Pathologie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Pathologie beschäftigt sich mit der Beurteilung und Ermittlung von Ursachen krankhafter Veränderungen im Organismus. Dabei arbeitet sie eng mit der Anatomie, der Pathophysiologie und der Zytologie zusammen. In der Medizin ist sie ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Pathologie?

Der Begriff Pathologie leitet sich vom griechischen Wort "pathologia" ab, was so viel bedeutet wie Krankheit, Leiden oder Leidenschaft. In diesem Sinne ist die Pathologie definiert als Krankheitslehre oder Krankheitsforschung. Sie ist ein Teilgebiet der Medizin, welches sich mit den Symptomen und Symptomkomplexen krankhafter Prozesse sowie deren Ursachen beschäftigt.

Weiterhin untersucht sie die Herkunft, die Entstehungsweise und die Auswirkungen von Erkrankungen. Dafür stehen der Pathologie viele Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. So untersucht sie sowohl makroskopische als auch mikroskopische Veränderungen und arbeitet daher eng mit den Teilbereichen Anatomie, Zytologie und Pathophysiologie zusammen.

Abzugrenzen ist sie jedoch von der Rechtsmedizin, die sich nur mit unnatürlichen Todesursachen beschäftigt, aber ähnliche Untersuchungsmethoden verwendet. Manchmal sind die Begrifflichkeiten schwer zu trennen, weil die Bezeichnung "Pathologie" im übertragenen Sinne auch für eine pathologische Abteilung oder ein pathologisches Institut verwendet wird.

Funktion, Wirkung & Ziele

Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich die Pathologie im eigentlichen Sinne mit der Entstehung, Identifizierung, dem Verlauf und den Auswirkungen von Erkrankungen. Dabei bedient sie sich verschiedener Untersuchungsmethoden. So basiert die pathologische Diagnostik auf der Beurteilung von Geweben durch makroskopische und mikroskopische Untersuchungen.

Bei der makroskopischen Beurteilung geht es darum, bereits durch Augenschein krankhafte anatomische Veränderungen festzustellen, die einen Hinweis auf bestimmte pathologische Prozesse geben können. So können beispielsweise bei Gewebeproben auffällige farbliche Veränderungen festgestellt werden, die im Zusammenhang mit anderen auftretenden Symptomen auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Mikroskopische Untersuchungen mittels Lichtmikroskopie registrieren Abweichungen auf zellulärer Ebene. So kann mit dieser Methode oftmals die Malignität der zu untersuchenden Zellen beurteilt werden. Die Pathologie setzt zur Diagnostik zunehmend auch biochemische und molekularbiologische Methoden ein.

In der pathologischen Forschung findet in immer größerem Maße auch die Elektronenmikroskopie Anwendung. Neben der Untersuchung von lebendem Gewebe nimmt die Pathologie auch Obduktionen (Leichenschau) vor. Die Obduktionen dienen zur Feststellung der natürlichen Todesursache. Hier soll herausgefunden werden, welche krankhaften Prozesse konkret zum Tode geführt haben. Allerdings überwiegt in der Pathologie die Untersuchung lebender Gewebe (Biopsie) bei Weitem. Bei der Biopsie werden Gewebeproben durch einen Arzt entnommen und von einem Pathologen untersucht. Kleine Proben verarbeitet der Pathologe zu Schnittpräparaten und untersucht sie lichtmikroskopisch. Große Gewebestücke beurteilt er nach der Präparation zunächst makroskopisch.

Die Pathologie ist ein Teilgebiet der Medizin, welches sich mit den Symptomen und Symptomkomplexen krankhafter Prozesse sowie deren Ursachen beschäftigt.

Ungewöhnliche erscheinende Gewebeabschnitte werden nochmals aus der Probe rausgeschnitten und für die Mikroskopie aufbereitet. Die Mikroskopie gibt dem Pathologen oft einen Hinweis auf die Art der krankhaften Veränderung und ihrem Schweregrad. So können eventuelle Krebszellen identifiziert und die betroffenen Bereiche bestimmt werden. Liegt ein Tumor vor, kann sein Typ, seine Größe, seine Ausdehnung und seine Malignität beurteilt werden. Heute werden neben histologischen (mikroskopische Gewebeuntersuchung) auch noch immunologische, biochemische und molekularbiologische Untersuchungen des Gewebes durchgeführt. Die Untersuchung des Tumors auf molekularer Ebene kann entscheidend sein für die Wahl einer bestimmten Therapieform.

Ein zweites wichtiges Aufgabengebiet der Pathologie ist, wie bereits erwähnt, die Obduktion von Leichen. Eine Obduktion kann nur durchgeführt werden, wenn die Angehörigen des Verstorbenen damit einverstanden sind. Sie dient zur Klärung der Todesursache, kann dem Arzt in der Richtigkeit seiner Behandlungsmethode bestätigen und offenbart eventuelle in der Familie liegende Risikofaktoren wie beispielsweise genetische Faktoren. Dabei muss noch mal darauf hingewiesen werden, dass der Pathologe die Obduktion nur zur Klärung natürlicher Todesursachen durchführt. Liegt ein Verdacht auf eine unnatürliche Todesursache wie Unfall oder Mord vor, beschäftigt sich damit der Gerichtsmediziner.

Die dritte Aufgabe der Pathologie besteht in der Qualitätssicherung, um den medizinischen Standard zu halten und ständig zu verbessern. Nach der Art der pathologischen Untersuchung hat sich die Pathologie in vier verschiedene Teilgebiete aufgespalten. So beschäftigt sich die pathologische Anatomie mit der Untersuchung krankhafter Gewebsveränderungen durch bloßen Augenschein. Die Histopathologie umfasst als häufigste Untersuchungsmethode die histologische Begutachtung von Gewebeproben durch mikroskopische und immunhistologische Verfahren.

In der Zytopathologie werden Einzelzellen anstelle von Geweben auf krankhafte Veränderungen untersucht. Schließlich dient die Molekularpathologie als vierter Teilbereich der Pathologie zur Beurteilung von Einzelzellen und Geweben auf molekularer Ebene.

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Besonderheiten

Pathologische Veränderungen sind für alle organischen Strukturen spezifisch, sodass jedes Teilgebiet der Medizin und sogar jede Organismusform seine eigene Pathologie besitzt. So wird beim Nervensystem beispielsweise von Neuropathologie gesprochen. Die Neuropathologie ist ein Teilbereich der Pathologie, die sich speziell mit den Erkrankungen des Nervensystems und des Gehirns beschäftigt.

Im Gegensatz zur Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie ist es ein klinisch theoretisches Fach, was als Basis für Diagnose, Therapie und Prophylaxe neurologischer Erkrankungen dient. Des Weiteren stellen aufgrund der unterschiedlichen Pathologie auch Human- und Tiermedizin getrennte medizinische Bereiche dar.

Die schwierige Abgrenzung der Pathologie von anderen medizinischen Fachgebieten im allgemeinen Sprachgebrauch kommt auch bei der Obduktion zum Ausdruck. So wird umgangssprachlich eine Obduktion unabhängig von der Todesursache immer der Pathologie zugeordnet. Bei unnatürlichen Todesfällen (Mord, Unfall) werden jedoch Rechtsmediziner zur Untersuchung eingesetzt. Nur wenn natürliche Todesursachen zu ermitteln sind, werden die Obduktionen immer von Pathologen durchgeführt.

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