Eileiter

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Eileiter (oder Tuba uterina, selten auch Ovidukt) zählen zu den nicht-sichtbaren weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmalen des Menschen. In den Eileitern findet die Befruchtung der Eizelle statt. Die Eileiter ermöglichen den Weitertransport der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Eileiter?

Die Eileiter gehört mit der Gebärmutter, der Vagina und den Eierstöcken zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen der Frau. Die Eileiter liegen im Inneren des Körpers.

Sie nehmen reife Eizellen aus den Eierstöcken auf, bieten - beim Vorhandensein von Spermien - Raum für eine Befruchtung und sorgen anschließend für den Weitertransport des Embryos (bzw. der Zygote) in die Gebärmutter.

Die Eileiter wurden erstmals ca. 300 vor Chr. von dem Gelehrten Herophilos von Chalkedon erwähnt, eine genaue Beschreibung erfolgte durch Gabriele Falloppio im 16. Jahrhundert.

Anatomie & Aufbau

Die Eileiter des Menschen sind etwa 10 bis 15 cm lang und erinnern in ihrem Aussehen an einen Schlauch. Das Ende des Eileiters ist trichterförmig ausgebildet. An dem Trichter hängen 1 bis 2 cm lange Fransen (Fimbrien), welche zur Zeit des Eisprungs die Ovarien umschließen. Mithilfe der Fransen nimmt der Eileiter das aus dem Graafschen Follikel springende Ei auf.

Am anderen Ende mündet der Eileiter in die Gebärmutter. Der Eileiter nimmt unteruswärts an Umfang ab. Um Kontraktionen zu ermöglichen, ist der Eileiter außerdem von einer Muskelschicht umschlossen. Im Inneren des Eileiters befindet sich glatte Muskulatur sowie eine sich im Laufe des Zyklus verändernde Schleimhaut. Die Schleimhaut besteht aus zilientragenden und aus sekrotischen Zellen.

Die zilientragenden Zellen sorgen durch ihre rhythmischen Bewegungen Richtung Uterus dafür, dass die Eizelle bzw. die Zygote in die Gebärmutter gelangt und sich dort einnisten kann. Die sekrotischen Zellen sorgen für den Aufbau von Sekret, welches dafür verantwortlich ist, dass sowohl Eizellen als auch Spermien im Eileiter optimale Bedingungen vorfinden.

Das Verhältnis von zilientragenden und sekrotischen Zellen ist je nach Zyklustag stark unterschiedlich. Nach Einsatz der Menopause verändert sich das Verhältnis dauerhaft; sekrotische Zellen und Flimmerzellen nehmen insgesamt rapide ab.

Funktion & Aufgaben

Die Anatomie der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane zeigt deutlich die Eileiter und die Eierstöcke.

Sobald in den Ovarien ein Follikel herangereift ist, umspannen die Fimbrien das Ovar. Sie richten sich hierzu auf und führen rhythmische Bewegungen aus. Der Eileiter beginnt mit Kontraktionen.

Sobald der Follikel die reife Eizelle ausgestoßen und die Fimbrien sie aufgenommen hat, kommen die Kontraktionen zum Erliegen. Ist die reife Eizelle im Eileiter angekommen, beginnen die zilientragenden Zellen mit einer Bewegung Richtung Uterus. Damit wird der Transport der Eizelle, die sich selbst nicht bewegen kann, Richtung Gebärmutter erwirkt. Zusätzliche Muskelkontraktionen des Eileiters beschleunigen den Weitertransport. Eine Eizelle ist bis etwa 12 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig.

Sollte sie in diesem Zeitraum auf Spermien, welche ebenfalls in den Eileiter gelangt sind, stoßen, kann eine Befruchtung stattfinden. Die Eileiter sorgen alsdann für den Weitertransports des Embryos in die Gebärmutter. Für den Weg benötigt der Embryo etwa 3 bis 5 Tage. Während des Transports finden im Eileiter die ersten Zellteilungen satt. Etwa im 12- bis 16-Zellen-Stadium erreicht die Zygote schließlich die Gebärmutter.

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Krankheiten & Beschwerden

In der Regel verursachen Eileiter keine Beschwerden. Selbst Entzündungen des Eileiters verlaufen meist von der Frau unbemerkt.

Nicht voll funktionsfähige Eileiter machen sich in der Regel erst dann bemerkbar, wenn eine Frau trotz regelmäßigen Sexualkontakten nicht schwanger wird (unerfüllter Kinderwunsch). In etwa 50% aller Fälle liegt die Ursache hierfür in einer Sterilität der Frau, hervorgerufen durch verklebte Eileiter. Ist ein Eileiter verstopft oder verklebt, können Eizelle und Spermium nicht aufeinander treffen, außerdem ist kein Weitertransport zum Uterus möglich.

Im Rahmen einer Sterilitätsdiagnostik wird die Durchlässigkeit der Tuben durch das Einspritzen einer Kontrastflüssigkeit geprüft. Verklebungen und Verstopfungen werden durch eine nicht erkannte und behandelte Entzündung der Eileiter ausgelöst, seltener auch durch vorliegende Endometriose.

In 0,75% aller angestrebten Schwangerschaften kommt es vor, dass sich die Zygote nicht in der Gebärmutter, sondern bereits im Eileiter einnistet. Es wird vermutet, dass mehr als die Hälfte aller Eileiterschwangerschaften unbemerkt verlaufen, da der Embryo recht frühzeitig abgestoßen wird. Die Frau bemerkt nicht, dass eine Schwangerschaft vorgelegen hat.

Verbleibt der Embryo zu lange im Eileiter und entwickelt sich dort weiter, treten Komplikationen auf. Die Größe des Embryos und die gleichzeitige Raumknappheit im Eileiter führt zu einer Eileiterruptur, die im ungünstigsten Fall zu einer ernsten Vergiftung des gesamten Bauchraumes führen kann.

Frauen mit nicht intakten Eileitern können mit Hilfe der Assistierten Fortpflanzung (IVF) problemlos schwanger werden.

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