Kleinblütiges Weidenröschen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Das kleinblütige Weidenröschen bezeichnet eine eher unscheinbare und mehrjährige Krautpflanze, die von den meisten Menschen als Unkraut angesehen wird, da sie sich sehr stark und invasiv verbreitet. Mittlerweile gilt sie als Heilpflanze, nachdem sie als solche bis vor ein paar Jahrzehnten völlig verkannt war. Heute ist das kleinblütige Weidenröschen als Heilkräuterpflanze sehr beliebt, besonders im Einsatz gegen Beschwerden der Prostata sowie bei entzündlichen Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des kleinblütigen Weidenröschens

Das kleinblütige Weidenröschen kommt ursprünglich in gemäßigter Zone in Europa und in Nordamerika vor. Die Pflanze wächst meist an Waldrändern, Ufern und Lichtungen, dennoch ist sie mittlerweile auch heimischen Gärten und vermehrt auf Schrottplätzen zu finden, da sie sich als invasiver Neophyt stark ausgebreitet hat. Das kleinblütige Weidenröschen ist eine Staude, wächst also mehrjährig. Sie kann eine Höhe von etwa 60 Zentimetern erreichen, unter idealen Bedingungen durchaus auch mehr.

Die Überwinterung der Pflanze erfolgt mittels einer Rosette, die sich in Bodennähe befindet. Aus dieser wächst in der nächsten Vegetationsperiode ein Stängel empor, der von vielen länglichen Blättern bedeckt ist. Die Ränder dieser Blätter sind ein wenig gezackt, und an der Stängelspitze erblühen ab dem Monat Juli rosafarbene kleine Blütenstände, die insgesamt vier Blätter aufweisen. Diese verfügen in der Mitte über eine Kerbe. Die Blüte des Weidenröschens wächst in Form einer Traube mit einer schmalen Schote, die ein wenig an Bohnen erinnert.

Es handelt sich um eine sehr ausdauernd veranlagte krautartige Pflanze, welche bei günstigen Bedingungen sogar eine Höhe von einem Meter erreichen kann. Die Sprossachsen des Weidenröschens verzweigen sich oberhalb der Rosette, im unteren Bereich sind sie zottelig und von grauer Farbe. Der obere Bereich der Sprossachsen weist kleine drüsenförmige Haare inmitten der Zotten auf. Im späteren Verlauf der Vegetationsperiode geben die Schoten den Samen ab, welcher sich dann wiederum unzählig durch den Wind verbreiten kann.

Wirkung & Anwendung

Das kleinblütige Weidenröschen enthält sehr viel an sogenannten Flavonoiden. Die Mehrzahl bezeichnen Substanzen wie Glykoside, die Konzentration in den Pflanzen zeigt sich sehr variabel und liegt bei etwa eineinhalb Prozent. Die darin enthaltenen Aglykone sind nicht an Zucker gebunden und bestehen hauptsächlich aus Kämpferol, Myricetin und Quercetin. Das Weidenröschen beinhaltet einen unterschiedlich hohen Gehalt an Gerbstoffen und Tanninen, der etwa zwischen vier und 14 Prozent stark schwankt.

Diese Substanzen werden von der sogenannten Ellagsäure abgeleitet und bezeichnen in der Regel die makrocyclischen Ellagitannine. Nebenbei enthält die Pflanze allerdings auch einfache Gallotannine. In der volkstümlichen Heilkunde wird dem kleinblütigen Weidenröschen eine lindernde Wirkung bei Prostatabeschwerden und sämtlichen entzündlichen Erkrankungen nachgesagt. Selten kam es auch zu Berichten über die Hilfe bei Nieren- und Blasenerkrankungen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Pflanzenextrakte des Weidenröschens eine antibakterielle Wirkung aufweisen sowie das Wachstum bestimmter Bakterienarten wie beispielsweise Escherichia coli beeinträchtigt. Weiterhin kann aus trockenen Blüten, Stängeln und Blättern der Pflanze ein Tee hergestellt werden, welcher Vergrößerungen der Vorsteherdrüse und die daraus resultierenden Miktionsbeschwerden lindert.

Steht das kleinblütige Weidenröschen in der Blüte, werden Substanzen wie Gerbstoffe, Myricedin, Pektin, Flavonoide, Schleimstoffe, Sterole, Gallussäure und diverse Farbstoffe wie Anthocyane freigesetzt. Alle Pflanzenteile wirken harntreibend und hemmen Entzündungen jeder Art. Auf die Prostata wirkt sich die Heilkraft der Pflanze rückbildend aus. Langjährige medizinische Studien belegen hier die Wirksamkeit des Weidenröschens.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Das kleinblütige Weidenröschen mit lateinischer Bezeichnung Epilobium war bereits seit langer Zeit als nicht so sehr bedeutsame Arznei- und Heilpfalnze bekannt. Schon in der frühen Neuzeit titelte Leonhart Fuchs diese Pflanze in seinem „New Kreüterbuch“ als Weiderich, welcher den Apothekern unbekannt sei. In Österreich wurde das kleinblütige Weidenröschen in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ganz plötzlich über Nacht berühmt.

Maria Treben, Autorin des Werkes „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“, entdeckte die Pflanze aufgrund von Erfahrungen in Bezug auf die Beschwerden der Prostata oder Nieren- und Blasenerkrankungen und schrieb ihr eine große Heilwirkung zu. Daraufhin setzte bald eine enorme Nachfrage nach dem kleinblütigen Weidenröschen ein, die hervorragend zu Tee verarbeitet werden konnte. Dies wiederum trieb die medizinische Forschung an.

Das kleinblütige Weidenröschen ist eine Staude, wächst also mehrjährig.

Um die Qualität der Heilwirkung dieser Pflanze zu analysieren, war es nun erforderlich, die mehr als 15 in Österreich vorkommenden Arten des Epilobium anatomisch und morphologisch zu charakterisieren. Bevor klinische Tests entsprechende Drogen und Extrakte der Pflanze begutachtet hatten, war weiterhin lediglich die Verarbeitung zum Tee möglich. Bezeichnend war hier der Ausdruck „Weidenröschenkrauttee“ und so in der volkstümlichen Medizin bekannt.

Für diesen Tee mit heilender Wirkung sollen etwa zwei bis drei Teelöffel entsprechend zwei Gramm geschnittener Pflanze mit etwa 150 Millilitern kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten gefiltert werden. Maria Treben gab viele Erfolge in Bezug auf die Heilung von Prostata-, Nieren- und Blasenleiden einschließlich Krebserkrankungen an. Diese konnten jedoch nie belegt werden.

Nach dem momentanen Stand des Wissens bezüglich dieser Heilwirkungen ist es jedoch ratsam, nebst einer schulmedizinischen Behandlung einen Tee des Weidenröschens begleitend regelmäßig zu sich zu nehmen. Dieses erscheint als sehr sinnvoll und kann die ärztliche Therapie durchaus unterstützen. Das kleinblütige Weidenröschen stellt in der Alternativmedizin also eine vielversprechende Heilpflanze dar, die nicht verkannt werden sollte.

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