Zika-Virus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Bei der seit dem Jahre 1947 bekannten Zika-Virus-Infektion handelt es sich eine Viruserkrankung, die durch Stechmücken übertragen wird. Sie trat bisher überwiegend in Afrika, Südostasien und auf den pazifischen Inseln auf. Seit dem Jahre 2015 wird eine sehr schnelle und umfangreiche Verbreitung des Zika-Virus auch in südamerikanischen Ländern festgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Zika-Virus?

Das Virus wurde erstmals bei einem Affen im Jahre 1947 in Uganda entdeckt und wurde nach einem Wald nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala benannt. Das Zika-Virus zählt, wie die Viren des Dengue-Fiebers und des Gelbfiebers, zur Familie der Flaviviridae. Im Jahre 1968 wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation) der erste Fall beim Menschen bekannt.

Die Übertragung des Virus erfolgt durch infizierte Stechmücken, wie die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Gelbfiebermücke Aedes aegypti. Möglicherweise ist die Übertragung der Krankheit auch von Mensch zu Mensch durch Geschlechtsverkehr möglich.

Die Zika-Infektionen verlaufen bei Erwachsenen im Normalfall harmlos. Oftmals bleibt die Infektion unbemerkt. Die Erkrankung verursacht ansonsten leichtes Fieber, Hautausschlag und Juckreiz sowie Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen.

Es kann in seltenen Ausnahmefällen jedoch auch zu gefährlicheren Entwicklungen kommen. Ernst zu nehmen ist die Gefahr für Neugeborene. Experten halten es für wahrscheinlich, dass sich durch das Zika-Virus bei Schwangerschaften Missbildungen vor allem im Kopfbereich des Fötus entwickeln. Eine Impfung oder ein Heilmittel gegen die Erkrankung ist bisher nicht erhältlich. Es können lediglich die auftretenden Symptome behandelt werden.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Das aus Uganda stammende Virus kommt vor allem in tropischen Gebieten vor. Weltweit sind bereits viele Menschen durch Insektenstiche erkrankt. Dabei sind zahlreiche Fälle nicht erfasst worden.

Die Insekten nehmen das Virus durch das Stechen bereits infizierter Menschen auf. Die Eier der Gelbfiebermücke gelten als ausgesprochen überlebensfähig. Beim Überbrücken großer Transportwege in Schiffscontainern, Flugzeugen oder Lastwagen genügen ihnen kleine Wasserpfützen zum Überleben. Da die Viruserkrankungen in den Gebieten vorkommen, in denen auch die Stechmücken verbreitet sind, können diese mit hoher Wahrscheinlichkeit als Hauptursache der Virusübertragung betrachtet werden.

Nach festgestellten Erkrankungen in Afrika, Asien und dem Pazifikraum verbreitet sich das Virus vor allem auch in Südamerika. Dorthin ist das Virus womöglich im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien übertragen worden. In Nord-, Süd- und Mittelamerika sind mittlerweile bereits 21 Länder betroffen, darunter u.a. Brasilien, Kolumbien, Bolivien, Mexiko, Barbados, Haiti und Guadeloupe.

Im Jahre 2013 infizierte das Virus ungefähr zehn Prozent der französisch-polynesischen Bevölkerung. Es wurde in diesem Zusammenhang über Fälle berichtet, bei denen auch das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine Nervenerkrankung, die u.a. Lähmungen verursachen kann. Aus anderen, vom Zika-Virus betroffenen, Ländern wurde bislang noch kein Hinweis auf das gleichzeitige Auftreten des Guillain-Barré-Syndroms gemeldet.

Seit Mai 2015 häufen sich die Meldungen über Zika-Virus-Infektionen aus Brasilien. Dort wurden neben zahlreichen Virusinfektionen auch 3893 Neugeborene mit Mikrozephalie (Fehlbildung des Kopfes durch einen zu geringen Schädelumfang) erfasst. Insgesamt 49 dieser Kinder sind bereits als Folge der Fehlbildung gestorben. Einige Frauen erlitten Fehlgeburten, einige der Babys lebten nur einige Tage. Bei den Neugeborenen wurden teilweise schwere geistige Behinderungen aufgrund der Missbildungen des Gehirns diagnostiziert. Im gesamten Vorjahr wurden demgegenüber nur 147 Fälle mit Mikrozephalie registriert.

In Kolumbien sind bisher ebenfalls viele Menschen durch den Erreger erkrankt. Erste Fälle sind u.a. auch in den USA und Großbritannien aufgetreten. Im Bundesstaat Florida wurden bei drei Personen Zika-Erkrankungen festgestellt, die vermutlich bei Reisen in Kolumbien und Venezuela ausgelöst wurden. In den gesamten USA sind bislang 10 Fälle registriert worden, bei denen die Virusübertragung wohl ebenfalls bei Auslandsaufenthalten erfolgt ist. Gemäß des Robert-Koch-Institutes sind auch bereits in wenigen Einzelfällen labortechnisch bestätigte Befunde von Zika-Erkrankungen durch deutsche Auslandsurlauber erfasst worden.

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Krankheiten & Beschwerden

Um die Gefahr einer Zika-Viruserkrankung zu verringern, sollte in den betroffenen Gebieten ein umfassender und möglichst wirksamer Mückenschutz praktiziert werden. Dazu zählt das Tragen langer, heller Kleidung am gesamten Körper, genauso wie eine geeignete Abwehr durch Insektensprays. Aus Erfahrung sollte auch auf die hilfreiche technische Unterstützung durch Moskitonetze zurückgegriffen werden. Ein huntertprozentiger Schutz ist dadurch allerdings nicht möglich.

Die Gelbfiebermücke wird nicht ausschließlich von Gewässern angezogen, sondern auch von süßen Speisen und Getränken jeder Art. Wer trotz Vorsichtsmaßnahmen infiziert wird, darf im Regelfall auf einen schnellen und ungefährlichen Krankheitsverlauf hoffen. Oftmals fallen sogar kaum Symptome auf und die Krankheit verläuft nahezu unbemerkt.

Deutlich besorgniserregender ist die Situation für schwangere Frauen und ihren Fötus. Es spricht einiges dafür, dass das Virus bis zu dem Fötus vordringen kann und sich als Folge die Schädelnähte vorzeitig verschließen. Dadurch kann der Schädelumfang kaum weiter wachsen und es wird eine Entwicklungsstörung des Gehirns verursacht.

Bei Frauen, bei denen die Ultraschallaufnahmen vor der Geburt bereits den zu geringen Kopfumfang zeigten, wurde Fruchtwasser entnommen und analysiert. Es stellte sich heraus, dass sich der Virus darin vermehrt hatte.

Das, bisher lediglich in Polynesien zusätzlich zur Zika-Viruserkrankung aufgetretene, Guillain-Barré-Syndrom kann sich als große Gefahr darstellen. Allerdings stehen auch hier noch keinen wissenschaftlichen Beweis über einen kausalen Wirkungszusammenhang zur Verfügung. Beim Guillain-Barré-Syndrom handelt es sich um eine Erkrankung der Nervenbahnen, bei denen die häufigsten Folgen Lähmungen und Gefühlsstörungen sind. Eine von den Beinen aufsteigende Muskelschwäche kann bis zu einer vollständigen Lähmung von Armen und Beinen, in schlimmen Fällen auch der Atmung führen. Die Krankheit verläuft teilweise schmerzhaft und kann oftmals auch Herzrhythmusstörungen auslösen. Bei Beeinträchtigungen der Atmung und des Herzens ist unverzüglich ärztliche Hilfe erforderlich.

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