Faulbaum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Faulbaum ist ein beliebter Zierstrauch für Parks und Gärten. In der Medizin wird seine Rinde als Abführmittel verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Faulbaums

Der Faulbaum ist ein Zierstrauch aus der Familie der Kreuzdorngewächse. Seinen Namen verdankt er dem unangenehmen Geruch seiner Rinde. Diese wird in der Medizin getrocknet und zerkleinert als Abführmittel eingesetzt. In der Regel wächst der Faulbaum als mehrstämmiger Strauch, seltener in der Form eines Baumes.

Die Sträucher erreichen eine Höhe von 2 bis 3 Metern mit einem Durchmesser der einzelnen Stämme von bis zu 5 Zentimetern. Die Bäume werden bis zu 8 Meter hoch mit einem Stammdurchmesser von bis zu 15 Zentimetern. Die Rinde der jungen Triebe ist zunächst grün und glatt, später grau-braun und rissig. Die Blüten des Faulbaums sind unscheinbar weiß und duften intensiv süß.

Bereits im Mittelalter war die abführende Wirkung der Faulbaumrinde bekannt. Vorher wurde sie bereits zur Behandlung von Zahn- und Hauterkrankungen eingesetzt.

Aus ihnen entwickeln sich grüne Früchte, die sich später rot und bei vollständiger Reife schwarz färben. Die Blüten stellen für Bienen einen guten Nektarlieferanten dar, weshalb der Faulbaum insbesondere in Gärten von Imkern und Insektenliebhabern weit verbreitet ist.

Die Pflanze bevorzugt ein subkontinentales bis subozeanisches Klima. Feuchter bis nasser Boden wird bevorzugt, Staunässe wird dagegen nicht gut vertragen. Weit verbreitet ist die Pflanze in Europa und im nördlichen Asien. In Nordamerika gibt es eine verwandte Pflanze, den Amerikanischen Faulbaum, mit ähnlichen Eigenschaften. Es wird bei dieser Art jedoch von einer noch stärkeren abführenden Wirkung berichtet. Alle Teile der Pflanze sind als giftig eingestuft.

Wirkung & Anwendung

Arzneilich wirksam ist die Rinde des Faulbaumes. Diese muss vor der Verwendung noch mindestens ein Jahr gelagert oder künstlich gealtert werden. Die Ernte der Rinde findet ausschließlich in den Monaten Mai bis Juni, also vor der Blüte, statt, wenn der Wirkstoffgehalt am größten ist.

Verantwortlich für die medizinische Wirkung sind die Inhaltsstoffe Anthron- und Dianthronglykosid. Durch die Lagerung oxidieren diese zu Anthrachinonen. Eine vorzeitige Einnahme des Präparates, also vor der abgeschlossenen Oxidation, führt zu starkem Erbrechen. Bei längerer Lagerung nimmt der Wirkstoffgehalt und damit auch die medizinische Wirksamkeit ab. Anders als bei vielen anderen Abführmitteln beruht die Wirkung nicht auf physikalischen Vorgängen sondern auf einer biochemischen Reaktion.

Durch die Aufspaltung der Inhaltsstoffe wird vermehrt Wasser in den Darm transportiert, was den Stuhl aufweicht. Dadurch nimmt das Volumen zu und die Darmtätigkeit wird angeregt. Aufgrund dieser Vorgänge kann es 8 bis 10 Stunden dauern ehe die gewünschte Wirkung eintritt.

Verwendet wird ein Tee, der aus 2 Gramm der klein geschnittenen Rinde zubereitet wird. Diese wird mit kochendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten Ziehzeit abgeseiht. Der Tee kann auch als Kaltauszug hergestellt werden. Dazu wird die gleiche Menge Rinde mit kaltem Wasser angesetzt und muss nun 12 Stunden ziehen. Auch Tabletten mit dem Wirkstoff können verwendet werden.

Bereits im Mittelalter war die abführende Wirkung der Faulbaumrinde bekannt. Vorher wurde sie bereits zur Behandlung von Zahn- und Hauterkrankungen eingesetzt. Diese Einsatzmöglichkeiten gerieten jedoch in Vergessenheit und haben heute keine Bedeutung mehr. Erwähnenswert ist lediglich ein volksheilkundlicher Einsatz einer Abkochung mit Essig als Mundspülung bei Entzündungen im Mundraum. Die Volksheilkunde beschreibt zudem die Wirksamkeit der Faulbaumrinde bei Leber- und Gallenbeschwerden, wofür jedoch keine gesicherten Beweise vorliegen.

Eine mit einer Abkochung der Faulbaumrinde getränkte Kompresse soll gegen Hautunreinheiten wirken. Da keine Nebenwirkungen auf die Haut bekannt sind, kann dies durchaus versucht werden. Auch in der Homöopathie wird die Rinde des Faulbaumes eingesetzt. Hier liegt das Hauptanwendungsgebiet aufgrund der Ähnlichkeit zwischen Symptom und Wirkung in der Behandlung von Durchfallerkrankungen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Trotz der Entwicklung chemisch hergestellter Medikamente hat die Faulbaumrinde bis heute große medizinische Bedeutung. Sie wird bei Erkrankungen, die eine erleichterte Stuhlentleerung erfordern, eingesetzt. Dies können zum Beispiel Hämorrhoiden oder Analfissuren sein. Auch zur Darmentleerung vor Operationen wird Faulbaumrinde heute noch eingesetzt.

Oft wird die Faulbaumrinde in Tees mit anderen wirksamen Heilpflanzen gemischt angeboten. Die Heilpflanze eignet sich allerdings eher für akute als für chronische Zustände. Empfohlen wird eine Anwendung über einen Zeitraum von maximal ein bis zwei Wochen. Bei einer Daueranwendung über diesen Zeitraum hinweg kann ein Kaliummangel auftreten, der in der Folge zu Herzrhythmusstörungen führt. Daher sollte das Medikament bei einer bekannten Herzerkrankung auch nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Kinder und Schwangere sollten aufgrund der fehlenden wissenschaftlichen Studien keine Präparate mit Faulbaumrinde einnehmen. Dies gilt insbesondere für Schwangere: höhere Dosierungen können Fehlgeburten auslösen. Früher wurde diese unangenehme Nebenwirkung gezielt zur Durchführung illegaler Abtreibungen genutzt. Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen oder Darmverschluss ist von einer Behandlung mit Faulbaumrinde abzuraten.

Auch eine Verminderung der natürlichen Darmtätigkeit ist bei Dauergebrauch des Medikamentes möglich. Bei einer chronischen Erkrankung sollte daher eine Ernährungsumstellung erstes Mittel der Wahl sein. Verläuft diese erfolglos, kann nach Rücksprache mit einem Arzt auf sanftere Mittel als Faulbaumrinde zurückgegriffen werden.

Aufgrund der mitunter recht schweren Nebenwirkungen bei unsachgemäßer Handhabung des Medikaments sollte auf fertige Präparate zurückgegriffen werden. Neben Tees stehen auch Tabletten mit einem kontrollierten Wirkstoffgehalt zur Verfügung.

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