Zitwerblüte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Sie kommt in den Steppen Mittelasiens vor und ist als Heilpflanze auch unter dem Namen Wurmsamen bekannt. Die Zitwerblüte (lat. Artemisia cina) darf wegen ihres Giftgehalts nur in Form von Fertigpräparaten verwendet werden. Nicht nur als Mittel gegen Wurmbefall hat sie in der Homöopathie ihren festen Platz.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Zitwerblüte

Artemisia cina gehört zur Familie der Korbblütler. Die hauptsächlich in den Steppen Russlands, Kasachstans und der Mongolei beheimatete, krautige bis strauchartige Pflanze ist eng verwandt mit Beifuß und Wermut. Ihre 30 bis 60 cm hohen Stängel sind unten meist holzig und verästeln sich auf mittlerer Höhe rispenartig. Die kleinen, grau behaarten Blättchen vertrocknen früh. Die an den Rispen wachsenden, drei- bis fünfblütigen Blütenköpfchen sind mit ihrer bräunlich grünen Farbe und einer Größe von 2 bis 4 mm ebenfalls recht unscheinbar.

Je nach Beschaffenheit des Bodens, auf dem die Pflanze wächst, variiert ihr Wirkstoffgehalt. Je sodahaltiger der Boden, desto mehr Santonin enthält die Pflanze. Nicht zu verwechseln ist die Zitwerblüte mit der Zitwerwurzel (lat. Curcuma zedoaria), einer aus Indien stammenden Heil- und Gewürzpflanze, die zu den Ingwergewächsen zählt.

Wirkung & Anwendung

Gesammelt werden die (oft fälschlicherweise als Zitwersamen bezeichneten) Blütenköpfchen, und zwar kurz vor dem Aufblühen. Sie enthalten die medizinisch relevanten Inhaltsstoffe, vor allem Santonin und Artemisin, in wesentlich höherer Konzentration als das restliche Kraut.

Wegen ihrer hohen Wirksamkeit als Entwurmungsmittel wurde Artemisia cina früher in der Volksmedizin gegen Darm-Parasiten wie Band-, Maden- und Spulwürmer eingesetzt. Schon bei therapeutischer, erst recht aber bei Überdosierung kam es dabei allerdings nicht selten zu Vergiftungen. Die Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind psychoaktiv, neurotoxisch und hoch giftig.

Santonin wirkt auf Gehirn und Rückenmark, ruft Halluzinationen, Bewusstlosigkeit und epileptische Anfälle hervor. Zu Beginn einer Vergiftung treten Störungen in der Farbwahrnehmung auf, im Weiteren kommt es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sowie zu Muskelkrämpfen, Lähmungserscheinungen und akuter Atemnot.

Von alten Darreichungsformen wie Pulver oder gar Keksen mit Santonin-Gehalt hat daher auch die Volksmedizin inzwischen Abstand genommen. Artemisia cina wird heute nur noch in Form von Fertigpräparaten angewendet. Ebenso wie die traditionelle Volksmedizin setzt auch die Homöopathie Cina zur Behandlung von Wurmbefall ein. Zusammen mit den Würmern verschwinden auch die typischen Begleitsymptome wie Heißhunger, Magen-Darm-Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Blasenschwäche und Afterjucken.

Zitwerblüte wirkt auf die Muskulatur und auf den Vagusnerv. Die Homöopathie verwendet sie deshalb auch bei Krämpfen, Schlaf- und Sehstörungen sowie bei Verdauungsproblemen. Dank seiner Wirkung auf das vegetative Nervensystem hat Cina therapeutische Eigenschaften. Es hilft Kindern und Erwachsenen effektiv bei Unruhe- und Angstzuständen, kann depressive Verstimmungen und Launenhaftigkeit mildern.

Mit Ausnahme von USA, Mexiko, Argentinien, England, Finnland, Rumänien und Griechenland Ist die Zitwerblüte als „Flores Cinae“ in fast allen Ländern offizinal. Das bedeutet, entsprechende Präparate müssen in Apotheken erhältlich sein. Pastilli Santonini werden bei Wurmbefall 2 - 3 Tage lang eingenommen, danach sollte eine Abführkur, zum Beispiel mit Rizinusöl, erfolgen.

Auch in Form von Kapseln mit einer sogenannten „Teep“-Pflanzenzubereitung ist der Wirkstoff erhältlich. Die empfohlene Tagesdosis liegt hier bei 4-5 Kapseln, für Kinder entsprechend niedriger. In Form von Globuli, als Dilution oder in Tabletten wird Cina in D und C Potenzen angeboten, am häufigsten kommt es in D3 bis D6 zum Einsatz.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der übergeordnete Gattungsname Artemisia geht angeblich auf die gleichnamige persische Königin aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert zurück, die für ihre Kenntnisse in der Botanik berühmt war. Schon im alten China und bei den Römern war die Pflanze als Heilmittel bekannt. Der Arzt und Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann betonte im Jahre 1829 die, so wörtlich, „wertvolle heilende Wirkung“ der Zitwerblüte weit über ihr traditionelles Einsatzgebiet in der Wurmbekämpfung hinaus.

Eine Parasitose - also ein Wurmbefall im Darm - ist nicht nur mit lästigem Juckreiz verbunden, sondern kann eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen nach sich ziehen. Durch ständiges Kratzen wird die Haut geschädigt, es können Entzündungen oder Zysten auftreten. Besonders in sensiblen Bereichen wie Scheide und After führt das zu erheblichen Beeinträchtigungen. Als Folge eines Befalls mit Darmwürmern können beim Menschen außerdem Bronchitis, Sinusitis, Ohrentzündungen, nächtlicher Husten, Nasenbluten und sogar örtliche Lähmungserscheinungen auftreten.

Artemisia cina ist hier ein sanftes, aber sehr effektives Heilmittel. Der „Wurmsamen“ unterbindet die Symptome, treibt die Würmer aus und tötet vorhandene Wurmeier ab. Der für die klassische Homöopathie typische Cina-Patient ist chronisch angespannt und nervös, von Ängsten geplagt und neigt zu Ohnmachtsanfällen. Er knirscht nachts mit den Zähnen, kann nicht durchschlafen und leidet unter mangelndem Selbstbewusstsein. Er schwankt zwischen Appetitlosigkeit und maßlosem Essverlangen, hat dabei besonders eine Gier auf Süßes.

Gelegentlich entwickelt er Essstörungen bis hin zur Bulimie. Der Cina-Patient ist allgemein müde, blass und hat dunkle Augenringe. Seine Wangen wiederum sind vom Fieber gerötet und heiß. Häufig klagt er auch über Sehstörungen. Besonders Kinder, die zu diesem Patienten-Typus zählen und von ihren Eltern gar als lästig, zornig und unangenehm beschrieben werden, behandelt die Homöopathie erfolgreich mit Cina. Wie immer in der Homöopathie, kann die Behandlung mit Artemisia Cina die typischen Symptome zunächst verstärken, bevor dann eine Besserung eintritt.

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