-Hemmer ist eine Förderung der Zellregeneration in den Gefäßen. Darauf beruht wahrscheinlich die Hemmung der Arteriosklerose. Im Rahmen der koronaren Herzerkrankungen erweist sich diese Wirkung als therapeutisch sehr günstig und ist ein Argument für den Einsatz der ACE-Hemmer.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische ACE-Hemmer

ACE-Hemmer der ersten Stunde war ein Schlangengift. Zunächst wurde aus dem Gift der südamerikanischen Lanzenotter eine Substanz isoliert, an der die Enzym-Hemmung experimentell nachgewiesen wurde.

Daraufhin entwickelte man synthetische Analoga, die sich schließlich zur Medikation eigneten. Heute sind es über 10 verschiedene synthetische Substanzen, die in den marktgängigen Präparaten enthalten sind. Die meisten der Wirkstoffe sind Vorstufen des eigentlichen Medikamentes. Grund dafür ist, dass die Pharmazeutika in dieser Form effizienter resorbiert werden. Erst im Stoffwechsel kommt es zur Abspaltung des wirksamen Bestandteils.

Dieser effektive Wirkstoff ist nur ein Rest des ursprünglichen Schlangengiftes. Die pharmazeutische Nutzbarkeit resultiert aus der Verbindung mit unterschiedlichen Trägersubstanzen. Je nach Präparat ist es beispielsweise die Bernsteinsäure oder die Glutarsäure, die in modifizierter Form die chemische Stabilität der Wirksubstanz sicherstellt.

Da ACE-Hemmer sowieso oft mit anderen Blutdrucksenkern gemeinsam verabreicht werden, existieren auf dem Markt viele Kombinationspräparate mit ACE-Hemmern.

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Risiken & Nebenwirkungen

ACE-Hemmer haben Nebenwirkungen, die überwiegend auf einen Effekt zurückgeführt werden. Das Angiotensin Konvertierende Enzym hat eine zweite Aufgabe im Stoffwechsel: Es baut das Gewebshormon Bradykinin ab. Unter dem Einfluss eines ACE-Hemmer steigt der Bradykinin-Spiegel und zeitigt in komplexen Folgereaktionen einige unerwünschte Symptome.

Oft klagen die Patienten während der ACE-Hemmer-Medikation über starken Hustenreiz und Hautausschlag. Dies „Exantheme“ nehmen fast immer großflächige Ausmaße an. Der Kalium-Spiegel kann erhöht sein, während die Natrium-Konzentration erniedrigt ist. Nierenfunktionsstörungen, die sich zum akuten Nierenversagen entwickeln können, treten selten auf. Gelegentlich zu beobachten sind Wasseransammlungen der Unterhaut (Ödeme) sowie asthmatische Zwischenfälle.

Daneben kann es zur Verminderung der Thrombozyten (Blutplättchen, Zellen mit Blutgerinnungsfunktion) kommen, parallel sind die Leukozyten (Weiße Blutkörperchen) vermindert. Die Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) können verstärkt abgebaut werden, wodurch es zur Anämie („Blutarmut“) kommen kann. Darüber hinaus sind auch Fälle von Einschränkungen der Leberfunktion beschrieben worden. Selten kommt es zum gefürchteten anaphylaktischen Schock infolge der Medikation mit einem ACE-Hemmer.

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