Ferse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Ferse ist die hintere Vorwölbung des Fußes. Sie wird auch Hacke genannt. Dieser hintere Fußbereich muss eine extreme mechanische Belastung aushalten, da der Mensch beim Gehen zuerst die Ferse aufsetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ferse?

Läuft der Mensch, so haben immer zuerst die Fersen seiner Füße Bodenkontakt. Genauer bestimmt ist es das Fersenbein. Es muss dem größten Druck standhalten. Ein natürlicher Absatz des menschlichen Fußes. Die Ferse bietet der Belastung nur eine recht geringe Auflagefläche.

Doch verfügt sie über kräftige Sehnen, die entsprechende Standfestigkeit absichern. Neben dem Fersenbeinknochen besteht die Ferse aus dem Fersenbeinhöcker. Ohne sie könnte der Mensch nicht aufrecht laufen. Sie unterstützt die Abrollbewegung und stabilisiert die Achillessehne.

Das Fersenbein verursacht auch die Form der Ferse. Über dem Fersenbein ist Fettgewebe gelagert. Darüber zieht sich die Haut, welche an den Seiten neben dem Achillessehnenansatz jeweils eine kleine Grube bildet. Rückseitig schließt die Ferse ab durch das Ende der Fußsohle.

Anatomie & Aufbau

Der größte Fußknochen ist das Fersenbein. Seine Unterseite ist ungleichmäßig. Am hinteren Fersenhöcker beginnt die Achillessehne. Sie ist die große Sehne der Wadenmuskulatur und die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Die Achillessehne erlaubt sehr kraftvolle Beugungen und seitliche Drehungen des Fußes.

Das Fersenbein ist auch ein Teil des unteren Sprunggelenks. Weiterhin befinden sich Schleimbeutel am Sehnenansatz der Ferse. Sie befinden sich zwischen Sehne und Haut sowie zwischen Sehne und Knochen. Bei den Schleimbeuteln handelt es sich um kleine Hohlräume, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie entstehen überall dort im Körper, wo es zu erhöhten Druckbelastungen kommt. Schleimbeutel dienen wie kleine Stoßdämpfer dem Druckausgleich.

Vom Fersenhöcker ausgehend zieht sich die Sehnenplatte entlang der Fußsohle. Es handelt sich um eine Sehnenplatte aus bindegewebsartigem Material. Auch benannt als Plantarfaszie oder Fußsohlenplatte. Diese Plantarfaszie breitet sich wie ein Fächer aus. Zusammen mit anderen Sehnen, Strängen der Fußmuskulatur sowie Bändern stabilisiert sie den Fuß bei jeder Bewegung.

Funktion & Aufgaben

Die Funktion der Ferse ist das Ermöglichen von Bewegung des Fußes. Dabei muss sie dem Körpergewicht standhalten. Somit ist eine weitere wichtige Aufgabe der Ferse die Stabilisierung beim Stand und die entsprechende Abfederung des Druckvolumens bei der Fortbewegung.

Durch die Ferse kann ein Mensch gehen, laufen, rennen, springen und eine Anzahl von seitlichen Drehungen des Fußes nach innen und außen vollziehen. Wie wichtig die Ferse für die menschliche Fortbewegung ist, wird erst deutlich, wenn ihre Funktion eingeschränkt ist. Ist es nicht möglich mit der Ferse aufzutreten, benötigt der Mensch eine Gehhilfe. Nur mit dem Vorderfuß zu laufen ist äußerst anstrengend und kann nicht lange durchgehalten werden.

Die Ferse stabilisiert das Stehen und ermöglicht alle Streckungen des Fußes. Auch ein heftiges Auftreten oder Krafteinwirkungen mittels des Fußes gelingen nur durch die Funktionalität der Ferse. Da die Ferse vielen Belastungen ausgesetzt wird, kommt es auch immer wieder zu Fehlbelastungen oder Überlastungen durch körperliche Arbeit oder sportliche Aktivitäten. Weiterhin ist das richtige Schuhwerk ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Gesundheit der Ferse geht. Nicht viele Fehlstellungen der Ferse sind angeboren, viele sind erworben.

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Krankheiten & Beschwerden

Eine häufigere Erkrankung der Ferse ist ein schmerzender Fersensporn. Es handelt sich beim unteren Fersensporn um eine Knochenwucherung. Sie befindet sich unterhalb am Fersenbeinknochen und sieht zumeist aus wie ein vergrößerter Rosendorn. Die Größe des Sporns sind häufig nur wenige Millimeter. Die Entstehung eines Fersensporns wird durch eine Verkalkung der Fußsohlenplatte ermöglicht.

Es gibt auch die Variante des selteneren oberen Fersensporns. Er ist auch eine knöcherne Auswucherung des Fersenbeins, allerdings im Bereich des Ansatzes der Achillessehne. Ursächlich entstehen Fersensporne durch Überforderungen des Fersenbeins. Wird es überlastet, führt das zu Entzündungen und Rissen. Um diese sehr kleinen Risse abzuheilen, bildet der Körper Ablagerungen aus Kalk. Daraus entsteht über einen längeren Zeitraum hinweg ein Sporn.

Auch Übergewicht und schlechtes Schuhwerk sowie Fußfehlbildungen unterstützen die Bildung eines Sporns. Therapeutisch kann ein Fersensporn durch Gewichtsreduktion, Schonung und dem Tragen passender Fußeinlagen behandelt werden. Weiterhin ist die Plantare fasciitis eine Erkrankung der Ferse, die bei etwa 10 Prozent aller Laufverletzungen im Sportbereich vorkommt. Dieser Fersenschmerz resultiert aus zu hohen Beanspruchungen. Es kommt am Ansatz der Fußsohlenplatte zum Fersenbeinknochen zu sehr feinen Rissen, die entzündliche Prozesse auslösen können.

Anatomische Besonderheiten der Füße können ebenfalls zu diesen Mikrorissen führen. Therapeutisch ist Kühlung und Schmerzmedikation zu empfehlen. Weiterhin helfen orthopädische Einlagen und zur Stabilisierung Fußbandagen. Schmerzen auslösen kann auch eine Schleimbeutelentzündung, ein Fersenbeinbruch oder eine Verrenkung des Gelenks.

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