Prostatavergrößerung und Prostataentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Die Vorstellung, dass bestimmte Erkrankungen (Prostatavergrößerung und Prostataentzündung) eine Strafe für eine bestimmte Schuld sein können, mag dazu beigetragen haben, dass besonders von solchen Störungen des Gesundheitszustandes eines Menschen, die das Urogenitalsystem (die Harn- und Geschlechtsorgane) betrafen, früher nichts an die Öffentlichkeit dringen durfte.

Inhaltsverzeichnis

Erkrankungen der Prostata

Heute können wir, ohne gegen eine sogenannte öffentliche Meinung zu verstoßen, alle Probleme behandeln, wenn wir dadurch mehr Wissen in die Bevölkerung Deutschlands tragen und daraus in höherem Maße ein richtiges Verhalten bei derartigen Krankheiten oder ihren Symptomen erreichen können. Das veranlasst uns, heute mit einem Beitrag über die Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse) des Mannes, weite Aufklärung zu schaffen.

Die sogenannte Vergrößerung der Prostata oder Vorsteherdrüse (auch Prostatahypertophie) ist eine Krankheit, die häufig Männer zwischen dem 60. Und 80. Lebensjahr befällt. Vor dem 5. Lebensjahrzehnt tritt sie nur selten auf.

Die Prostata liegt am Harnblasenausgang und umschließt hier den Anfangsteil der männlichen Harnröhre. Um diesen Anteil der Harnröhre, gewissermaßen zwischen ihr und der Prostata, finden sich kleine Drüsen, die im alternden Körper durch besondere Vorgänge zu wuchern beginnen. Der platzheischende Prozess dieser Wucherung oder Geschwulstbildung bedingt einen Schwund der Vorsteherdrüse, die gewissermaßen an die Wand gedrückt wird, aber schließlich die entstandene Geschwulst – Adenom genannt – wie eine Kapsel umschließt. Deshalb sprechen wir einschränkend von der sogenannten Vergrößerung der Prostata.

Durch die Entwicklung der Adenoms kommt es zur Verlegung der hinteren Harnröhre, und ein Blasenabflußhindernis mit entsprechenden Beschwerden wird gebildet. Weshalb beginnen diese Drüsen nun aber gerade im fortgeschrittenen Alter zu wuchern?

Ursachen

Schematische Darstellung zur Anatomie einer gesunden Prostata und einer vergrößerten Prostata. Klicken, um zu vergrößern.

Es muss gesagt werden, dass über die Ursachen der sogenannten Prostatahypertrophie trotz zahlreicher klinischer und experimenteller Studien noch viele Unklarheiten bestehen.

Die anerkannteste Entstehungsbegründung des Prostataleidens ist die Hormontheorie. Dabei geht man von der Tatsache aus, dass es beim alternden Mann zu tiefgreifenden hormonellen Umstellungen kommt, die für die Geschwulstbildung und die damit verbundene Veränderungen entscheidend sind.

Der Beginn einer Prostataerkrankung äußert sich darin, das dass Wasserlassen nicht mehr ungehindert vonstatten geht. Das Urinieren ist erschwer, der Harnstrahl lässt nach, der Betroffene muss längere Zeit warten, bis sich die Blase entleert. Zunächst steigert sich das Harnbedürfnis nur nachts, mit der Zeit wird es aber auch bei Tage häufiger. Allmählich beginnt ein Kräfteverfall. Aber alle diese Beschwerden, die sich nur langsam steigern, werden vom Patienten meist nicht sonderlich beachtet, da er sie sehr oft als altersbedingt hinnimmt.

Doch gerade diese schleichende Form des Prostataleidens birgt Gefahren in sich. Mit den Monaten und zuweilen auch Jahren kommt es zu einer Harnrückstauung, dem sogenannten Restharn, weil der Patient die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann.

Symptome & Beschwerden bei Erkrankungen der Prostata

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Dadurch werden die Nieren in Mitleidenschaft gezogen und geschädigt, so dass sie mit der Zeit ihrer Funktion nicht mehr gerecht werden und eine Harnvergiftung eintreten kann. Während des fortschreitenden Krankheitsprozesses wird das Wasserlassen immer spärlicher, später gelingt es nur noch tropfenweise Urin zu lassen, bis es schließlich zur Überlaufblase kommt.

Dann läuft der Urin ab, ohne dass der Patient es merkt. Es kommt zum nächtlichen Einnässen (Einpinkeln), wobei der Patient dieses Geschehen erst nur als ein momentanes Missgeschick auffasst, das er vor den Angehörigen verbirgt. Aber die Wiederholung des Einnässens ist unvermeidlich, und nun sind es meistens die Familienangehörigen, die darauf drängen, dass sich der Kranke, weil er vermeintlich den Harn nicht mehr halten kann, beim Arzt vorstellt. In diesem fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist es oft recht schwierig, dem Patienten wieder zu voller Gesundheit zu verhelfen.

Eine andere Verlaufsform der sogenannten Prostatahypertrophie ist die akute Harnsperre. Trotz quälendem Harndrang kann der Kranke keinen Urin mehr lassen. Hier wird dem Patienten sein bisher verborgenes Leiden so eindrucksvoll veranschaulicht, dass er sofort den Arzt aufsucht. Die Entleerung der Blase durch das Einführen eines Gummikatheters befreit den Patienten von seinen Qualen. Bei richtiger Behandlung lässt sich die akute Harnverkalkung meist schnell wieder beheben. Aber dieses Ereignis kann sich jederzeit wiederholen. Ein Diätfehler, Unterkühlung oder langes Sitzen können erneut eine Harnsperre auslösen, wenn die Ursache nicht beseitigt wird.

Die sogenannte Prostatahypertrophie zeigt immer eine fortschreitende Tendenz. Wird das Abflusshindernis nicht beseitigt, so treten mit der Zeit Folgen wie Harnwegsinfektionen oder Nierenversagen ein, denen der Patient zum Opfer fallen kann. Aus diesem Grund sollte der Kranke den Rat des Facharztes befolgen, wenn ihm zu einem operativen Eingriff geraten wird, denn dieses Leiden kann, dem heutigen Stand der Wissenschaft entsprechend, meist nur durch eine Operation beseitigt werden. Es ist eine alte Erfahrung, dass das Krankheitsbild der Prostatahypertrophie ausgeprägten Schwankungen unterworfen ist und nach dem Einnehmen von Medikamenten eine schnelle Besserung eintritt.

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Komplikationen

Oft gelingt es, insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung, den Rhythmus des Urinierens zu bessern, so dass das Wasserlassen wieder mehr oder weniger ausreichend vonstatten geht. Aber diese Besserung ist nur vorübergehend, denn die positive Einwirkung auf den Blasenzyklus ändert nichts an der Prostataerkrankung. Die Ursache des Leidens bleibt unbeeinflusst, und Rückfälle sind unvermeidlich. Es ist deshalb falsch, die Operation hinauszuschieben, da der Betroffene im Verlauf der Krankheit älter wird, die Abnutzungserscheinungen des Körpers fortschreiten und der chirurgische Eingriff erschwert wird.

Wie aus dem bisher Dargelegten hervorgeht, ist die Erkrankung der Prostata eine Krankheit, die höchstwahrscheinlich durch hormonelle Verschiebungen, fettreiche und ungesunde Lebensweise und sinkender Sexualverkehr (Geschlechtsverkehr) des alternden Körper ausgelöst wird. Nach unseren heutigen Erkenntnissen sind wir leider noch nicht in der Lage, dieses Geschehen so zu beeinflussen, dass die Wucherung der Drüsen im Bereich der hinteren Harnröhre ganz vermieden und die sogenannte Prostatavergrößerung verhindert werden kann.

Wir können aber dem Patienten bei einer beginnenden Vergrößerung der Prostata rechtzeitig helfen, so dass es zu keiner Schädigung des gesamten Organismus zu kommen braucht. Voraussetzung dafür ist, dass jeder Patient, der Beschwerden beim Wasserlassen hat, unverzüglich einen Arzt zu Rate zieht.

Für den Betroffenen ist außerdem wichtig, sich möglichst vor Erkältungen und Unterkühlungen zu schützen, nur wenig Alkohol zu genießen, für geregelten Stuhlgang zu sorgen, das Bedürfnis zum Harnlassen nicht zu unterdrücken, langes Sitzen zu vermeiden und sexuelle Aktivitäten mit dem Arzt zu besprechen, denn auch eine entsprechende Lebensweise kann dazu beitragen, die auslösenden Faktoren bei der sogenannten Prostatavergrößerung weitgehend auszuschließen.

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