Zirkumzision

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Eine Zirkumzision, oder auch männliche Beschneidung, ist die vollständige oder teilweise Entfernung der Vorhaut des männlichen Gliedes. Die weltweit sehr häufig und meist im Kindesalter durchgeführte Vorhautbeschneidung wird in der Regel aus religiösen oder kulturellen Gründen durchgeführt. Es gibt aber auch medizinische Gründe für die Zirkumzision bei Jugendlichen oder Erwachsenen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Zirkumzision?

Bei der Zirkumzision wird die Vorhaut des männlichen Gliedes operativ entfernt. Die Vorhaut ist ein beweglicher Hautlappen, der die Eichel des Gliedes umschließt. Die Operation erfolgt meist unter lokaler Betäubung, bei Säuglingen mitunter auch ohne jede Betäubung. Während die Beschneidung im Christentum unüblich ist, werden im Islam und im Judentum männliche Säuglinge regelmäßig beschnitten.

In einigen Ländern, beispielsweise in den USA, wird die Zirkumzision in vielen Fällen routinemäßig durchgeführt. Schätzungsweise sind über 50 % der männlichen US-Amerikaner beschnitten. Allerdings zeichnet sich dort in den letzten zwanzig Jahren ein Trend ab, die Beschneidung männlicher Säuglinge seltener durchzuführen. Grund für diese Entwicklung ist eine teilweise recht energisch geführte gesellschaftliche Debatte über Nutzen und Risiken der Beschneidung. In Deutschland wird die Beschneidung zwar auch in jüdischen und islamischen Gemeinden durchgeführt. Bei der christlichen Mehrheitsbevölkerung ist sie aber nur im Falle einer medizinischen Indikation üblich.

Funktion, Wirkung & Ziele

Neben religiösen und ästhetischen Gründen gibt es auch verschiedene medizinische Indikationen für eine Beschneidung. Dazu gehören wiederkehrende Entzündungen an Vorhaut oder Eichel (Balanitis) sowie der ableitenden Harnwege (Urethritis oder Cystitis). Dies gilt vor allem dann, wenn keine anderen behandelbaren Ursachen für diese Entzündungen gefunden werden können. Ein weiterer relativ häufiger Grund ist die Vorhautverengung (Phimose).

Bei dieser lässt sich die Vorhaut beim versteiften Glied nicht oder nicht ganz zurückziehen, wodurch der Geschlechtsverkehr sehr schmerzhaft werden kann. Auch Schmerzen beim Wasserlassen und Schwierigkeiten mit der Hygiene können direkte Folgen der Phimose sein. Die Vorhautverengung kann häufig aber auch auf andere Art behandelt werden. Neben der Behandlung der genannten gesundheitlichen Beschwerden dient die Zirkumzision auch der einfacheren Reinigung des Gliedes. Eine Ablagerung des weißlichen Vorhauttalgs (Smegma) findet beim beschnittenen Glied kaum noch statt, sodass sich weniger Bakterien ansammeln können. Dadurch wird die Gefahr von Entzündungen der ableitenden Harnwege verringert.

Eine Zirkumzision, oder auch männliche Beschneidung, ist die vollständige oder teilweise Entfernung der Vorhaut des männlichen Gliedes.

Außerdem verringert sich das Risiko der Übertragung von Geschlechtskrankheiten. So gelten beschnittene Männer als deutlich weniger anfällig für Infektionen mit HIV und HPV. HPV, die sogenannten humanen Papillomviren, können bei Männern und Frauen Feigwarzen und Krebs auslösen. Insbesondere werden sie für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht. Daher kann eine Beschneidung auch dem Schutz der Sexualpartnerin des Mannes dienen. Männer schätzen neben der veränderten Optik nach der Beschneidung insbesondere die Desensibilisierung des Gliedes. Dieser Effekt kann nämlich dazu führen, dass die weniger reizempfindliche Eichel zu einer Verlängerung des Geschlechtsverkehrs beiträgt. Der Eingriff dauert nur etwa fünfzehn Minuten. Bei der Operation wird die Vorhaut mit einer Klemme gefasst und gestrafft.

Dann kann sie vor der Klemme vollständig durchtrennt werden. Zumeist wird dabei auch das innere Vorhautblatt gekürzt. Die Zirkumzision kann aber auch zirkulär (also rund um die Eichel) durchgeführt werden. Dazu werden vor der Beschneidung zwei Stellen markiert, an denen der Schnitt durchgeführt werden soll. Nach durchgeführter Zirkumzision liegt die Eichel des Gliedes frei, während sie sonst von der Vorhaut verdeckt war. In der Zeit kurz nach der Operation kann daher die sehr sensible Eichel leicht gereizt sein, sie wird aber schon nach kurzer Zeit desensibilisiert und damit weniger empfindlich.

Innerhalb von etwa vierzehn Tagen heilt die Wunde normalerweise ab. Geschlechtsverkehr sollte aber frühestens drei Wochen nach der Operation wieder stattfinden. In dieser Phase sollte auch auf Vollbäder mit Badezusätzen verzichtet werden, kurze Duschen sind sinnvoller. Auch sollte unnötige Bewegung vermieden werden. Sportliche Betätigung ist erst wieder möglich, wenn die Heilung vollständig abgeschlossen ist.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Zirkumzision ist ein in der Regel sehr komplikationsarmer Eingriff. Wie bei jeder Operation kann es aber zu Problemen kommen. Dazu gehören allergische Reaktionen auf Betäubungsmittel, Schmerzen nach der Operation, die Bildung eines Blutergusses und andere operationstypische Komplikationen. Insbesondere in der Phase der Wundheilung bestehen einigen Risiken, über die vor der Operation Klarheit bestehen sollte.

So sind Nachblutungen der Wunde ebenso möglich wie Schwellungen in der Nähe der Operationswunde. Durch ungewollte nächtliche Erektionen kann die Wunde wieder aufreißen. Diese Probleme können durch eine strikte Einhaltung der Ruhephase minimiert oder gänzlich vermieden werden. Wenn die Vorhaut nicht vollständig entfernt wurde, kann es durch Schrumpfung des Narbengewebes zu einer erneuten Verengung kommen, die möglichst schnell behandelt werden sollte. Seltener tritt eine Knotenbildung der dorsalen Vene statt. Diese Vene wird bei der Operation meist durchtrennt und verästelt sich später neu.

Dabei können Knoten entstehen. Die Nähe des Eingriffes zu den für das sexuelle Lustempfinden wichtigen Regionen des Gliedes kann zu einer Beeinträchtigung der Empfindsamkeit führen. Diese Begleiterscheinung ist aber fast immer nur temporär. In der Forschung ist auch von psychischen Folgen der Zirkumzision die Rede. So wurden bei einigen Männern posttraumatische Belastungsstörungen festgestellt, die nachhaltige Auswirkungen auf die Lebensqualität haben können. Eine körperliche Veränderung an diesem für die Sexualität wesentlichen Körperteil kann im schlimmsten Falle zu einer negativen Einstellung zur Sexualität führen.

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