Zitwerwurzel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Zitwerwurzel ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die in Südostasien heimisch ist. Die getrocknete Wurzel der Pflanze wird vor allem in China und in Japan als Arzneimittel genutzt. Auch in der traditionellen europäischen Heilkunde ist die Zitwerwurzel als Heilpflanze bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Zitwerwurzel

Die Zitwerwurzel (Curcuma ceodoaria) ist verwandt mit Ingwer und Curcuma. Sie ist in Asien beheimatet und wächst dort bevorzugt in den tropischen und subtropischen Regionen des Regenwalds. Die Pflanze ist ausdauernd und krautig und kann eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. Oberhalb der Erde bildet die Zitwerwurzel Blattsprossen aus. Unterirdisch bildet sie Wurzelstöcke, sogenannte Rhizome. Diese dienen als Überdauerungsorgan und können durch ihre mehrfachen Verzweigungen sehr groß werden.

Zur Blütezeit trägt die Pflanze grüne Hochblätter und gelbe Blüten. Das Rhizom ist essbar. Es ist weiß und hat einen mango- oder ingwerähnlichen Duft. Der Nachgeschmack ist eher bitter. Die gesamte Pflanze verströmt einen sehr starken Duft. Bei der deutschen Bezeichnung Zitwer besteht Verwechselungsgefahr.

Neben der in diesem Text beschriebenen asiatischen Zitwerwurzel ist auch die Zitwerblüte bekannt. Diese stammt allerdings nicht von Curcuma cedoaria, sondern von einem giftigen russischen Beifußgewächs, dem Wurmsamen (Artemisia cina). In der russischen Volksmedizin wurden die Zitwerblüten als Wurmmittel verwendet. In Deutschland wird zudem manchmal der Kalmus als deutscher Zitwer bezeichnet.

Wirkung & Anwendung

Wesentliche Bestandteile der Zitwerwurzel sind ätherische Öle und Harzsäuren. Diese verleihen der Wurzel ihren aromatischen Duft und ihren leicht scharfen Geschmack. Des Weiteren enthält das Rhizom der Pflanze Zingiberen, Zingiberol und Shogaol. Scharfstoffe, Sesquiterpene, Schleim und Bitterstoffe sind ebenfalls in der Zitwerwurzel enthalten. Zudem verfügt die Wurzel über Vitamin C, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und Eisen.

Die Bitterstoffe und die ätherischen Öle der Pflanze sorgen für eine verdauungsstärkende Wirkung. Ähnlich wie seine Verwandten Ingwer und Kurkuma regt auch die Zitwerwurzel die Produktion von Verdauungssäften an und stärkt die Leber. Durch die vermehrte Sekretion von Verdauungsenzymen wird die Nahrungspassage im Darm beschleunigt. Zudem werden durch die vermehrt ausgeschütteten Gallensäuren Fette aus der Nahrung gebunden. Dadurch wird fetthaltige Nahrung leichter verdaut. Die Zitwerwurzel lindert so Blähungen und Völlegefühl und kann auch bei zu hohen Cholesterinwerten regulierend wirken.

Die Zitwerwurzel ist in Asien beheimatet und wächst dort bevorzugt in den tropischen und subtropischen Regionen des Regenwalds.

Mit der Galle werden jedoch nicht nur Fette, sondern auch Gifte und Schadstoffe aus der Leber gebunden. Auch diese können nun besser ausgeschieden werden. Ähnlich wie Curcuma soll auch die Zitwerwurzel einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Ebenso zeigt sich ein Effekt auf die Blutgefäße und den Blutdruck. Die Zitwerwurzel hat eine leicht blutdrucksenkende Wirkung und wirkt zudem als Gegenspieler der Arachidonsäure, welche Entzündungen an den Gefäßwänden hervorrufen kann. Damit ist die Zitwerwurzel auch ein präventives Mittel gegen Arteriosklerose.

Des Weiteren zeigt die Wurzel auch eine positive Wirkung auf das Herz und kann begleitend bei Herzschwäche eingesetzt werden. Arzneilich verwendet wird die getrocknete Wurzel der Pflanze. Für einen Tee aus Zitwerwurzel wird ein Teelöffel des getrockneten Rhizoms mit kochendem Wasser übergossen. Damit alle Inhaltsstoffe aus der Teedroge in die Flüssigkeit übergehen, muss der Aufguss fünfzehn Minuten lang ziehen. Die Zitwerwurzel lässt sich gut mit anderen verdauungsfördernden und leberstärkenden Teedrogen wie Löwenzahnkraut, Kamillenblüten oder Pfefferminzblättern kombinieren.

Alternativ kann auch eine Tinktur mit der Wurzel angesetzt werden. Dafür einfach ein Einweckglas zur Hälfte mit getrockneter Zitwerwurzel füllen und bis das Glas komplett gefüllt ist mit einem hochprozentigen klaren Schnaps übergießen. Das Glas sollte über etwa vier Wochen an einem sonnigen warmen Platz stehen und ab und an geschüttelt werden. Anschließend kann die Tinktur gefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt werden. Von der Zitwerwurzel-Tinktur sollten täglich dreimal zehn bis fünfzig Tropfen eingenommen werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In Japan und China ist die Zitwerwurzel als Heilmittel sehr beliebt. Sie ist dort Bestandteil vieler traditioneller Teemischungen, die bei verschiedenen Beschwerden von chinesischen und japanischen Ärzten verordnet werden. In Deutschland wurde die Zitwerwurzel 1962 in das Deutsche Arzneibuch (DAB) aufgenommen. 1988 wurde die Zitwerwurzel von einer Expertenkommission für pflanzliche Arzneimittel im Auftrag des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die heilende Wirkung der Pflanze nicht ausreichend wissenschaftlich belegt werden kann. Die Zitwerwurzel erhielt eine sogenannte Negativmonographie und wurde in die zehnte Auflage des Deutschen Arzneimittelbuches, welche im Jahr 1991 erschien, nicht mehr aufgenommen. Die der Zitwerwurzel sehr nahestehenden Pflanzen Curcuma longa und Curcuma xanthorrhiza sind hingegen seit 1930 beziehungsweise seit 1978 Teil des Deutschen Arzneimittelbuches.

Das ätherische Öl der Zitwerwurzel wird auch in westlichen Ländern heute noch in der Likörherstellung verwendet. Auch in der Parfümindustrie wird das ätherische Öl eingesetzt. Als Gewürz spielt die Zitwerwurzel in Deutschland keine bedeutende Rolle. In Indien wird sie zum Einlegen von Gemüse und Obst gerne genutzt und ist zudem Bestandteil von Currypasten. In Thailand verzehrt man die jungen Wurzelstöcke als Gemüse.

Obwohl die Zitwerwurzel der Curcumawurzel und dem Ingwer in der Heilwirkung nicht bedeutend nachsteht, ist die Pflanze sowohl als Heilmittel als auch als Gewürz in Deutschland eher unbekannt und wird nur sehr selten medizinisch genutzt.

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