Madenwürmer

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Der Befall mit Madenwürmern ist ein Parasitenbefall, der selten zu schweren gesundheitlichen Schäden führt. Allerdings ist die Re-Infektionsrate sehr hoch, sodass eine Behandlung wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Madenwürmer?

Der Madenwurm ist ein Menschenparasit. Das bedeutet, dass er fast ausschließlich Menschen befällt (in Ausnahmefällen können auch Primaten wie Menschenaffen von Madenwürmern betroffen sein). Beim Menschen sind meist Kinder von den Madenwürmern betroffen, aber auch für Erwachsene besteht eine hohe Infektionsgefahr.

Schätzungsweise zeigt ca. die Hälfte aller Kinder im Laufe ihres Lebens mindestens einmal einen Madenwurmbefall. In der Fachsprache wird ein Madenwurmbefall auch als Oxyuriose bezeichnet.

Madenwürmer siedeln sich beim Menschen in Dick-und Dünndarm an. Häufig verursacht ein Madenwurmbefall einen starken Juckreiz im Bereich des Afters. Vor allem nachts ist der Juckreiz dabei stark ausgeprägt. In anderen Fällen bleibt der Madenwurmbefall aber symptomlos und somit oft unentdeckt.

Bei einem Madenwurmbefall kann die Kolonie der Madenwürmer, die sich im Darm ansiedelt, mehrere hundert Parasiten umfassen.

Ursachen

Zu einem Befall mit Madenwürmern kann es beispielsweise durch den Kontakt mit infizierten Menschen kommen. Auch durch Kontakt mit Exkrementen kann der Madenwurm übertragen werden. Eine Infektion geschieht dabei in der Regel durch Aufnahme von Madenwurmeiern, aus denen sich Larven entwickeln, die sich schließlich im Darm ansiedeln.

Ein Madenwurmbefall kann auch entstehen durch den Kontakt mit Kleidung oder Spielzeug von infizierten Menschen, da die Eier des Madenwurms hier über mehrere Wochen hinweg überleben können.

Weitere mögliche Ursachen für einen Madenwurmbefall können der Verzehr von Fisch oder Fleisch sein, das nicht ausreichend gekocht wurde oder der Verzehr von Waldbeeren oder Pilzen, die nicht gewaschen wurden. Schließlich kann ein Madenwurmbefall auch durch den Konsum von Obst, Gemüse oder Salat hervorgerufen werden, das mit Fäkalien gedüngt wurde.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Nur sehr selten führt ein Madenwurmbefall zu ernsthaften Gesundheitsschäden bei einem Betroffenen. Allerdings ist bei einem Befall mit Madenwürmern das Risiko einer Wiederinfektion sehr hoch: Weibliche Madenwürmer verlassen bei einem Madenwurmbefall vorzugsweise nachts den Enddarm, um rund um den Bereich des Afters ihre Eier abzulegen. Diese Eier sind bereits nach einigen Stunden infektionsfähig.

Zu der Verdachtsdiagnose Madenwurmbefall kann es zunächst aufgrund des typischen, starken Juckreizes im Afterbereich kommen. Bestätigt werden kann diese Diagnose beispielsweise durch das Auffinden weiblicher, abgestorbener Madenwürmer an Bettwäsche oder Schlafanzug. Diese Madenwürmer sind mit dem bloßen Auge zu erkennen. Bei einem Madenwurmbefall können mithilfe eines Abstriches im Bereich des Anus die Eier der Madenwürmer unter dem Mikroskop erkannt werden.

Komplikationen

In der Regel handelt es sich bei den Madenwürmern nicht um eine schwerwiegende Erkrankung. Sie kann in den meisten Fällen relativ einfach und schnell wieder behandelt werden, sodass es dabei nicht zu besonderen Komplikationen kommt. Die Beschwerden dieser Erkrankung sind allerdings sehr unangenehmen und können zu psychischen Beschwerden oder zu Minderwertigkeitskomplexen führen.

Vor allem nach einer erfolgreichen Behandlung können die Madenwürmer auch erneut auftreten. Die Betroffenen selbst leiden dabei an einem sehr unangenehmen Jucken im After. Auch im Stuhlgang sind weiße Würmer ersichtlich. Nicht selten schämen sich die Patienten für diese Beschwerde. In der Regel kann die Diagnose sehr schnell erfolgen, sodass auch eine frühzeitige und schnelle Behandlung dieser Beschwerde möglich ist.

Die Behandlung der Madenwürmer erfolgt in den meisten Fällen mit Hilfe von Medikamenten. Diese können die Madenwürmer abtöten, sodass die Beschwerden relativ schnell wieder verschwinden. Die Betroffenen sind allerdings auf eine erhöhte Hygiene angewiesen, damit es nicht erneut zu dieser Beschwerde kommt. Die Lebenserwartung wird durch diese Krankheit nicht verringert. Ebenso können die Madenwürmer auch auf andere Menschen übertragen werden.

Behandlung & Therapie

Um einen Befall mit Madenwürmern zu behandeln, ist meist eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen erforderlich. Eine geeignete medikamentöse Behandlung des Madenwurmbefalls ist oft die Anwendung eines Wurmmittels, das beispielsweise in Apotheken erhältlich ist. Das Wurmmittel trägt bei Madenwurmbefall dazu bei, die Madenwürmer abzutöten oder zumindest ihre Fähigkeit zum Eierlegen zu unterbinden.

Wichtig ist meist, dass bei einer solchen Behandlung des Madenwurmbefalls auch die Personen einbezogen werden, die mit der infizierten Person einen Haushalt teilen. Häufig empfiehlt sich bei einem Madenwurmbefall einige Wochen nach der Behandlung eine weitere Wurmkur, um noch lebende oder neu entstandene Würmer abzutöten. Ungeeignet kann die Anwendung eines Wurmmittels beispielsweise bei Schwangeren sein.

Da ein Wurmmittel zwar die Madenwürmer, nicht aber deren Eier abtöten kann, ist es neben der medikamentösen Behandlung bei einem Madenwurmbefall wichtig, strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten: So sollten beispielsweise Bett- und Unterwäsche regelmäßig gekocht werden. Auch ein sehr gründliches Reinigen der Hände und ein Kurzhalten der Fingernägel empfehlen sich, um eventuell anhaftende Wurmeier entfernen zu können. Selbstverständlich sollte man bei Wurmbefall nicht die Finger in den Mund nehmen, da durch das Kratzen am Po oftmals Eier der Madenwürmer unter den Fingernägeln sind. Der Kreislauf der Infektion beginnt sonst wieder von vorn.

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Vorbeugung

Um einem Madenwurmbefall vorbeugen zu können, ist vor allem ein regelmäßiges, gründliches Reinigen der Hände wichtig. Finger und Hände sollten, wie bereits erwähnt, nicht in den Mund genommen werden. Besonders bei Kindern ist darauf zu achten, dass sie nicht am Daumen lutschen oder an den Fingernägeln knabbern.

Auch andere potenzielle Infektionsquellen sollten gemieden werden: So sollten beispielsweise Obst, Gemüse und Salat vor dem Verzehr gewaschen und Fleisch bzw. Fisch durchgegart verspeist werden. Das Wichtigste also, um den Madenwürmern vorzubeugen, ist es einen Kontakt ungewaschener Hände mit dem Mund zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

Eine Infektion mit Madenwürmern ist in der Regel nicht gefährlich, aber höchst unangenehm und lästig. Vielen Betroffenen ist die Erkrankung auch peinlich. Dennoch sollte unbedingt zeitnah ein Arzt aufgesucht und das soziale Nahfeld, insbesondere Personen, die im gleichen Haushalt leben, informiert werden, da die Madenwürmer hochansteckend sind.

Der Betroffene selbst kann am besten durch die Einhaltung strikter Hygiene zu seiner Genesung beitragen. Weibliche Madenwürmer verlassen den Darm nachts über den Anus um ihre Eier abzulegen. Es ist deshalb äußerst wichtig, Schlafanzüge, Unterwäsche und Bettwäsche regelmäßig in kurzen Abständen zu wechseln und bei wenigstens 60 Grad zu waschen. Diese Maßnahme sollte aus Vorsichtsgründen von allen Mitgliedern eines Haushalts eingehalten werden. Da Madenwürmer auch durch den Kontakt mit Kleidung oder Spielzeug infizierter Personen übertragen werden können, ist hier höchste Vorsicht geboten. Häufig sind Kinder, die ersten Familienmitglieder, die sich infizieren. In diesem Fall muss auch das gesamte Spielzeug regelmäßig gründlich gesäubert werden. Plüschtiere und Puppenkleidung sollte auf wenigstens 60 Grad gewaschen werden. Für Haustiere besteht, sofern keine Primaten gehalten werden, keine Ansteckungsgefahr.

Mittel gegen Madenwürmer sind auch freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich. Bei akuten Anfällen im Urlaub oder in anderen Ausnahmesituationen ist deshalb auch eine Selbstmedikation möglich. Wer beruflich oder privat in Regionen mit stark unterentwickelten Hygienestandards reist, sollte die Reiseapotheke vorsorglich um eine Wurmkur ergänzen.

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Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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