Hidrozytom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Das Hidrozytom ist eine Hauterkrankung. Gutartiges Gewebe entwickelt sich an den Ausgängen der Schweißdrüsen des Menschen. Insbesondere ist der Gesichtsbereich betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hidrozytom?

Hinter einem Hidrozytom verbirgt sich eine Retentionszyste, die sich vorrangig im Gesicht ausbildet. Dies ist eine Zyste, deren Entstehung sich aus dem Verschluss einer Drüse entwickelt. Bei dem Hidrozytom bilden sich zystische Papeln an den Ausgängen der Schweißdrüsen aus. Die Zysten sind zumeist transparent bis leicht bläulich gefärbt und mit dem bloßen Auge gut erkennbar.

Vorrangig entstehen die Hidrozytome im Bereich der Wangen oder der Nase. Es ist sich um eine Erkrankung der Haut, bei der sich Gewebe neu herausbildet. Bei dieser Neoplasie handelt es sich um eine gutartige Neubildung. Das Gewebe stammt aus der Familie der Adenome. Diese bilden sich aus der Schleimhaut oder dem Drüsengewebe heraus.

In Abhängigkeit der betroffenen Schweißdrüse werden von Medizinern das ekkrine und das apokrine Hidrozytom unterschieden. Auch wenn diese Unterscheidung aufgrund neuer wissenschaftlicher Ergebnisse widerlegt wurde, wird sie aus historischen Gründen bis heute beibehalten. Das ekkrine Hidrozytom wird auch Schweißdrüsenretentionszyste genannt.

Bei dem apokrinen Hidrozytom sprechen Mediziner von dem apokrinen Zystadenom. Ergebnisse von immunhistologischen Untersuchungen zeigen auf, dass ekkrine Hidrozytome in der Lage sind, apokrine Antigene zu erzeugen. Dies sind Botenstoffe, die spezifische Antikörper und bestimmte Rezeptoren an sich binden können. Aus diesem Grund ist die Unterscheidung zwischen dem ekkrinen und apokrinen Hidrozytom nicht mehr notwendig.

Ursachen

Eine genaue Ursache der Hidrozytome ist nicht bekannt. Ein multiples Auftreten der Hidrozytome kann bei dem Schöpf-Schulz-Passarge-Syndrom vorkommen. Dies ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der es zu einer Zystenbildung im Bereich des Gesichts kommt. Die Ursache des Syndroms ist aufgrund des geringen Auftretens noch nicht ausreichend erforscht.

Bislang gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sie autosomal-rezessiv vererbt wird. Eine dominante Vererbung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Für die Hidrozytome kann dies bedeuten, dass es sich ebenfalls um eine genetisch bedingte Erkrankung handelt. Den Vorgang im Körper können Mediziner hingegen sehr gut belegen und beschreiben.

Durch den Verschluss der Schweißdrüse staut sich langsam das Sekret in der Drüse an. Auf diesem Weg entwickelt sich mit einem kugelförmigen Aussehen eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste. Forscher beschäftigen sich weiter mit der Funktionstätigkeit der Schweißdrüsen. Ziel ist es, genaue Erklärungen für die Ursache von Hidrozytomen bieten zu können. Bislang gehen die Mediziner davon aus, dass für den Verschluss der Drüsen genetische Gründe sowie eine starke Schweißbildung verantwortlich sind.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den Symptomen der Hidrodzytome zählen transparente bis bläulich gefärbte Zystenbildungen im Gesicht. Die bläuliche Farbe entsteht durch einen Streuungseffekt des Lichts. Dieser wird als Tyndall-Effekt bezeichnet und bedeutet, dass sich keinesfalls blaue Farbe in den Zysten befindet. Hidrozytome sind für den Patienten vollkommen schmerzfrei.

Dies gilt auch, wenn sie in einer multiplen Anzahl auftreten. Die Zysten haben in der Regel eine Größe wie ein Stecknadelkopf. Die Hidrozytome treten meist auf dem Augenlid, den Wangen und den beiden Nasenflügeln auf. Andere Stellen am Körper können aber auch betroffen sein. Durch die Schwerkraft können die Hidrozytome bei einem Auftreten am unteren Augenlid zu einem Umklappen des Lides führen.

Treten sie am Oberlid auf, kann dies ebenfalls aufgrund der Schwerkraft zu einem herabhängenden Augenlid führen. Weitere Beeinträchtigungen für das Auge gibt es jedoch nicht. Das Sehen ist nicht beeinträchtigt. Daher sind die Zysten für den Patienten in aller Regel aufgrund ihrer bläulichen Farbe aus kosmetischen Gründen unangenehm. Vorausgesetzt, es gibt keine weiteren Erkrankungen, haben Betroffene abgesehen von den kosmetischen Hintergründen keine weiteren Beschwerden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose wird nach dem Sichtkontakt durch einen Arzt oder Dermatologen erstellt. Von einer Spontanheilung ist nicht auszugehen. Es kann aber vorkommen. Dies bedeutet, dass nicht davon auszugehen ist, dass sich die Zysten selbständig zurückbilden. In aller Regel ist ohne eine Behandlung mit einer steten Zunahme der Hidrozytome zu rechnen.

Komplikationen

Durch das Hidrozytom sind vor allem die Regionen des Gesichts betroffen, sodass es bei vielen Patienten zu einer verringerten Ästhetik kommt. Diese kann zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl führen. In den meisten Fällen schämen sich die Betroffenen für die Beschwerden und fühlen sich aus dem sozialen Leben ausgegrenzt.

Im Gesicht bilden sich Zysten, die blau gefärbt sind. In der Regel sind diese Zysten nicht mit Schmerzen verbunden. Zu starken Beschwerden kommt es dann, wenn sich die Zysten direkt an den Augen oder an den Augenlidern bilden, wobei sich diese automatisch umklappen und damit die Sicht des Patienten extrem verringern. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu keinen weiteren Beschwerden, sodass nur ein kosmischer Eingriff notwendig ist.

Die Zysten können dabei ohne Komplikationen einfach entfernt werden. Dafür werden operative Eingriffe oder Laser verwendet. Nach der Entfernung kann es zur Ausbildung von Narben kommen, allerdings treten keine weiteren Beschwerden auf. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Hidrozytom nicht beeinflusst. In der Regel kann allerdings nicht garantiert werden, dass das Hidrozytom nicht nochmals beim Patienten auftreten wird.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Hidrozytome erfolgt meist aus kosmetischen und weniger aus gesundheitlichen Gründen. Darüber hinaus werden die Zysten an funktionell störenden Stellen wie beispielsweise an den Augenlidern vorgenommen. Meist werden die Hidrozytome über eine Exzision, einer Laserstrahlbehandlung oder einer Marsupialisation entfernt.

Bei einer Exzision erfolgt ein einfacher chirurgischer Eingriff mit lokaler Betäubung. Diese wird nur in sehr wenigen Fällen und bei besonders großen Zysten eingesetzt. Bei einer Behandlung mit einem Laserstrahl werden die Hidrozytome durch die ausgesendete Strahlung des Lasers vom gesunden Gewebe absorbiert. Es handelt sich hierbei um eine thermische Zerstörung der Zysten.

Je nach Anzahl der Hidrozytome können dafür mehrere Sitzungen notwendig sein. Bei der Marsupialisation handelt sich um eine besondere chirurgische Technik, die bei Zysten in der Größe eines Stecknadelkopfes oft eingesetzt wird. Durch eine Inzision wird die Zyste vorsichtig mit einem Einschnitt geöffnet und die innen angesammelte Flüssigkeit läuft ab.

Meist geschieht das mit einem kleinen Stichwerkzeug. Es kommt durch den Einstich in die Wand der Zyste zu einer natürlichen Drainage. Dies ist eine therapeutische Ableitung der Körperflüssigkeit.

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Vorbeugung

Das Durchführen von vorbeugenden Maßnahmen, die eine dauerhafte Lösung versprechen, ist bei den Hidrozytomen derzeit nicht bekannt. Regelmäßige kosmetische Behandlungen können durchgeführt werden.

Das können Sie selbst tun

Ein Hidrozytom bedarf meist keiner ärztlichen Behandlung. Da durch das Hidrozytom vor allem die Regionen des Gesichts betroffen sind, wird die Hauterkrankung von den Betroffenen allerdings als ästhetischer Makel empfunden. Bevor sich daraus seelische Beschwerden entwickeln, sollte ein Therapeut konsultiert werden. Vor allem bei chronischen Beschwerden ist es wichtig, die auffälligen Hautstellen zu akzeptieren und sich davon nicht einschränken zu lassen. Personen, die dennoch psychisch unter den Zysten leiden, sollten eine Behandlung anstreben.

Auch Zysten, die an funktionell störenden Stellen auftauchen, müssen medizinisch abgeklärt und gegebenenfalls operativ entfernt werden. Die wichtigste Begleitmaßnahme ist die Anwendung der verordneten Medikamente und Pflegeprodukte. In den ersten Tagen nach dem Eingriff darf die betroffene Stelle nicht berührt oder auf andere Weise gereizt werden, denn das kann Infektionen auslösen und im schlimmsten Fall zu einer bleibenden Vernarbung der Haut führen.

Damit die Wunden gut verheilen können, sollten sich die Betroffenen schonen und sich gesund und ausgewogen ernähren. Begleitend dazu sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim zuständigen Arzt angezeigt. Sollten sich Komplikationen einstellen, muss umgehend die Arztpraxis aufgesucht werden.

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Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Röcken, M., Schaller, M., Sattler, E., Burgdorf, W.: Taschenatlas Dermatologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

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