Zimbelkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der botanische Name des Zimbelkrautes lautet Cymbalaria muralis und es gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Bereits in der Frühen Neuzeit wurde es als Heilpflanze beschrieben, spielt als solche heute aber keine große Rolle mehr. Inzwischen wird es vor allem in der Küche zum Würzen oder als Zierpflanze in Gärten und an Mauern genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Zimbelkrauts

Andere Trivalnamen der Pflanze sind Mauer-Zimbelkraut oder Eustett – wie es in der Schweiz genannt wird. Je nach Örtlichkeit variiert auch die Schreibweise. So wird der Name auch Zymbelkraut oder Zymbalkraut geschrieben. Andere Synonyme sind Efeublättriges Zimbelkraut, Mauer-Leinkraut oder Eckiges Löwenmaul. Der ursprüngliche Name entstammt der Form der Blätter.

Sie haben die Form kleiner Schlaginstrumente (Zimbeln). Die krautige Pflanze ist ausdauernd und hat fadenfömige, hängende kletternde Stängel, die bis zu 60 cm lang werden können. Die Laubblätter haben die Form eines Herzes und sind auf der Unterseite meistens rötlich. Auch die Stängel können rötlich gefärbt sein. Die Blüten des Zimbelkrauts haben eine hellviolette Farbe und sind gespornt. Sie werden als homogame Maskenblumen bezeichnet. Auf der Außenseite an der Unterlippe besitzen sie gelbe Blütenmale, die als Staubbeutelattrappen wirken. Zudem wenden sich die Blüten zum Licht.

Heutzutage wird Zimbelkraut vor allem in der Küche zum Würzen oder als Zierpflanze in Gärten und an Mauern genutzt.

Sie sind phototrop. Ihre Befruchtung erfolgt über Schwebfliegen und Bienen, wobei sowohl die Pollen- als auch Nektarmenge des Zimbelkrauts eher gering ist. Der letzte Samen bleibt bei der Freisetzung erhalten und mit der Frucht verbunden. Der Fruchtstiel wächst entgegengesetzt der Pflanze vom Sonnenlicht weg und verschwindet in Ritzen wie Mauerspalten. Dort können die Samen durch vom Wind abgelagerte Feinerde keimen. Auch in Blumentöpfen kann Zimbelkraut gepflanzt werden.

Es ist ein Gartenflüchtler und keimt im Dunkeln. Ursprünglich entstammt die Pflanze dem Mittelmeergebiet. Sie kommt natürlich vor und wurde erst später als Zierpflanze genutzt. Dabei war es vor allem im Felsenbereich der nördlichen Adria und in Gebirgen Norditaliens zu finden. Im 16. Jahrhundert wurde es in ganz Europa verbreitet. Dort diente das Zimbelkraut als Zier- und Heilpflanze. Mittlerweile findet es sich auf der ganzen Welt an Felsen und Mauerritzen (Neophyt). Sein bevorzugtes Klima ist warm und etwas feucht.

Bevorzugt wächst es an halbschattigen bis sonnigen Mauern, in Ruinen, Steinbrüchen oder Gärten. Früher wurde die Gattung Cymbalaria zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) gezählt. Erst nach molekulargenetischen Untersuchungen erfolgt die neue Zuordnung zu den Wegerichgewächsen. Die Blütezeit des Zimbelkrauts liegt zwischen Juni und September, seine Fruchtreife zwischen August und September. Es blüht mehrere Monate und ist pflegeleicht, weshalb es an Mauern schnell einen Teppich bilden kann. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Standort den Bedürfnissen der Pflanze entspricht und sie sich ungehindert entwickeln und ausbreiten kann. Es ist immergrün und winterfest. So wächst es bereits im Vorfrühling über etwaigen Schneemassen an den Mauern.

Wirkung & Anwendung

Früher wurde Zimbelkraut neben seiner Verwendung als Heilpflanze auch als Färbemittel eingesetzt. Die Blüten wurden zu gelber Lebensmittelfarbe verarbeitet. Aufgrund seiner Reichhaltigkeit an Vitamin C diente es als Salat in Kuren und wurde als wundheilender Umschlag genutzt. Aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts wurde mit Zimbelkraut unter anderem Skorbut behandelt. Dabei handelt es sich um eine Vitamin-Mangel-Erkrankung, die insbesondere mit einem Mangel an Vitamin C einhergeht.

In der Küche findet Zimbelkraut noch heute Anwendung. Die Blätter besitzen eine leichte Schärfe und werden daher als zum Würzen genutzt. Der Geschmack erinnert an Kresse, weshalb die Blätter eine ähnliche Anwendung finden. Sie können als Beilage in Salaten oder Suppen serviert werden. Als Heilpflanze wird es heute kaum noch genutzt und hat keine besondere Bedeutung mehr. Trotzdem wird es ab und an noch in Umschlägen verwendet. Für einen klassischen Zimbelkraut-Tee werden 2 TL mit 100 ml heißem Wasser übergossen.

Nach 10-minütigem Ziehen und Abseihen kann Zimbelkraut für Waschungen und Kompressen genutzt werden. Hierfür wird ein Tuch mit dem aufgekochten Tee getränkt und auf die betroffenen Stellen gelegt oder darum gewickelt. Eine andere Variante ist die Zubereitung von Zimbelkraut-Brei. Dabei wird das frische Kraut mit einem Mörser zerstampft und der Brei zwei Mal täglich für eine Viertelstunde auf die Stellen gelegt. Seine hauptsächliche Verwendungsart ist die Nutzung als Gartenzierpflanze. Als solche findet sich Zimbelkraut vorwiegend an Mauern und in Steingärten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Als Arzneimittel trägt Zimbelkraut die Bezeichnung Herba cymbalariae. Es enthält Bitterstoffe, Iridoid, Muraliosid und Tannine. In der Volksheilkunde wird Zimbelkraut in erster Linie gegen Wunden und Hautentzündungen jeglicher Art eingesetzt. Es hat eine antibakterielle Wirkung und kann so Entzündungen nicht nur verhindern, sondern auch heilend wirken. Daher findet es auch Anwendung bei Schnitten oder offenen Wunden.

Bei leichten Verbrennungen kann Zimbelkraut die Schmerzen lindern. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz des Krautes bei Hämorrhoiden. Zimbelkraut zeichnet sich besonders durch seine wundheilende, entzündungshemmende und adstringierende Wirkung aus. Oben genannte Rezepte gelten vor allem für die Nutzung des Krautes gegen Wunden, Verbrennungen und Hämorrhoiden. Die Dosierungsangaben sind reine Empfehlungen. Bislang sind weder Neben- noch Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bekannt, weshalb Zimbelkraut gefahrlos eingesetzt werden kann. Sollten sich die Beschwerden allerdings nicht legen oder schlimmer werden, sollte ein Mediziner aufgesucht werden.

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