Placenta praevia

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Die Placenta praevia tritt bei ca. 0,5 % der Schwangerschaften auf. Medizinische Maßnahmen orientieren sich an der Schwere der Symptomatik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Placenta praevia?

Bei der Placenta praevia handelt es sich um eine Fehllage des Mutterkuchens (Plazenta) bei der schwangeren Frau. Je nach Form einer Placenta praevia wird der Geburtskanal zu unterschiedlichen Anteilen vom Mutterkuchen überdeckt.

Im Rahmen der sogenannten Placenta praevia marginalis nimmt der Mutterkuchen zwar Kontakt mit dem inneren Muttermund auf, eine auf vaginalem Weg erfolgende Entbindung ist aber meist möglich. Liegt dagegen etwa eine Placenta praevia totalis vor, so ist der innere Muttermund vollständig vom Mutterkuchen überdeckt; in der Regel muss eine Geburt hier mithilfe des Kaiserschnitts erfolgen.

Zu den Symptomen einer Placenta praevia zählt vor allem eine vaginale Blutung, die sich gegen Mitte einer Schwangerschaft einstellt. Hierbei handelt es sich meist lediglich um mütterliches Blut. Die Placenta praevia tritt vor allem bei viel- und/oder mehrgebärenden Frauen auf.

Ursachen

Die Placenta praevia entsteht aufgrund der Einnistung einer befruchteten Eizelle im unteren Bereich der Gebärmutter. Statistisch gesehen steigt dabei das Risiko einer Placenta praevia, wenn die Gebärmutter einer Frau in der Vergangenheit geschädigt wurde.

Entsprechende Schädigungen können etwa die Folge von Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut oder vorausgehender Kaiserschnitte sein. Begünstigend wirken sich auf die Entstehung einer Placenta praevia außerdem Faktoren wie frühere Fehlgeburten, Ausschabungen der Gebärmutter oder sogenannte manuelle Lösungen der Plazenta aus.

Als manuelle Plazentalösung bezeichnet die Medizin eine notwendige chirurgische Entfernung des Mutterkuchens, der sich nach erfolgtem Geburtsvorgang nicht selbstständig von der Gebärmutter löst. Die genauen Ursachen der Einnistung einer befruchteten Eizelle im unteren Gebärmutterbereich sind noch weitgehend unbekannt.

Typische Symptome & Anzeichen

  • schmerzlose Blutung (vaginalen Blutungen) in der Mitte der Schwangerschaft (hellrot, frisch und wiederkehrend)
  • Schwangere hat keine Wehen, der Bauch ist nicht druckempfindlich und weich

Diagnose & Verlauf

Der Verdacht auf eine vorliegende Placenta praevia stellt sich in verschiedenen Fällen aufgrund einer auftretenden Blutung während der letzten drei Schwangerschaftsmonate ein. Typischerweise verläuft eine solche Blutung schmerzfrei.

Auch Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft mithilfe von Ultraschall können auf eine vorliegende Placenta praevia hinweisen; die entsprechenden Aufnahmen erlauben eine genaue Lokalisation der Plazenta. Bei Verdacht auf eine Placenta praevia raten Mediziner dringend von der Durchführung einer ärztlichen Untersuchung der Vagina (Scheide) durch Tasten ab; hierdurch kann eine Blutung verstärkt werden.

Im Verlauf einer entstehenden Placenta praevia kommt es zu Dehnungen des unteren Gebärmutterbereichs. Diese Dehnungen werden durch Kontraktionen des Uterus (der Gebärmutter) begünstigt. Aufgrund der Gebärmutterdehnung kann sich die Plazenta nun teilweise von der Gebärmutterschleimhaut ablösen und einreißen. In der Folge tritt die für eine Placenta praevia typische Blutung ein. In aller Regel sind nun medizinische Maßnahmen erforderlich, um die Unversehrtheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.

Komplikationen

Bei der Placenta praevia leiden die Betroffenen in der Regel an verschiedenen Symptomen, die während einer Schwangerschaft auftreten können. Die kann sich an starken Blutungen bemerkbar machen, die allerdings nicht mit Schmerzen verbunden sein müssen. Auch Wehen treten dabei nicht auf und der Bauch der Patientin fühlt sich sehr weich an. In den meisten Fällen ist die Placenta praevia nicht mit besonderen Komplikationen oder anderen schwerwiegenden Schäden verbunden.

Auch das Kind entwickelt sich in den meisten Fällen normal, sodass es auch hierbei nicht zu Komplikationen kommt. Allerdings kann die Placenta praevia in vielen Fällen zu Depressionen oder zu anderen psychischen Beschwerden und möglicherweise zu Angstzuständen bei der Patientin führen. Aus diesem Grund muss bei dieser Krankheit auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Die Behandlung der Placenta praevia erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Auch dabei kommt es in der Regel nicht zu Komplikationen und die Beschwerden verschwinden relativ schnell. Nur in schwerwiegenden Fällen ist bei der Placenta praevia eine Kaiserschnittentbindung notwendig. Meistens kommt es allerdings auch dabei nicht zu besonderen Beschwerden.

Behandlung & Therapie

Eine fachgerechte Behandlung der Placenta praevia orientiert sich an verschiedenen Faktoren. Eine Rolle spielen hier beispielsweise die Stärke einer aufgetretenen Blutung, der Reifungsgrad des Fötus sowie der Allgemeinzustand der werdenden Mutter.

In verschiedenen Fällen ist bei vorliegender Placenta praevia eine stationäre Betreuung der betroffenen Frau medizinisch sinnvoll. Verursacht eine Placenta praevia bei der Patientin eine lediglich leichte Blutung und kann das Kind aufgrund seines Entwicklungsstandes noch nicht entbunden werden, so verabreichen Mediziner häufig wehenhemmende Medikamente.

Außerdem können je nach Einzelfall Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die die Lungenreifung des Fötus fördern. Mediziner empfehlen darüber hinaus häufig konsequente körperliche Schonung. Eine solche Schonung dient der Vermeidung erneuter Blutungen.

Geht die Placenta praevia mit einer starken Blutung einher und/oder lässt die Entwicklung des Kindes bereits eine Entbindung zu, so erfolgt diese häufig schnellstmöglich mithilfe eines Kaiserschnitts.

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Vorbeugung

Da die genauen Ursachen einer auftretenden Placenta praevia weitgehend unklar sind, ist ein Vorbeugen kaum möglich. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Schwangerschaftsverlauf können allerdings dazu beitragen, bereits frühzeitig eine möglicherweise vorliegende Placenta praevia zu erkennen. Dies ermöglicht unter anderem das Ergreifen von Maßnahmen, die das Risiko einer auftretenden Blutung bei vorliegender Placenta praevia verringern können (wie etwa körperliche Schonung der werdenden Mutter).

Bücher über Geburt & Entbindung

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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