Wulstnarbe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Normalerweise heilen Wunden bei intakter Wundheilung so ab, dass zwar ein Narbengewebe vorhanden bleibt. Dieser Bereich hebt sich jedoch im Laufe der Zeit kaum noch vom gesunden Areal ab. Anders ist dies bei einer sogenannten Wulstnarbe, die eine ästhetische Beeinträchtigung darstellen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wulstnarbe?

Eine Wulstnarbe wird in der medizinischen Fachsprache auch als Keloid bezeichnet. Im Unterschied zu einem "gesunden" Narbengewebe unterscheidet sich die Wulstnarbe durch ein erhabenes, über die Hautoberfläche hinweg ragendes Erscheinungsbild.

Unter diesen Gegebenheiten ist eine Wulstnarbe optisch gut zu erkennen. Außerdem kann eine Wulstnarbe unter bestimmten Bedingungen auch Beschwerden verursachen.

Dies ist häufig dann der Fall, wenn eine Wulstnarbe an einem inneren Organgewebe entstanden ist. Durch die Wulstnarbe, die sich verhärten kann, kommt es zu einer permanenten Reibung. Außerdem fordern Wulstnarben einen zusätzlichen Raum und können einen Druck auf anliegende Organbereiche ausüben.

Ursachen

Die Ätiologie oder die Ursachen für die Entstehung einer Wulstnarbe sind noch nicht vollkommen bekannt. Vermutet wird, dass es sich bei den Ursachen um ein vermehrtes Wachsen von sogenanntem Keloid handelt, welches durch eine Überaktivität der an der Wundheilung beteiligten Fibroblasten ausgelöst wird.

Außerdem wirken noch mehr Faktoren auf die Bildung einer Wulstnarbe ein. Zu diesen gehören beispielsweise die Zytokine und das Zellwachstum fördernde körpereigene Stoffe sowie die Makrophagen und die als epidermale Keratinozyten bezeichneten Zellstrukturen.

Es kommt wahrscheinlich zu einem Ungleichgewicht zwischen diesen Komponenten, sodass vermehrt Kollagen als Basis für die Wulstnarbe entsteht. Eine gewisse genetische Bereitschaft des Organismus kann zu einer vermehrten Neigung zu Wulstnarben beitragen.

Typische Symptome & Anzeichen

  • wulstige Narben und Gewebswucherung
  • Juckreiz
  • Berührungsempfindlichkeit

Diagnose & Verlauf

Eine Wulstnarbe entsteht bei Verletzungen und Wunden der Haut, wenn die Lederhaut verletzt wurde.

Eine Wulstnarbe ist immer gutartig ist rein äußerlich durch ihre Beschaffenheit erkennbar. Eine Wulstnarbe, welche sich nach einem operativen Eingriff im Inneren des Körpers gebildet hat, verursacht entsprechende Beschwerden und kann durch eine röntgenologische oder Ultraschalluntersuchung erkannt werden.

Eine Wulstnarbe, welche sich nach Defekten durch Verbrennungen, Akne oder Impfungen entwickelt, äußert sich vielfach durch ein anhaltendes Jucken und sogar eine gewisse Schmerzhaftigkeit. Die Begrenzungen der Wulstnarbe sind nicht glatt und gehen nicht gleichmäßig in umliegendes intaktes Gewebe über.

Tritt eine Wulstnarbe in einem ab- oder zuführenden Gefäß (Gallengang) auf, können Verschlüsse mit einhergehenden Koliken auftreten. Hautärzte erkennen schon rein visuell eine Wulstnarbe und können diese mit einem Vergrößerungsinstrument noch besser differenzieren.

Komplikationen

Wenn eine Wulstnarbe entsteht, ist das für die Betroffenen vor allem ein kosmetisches Problem. Komplikationen können auftreten, wenn keine Möglichkeit besteht, die Narbe medizinisch zu behandeln. Die Betroffenen entwickeln dann häufig Minderwertigkeitskomplexe und trauen sich nicht mehr, ihren Körper zu zeigen.

Bleibt therapeutische Unterstützung aus, können sich diese seelischen Beschwerden zu ausgewachsenen Angststörungen entwickeln, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinflussen. Eine Wulstnarbe kann auch körperliche Probleme hervorrufen. Meistens sind die auffälligen Hautveränderungen mit einer Berührungsempfindlichkeit verbunden.

Viele Betroffene sind mitunter wetterfühlig – ein Leiden, dass mit wiederkehrenden Schmerzen einhergeht und sich sehr negativ auf das Wohlbefinden auswirkt. Der ständige Juckreiz kann dazu führen, dass die Betroffenen die Narbe aufkratzen und eine Infektion verursachen. Im schlimmsten Fall kann es dadurch zu einer Blutvergiftung kommen.

Meistens führt das Aufkratzen dazu, dass sich die Narbe vergrößert. Eine medikamentöse Behandlung mittels Kortison kann in seltenen Fällen Nebenwirkungen hervorrufen. Größere Komplikationen sind bei einem operativen Eingriff möglich. Chirurgische Maßnahmen bergen zum Beispiel das Risiko, dass die umliegenden Gewebestrukturen verletzt werden. Auch Wundheilungsstörungen und Infektionen können auftreten.

Behandlung & Therapie

Eine Wulstnarbe kann nicht nur behandelt, sondern auch entfernt werden. In diesem Zusammenhang werden gerade solche Narben als lästig und störend empfunden, die an gut sichtbaren Körperstellen lokalisiert sind. Darüber hinaus lassen sich mit der Behandlung der Wulstnarbe auch die damit zusammenhängenden Beschwerden in den Griff bekommen.

Bei einer Wulstnarbe muss nicht immer gleich zum Skalpell gegriffen werden. Eine auf der Hautoberfläche aufliegende Wulstnarbe kann auch medikamentös oder mit Cremes und Salben behandelt werden. Eine andere Version, eine Wulstnarbe "unsichtbar" zu machen, ist der Einsatz der sogenannten Kryotechnologie. Durch die direkte Einwirkung sehr niedriger Temperaturen kommt es bei der Wulstnarbe zu einer Hemmung des Zellwachstums. Erfolgreich sind zudem Injektionen von Kortison, um die Sichtbarkeit der Wulstnarbe zu verringern.

Zu den hoch modernen Verfahren, welche in der Dermatologie und der ästhetischen Medizin angewandt werden, um eine Wulstnarbe zu behandeln, gehören die Lasergeräte. Sowohl die fraktionierte als auch die ultragepulsten Kohlendioxidlaserbehandlung sind hierbei von Bedeutung. Eine chirurgische Korrektur der Wulstnarbe durch eine Nachoperation kann ebenfalls sinnvoll sein.

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Vorbeugung

Im Rahmen der homöopathischen Maßnahmen kann der Entstehung einer Wulstnarbe durch die Aufnahme von Vitamin E vorgebeugt werden. Die besten Prophylaxen gegen eine Wulstnarbe sind natürlich eine intakte und reibungslose Wundheilung sowie eine professionelle Versorgung der Wunde.

Darüber hinaus sollten als Vorbeugung gegen eine Wulstnarbe keine UV-Strahlen übermäßig auf eine frische Narbe einwirken. Auch das Ausüben von Reibung und Druck auf eine gerade geheilte Wunde sollten vermieden werden. Durch ein "geschmeidig halten" einer Narbe kann eine Neubildung von Narbengewebe bei einer Wulstnarbe ebenfalls verhindert werden. Die Anwendung spezieller Narbenpflaster ist gegen eine Wulstnarbe ebenfalls empfehlenswert.

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Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

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