Zeitumstellung: So verkraften Sie den Wechsel besser

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Die Umstellung der Zeit am Winterende um eine Stunde nach vorn war ursprünglich ein Versuch zum Energiesparen. Es sollte durch die Umstellung mehr Tageslicht ausgenutzt werden. Allerdings leiden Tiere und Menschen gleichermaßen unter der „geklauten“ Stunde. Mit Sorgfalt und einigen Tricks können Sie sich leichter auf die Zeitumstellung vorbereiten und finden anschließend schneller zu Ihrem gewohnten Lebensrhythmus zurück.

Inhaltsverzeichnis

Seit wann gibt es die Zeitumstellung in Deutschland?

Der erste Versuch, durch die Einführung der Sommerzeit Energie zu sparen, startete schon im Ersten Weltkrieg. Damals war die Beleuchtung in den Fabrikhallen noch derart dürftig, dass einzig das Tageslicht für ausreichende Sicht sorgte. Um für die Rüstungsindustrie mehr zu produzieren, wurde also die Arbeitszeit und somit die gesamte Tageszeit über die Umstellung um täglich eine Stunde verlängert.

1918, mit dem Ende des Krieges, liefen die Uhren wieder ganzjährig gleich. Während des Zweiten Weltkriegs ab 1940 wurde der Gedanke erneut verfolgt und erst 1949 wieder aufgegeben. Die aktuelle, jährliche Umstellung der Winter- und Sommerzeit gibt es seit 1980. Eine Aufhebung ist derzeit nicht in der Diskussion.

Die Grundidee, es würde mit dem längeren Tag Energie gespart, ist statistisch widerlegt. Das gesparte Tageslicht wird im privaten Umfeld stattdessen an Heizenergie aufgewandt, vor allem am frühen Morgen und späten Abend. Auch für Betriebe im Schichtbetrieb ergibt sich aus der Zeitumstellung kein wirtschaftlicher Vorteil.

Die Maschinen benötigen rund um die Uhr Strom, und oft sind die Fabrikhallen ohnehin auf zusätzliches Dauerlicht von der Decke angewiesen. Auch ein Umweltgedanke, also eine Entlastung an Emissionen, ein Ressourcenschonen oder andere mögliche Vorteile sind nicht erkennbar. Nur in den Sommermonaten gibt es durch die Umstellung und wegen der weniger benötigten Heizenergie einen Spareffekt für wenige Monate.

Warum leiden so viele Menschen unter der Zeitumstellung?

Die plötzliche Zeitumstellung ist der Grund dafür, dass viele Menschen plötzlich gesundheitliche Probleme beklagen. Der Biorhythmus kann mit einer verschobenen Stunde nichts anfangen und meldet sich daher durch Müdigkeit, Schlafstörungen und andere Zeichen des biologischen Widerwillens. Auch ohne Vorhandensein einer Uhr ist der menschliche Körper fähig, sich an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen.

Jedoch dauert eine solche natürliche Anpassung deutlich länger. In unserer industrialisierten Zeit bleibt es unumgänglich, im Dunkeln aufzustehen. Je nach Beruf kann es auch nötig sein, schon schlafen zu gehen, wenn es draußen noch hell ist. Dahinter steckt eine Störung des Melatonin-Haushalts, der ansonsten automatisch und rechtzeitig Müdigkeit und Munterkeit reguliert.

Einzig mit einem Training lässt sich für viele Menschen überhaupt die körperliche Belastung ertragen. Das Schlafengehen wird erzwungen, aber dies kann zu einem flacheren, unterbrochenen Schlaf führen. Am Morgen sind Betroffene „wie gerädert“ und kommen nur schwer in den Aktivitätsgrad, der für eine gute Leistung am Arbeitsplatz oder für das Bewältigen des Alltags nötig ist.

Zeitumstellung bedeutet Stress, nicht, weil sie fehlt, sondern weil sie verschoben wird. Obwohl bei der herbstlichen Umstellung auf die Winterzeit eine Stunde „verschenkt“ wird, leiden auch jetzt empfindliche Menschen unter dem plötzlichen Verschieben. Da es noch lange dauern wird, bis die Zeitumstellung neu diskutiert wird, sollten Sie schon eine Weile vor der Umstellung Vorbereitungen treffen, um ihren Körper auf den neuen Tag-Nacht-Rhythmus zu trainieren.

Wie Sie sich auf die Umstellung vorbereiten können

  • Tipp Eins: Seien Sie schneller als die Zeitumstellung!

Gehen Sie in der Woche vor der Zeitumstellung eine Stunde früher schlafen. Falls das zu abrupt ist, können Sie das Schlaftraining auch schon zwei Wochen vorher beginnen, dann mit immer etwa zehn verschobenen Minuten.

  • Tipp Zwei: Leben Sie, als würde sich alles ändern!

Der Körper erkennt an Ihrem Verhalten, ob Sie jetzt aktiv werden möchten oder zur Ruhe kommen. Wann Sie essen, welche Freizeitaktivitäten Sie unternehmen, wie lange Sie Freizeit mit Lesen oder TV verbringen – soweit möglich, sollte auch dies etwa drei bis eine Woche vor der Zeitumstellung verlagert werden.

  • Tipp Drei: Tanken Sie Licht!

Frühjahrsmüde Menschen kennen den wohltuenden Effekt der Sonne oder des Tageslichtes gut. Auch Sie helfen Ihrem Körper beim Abbau von Melatonin und somit beim leichteren Munterwerden, wenn Sie über die Haut genügend Vitamin D aufnehmen. Zehn Minuten täglich decken den Bedarf an diesem Vitamin zu immerhin 80 Prozent. Bleiben Sie draußen, so oft und so lange es geht.

  • Tipp Vier: Schaffen Sie künstliche Nacht!

Das Einschlafen ist für viele Menschen genau ab der Zeitumstellung problematisch. Ihr Körper erkennt aber Nacht, wenn Sie vorübergehend abgedunkelt schlafen. Es kann auch hilfreich sein, Ihre sonstigen Wohnräume eine Weile vor dem Schlafengehen nur noch mit gedimmtem Licht auszustatten, etwa durch halb blickdichte Vorhänge oder durch ein Herablassen von Jalousien.

Was hilft bei Schlafstörungen an den Tagen nach der Umstellung?

Der Schlafmangel und Schlafstörungen führen bei vielen Menschen unmittelbar nach der Zeitumstellung zu Herz-Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen. Es gilt jetzt, gut auf sich zu achten und den Körper keinesfalls zu stressen. Meiden Sie für eine Weile Abendtermine, und lassen Sie nächtliche Autofahrten besser sein.

Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung sowie der Tipp mit dem Tageslicht unterstützen die biologische Umstellung. Soweit dies nach den Umständen des Alltags möglich ist, kann Ihr Körper bei einem 20-Minuten-Mittagsschlaf wieder Kraft tanken. Allerdings ist auch diese Kurzform eines Mittagsschlafs Übungssache. Am besten beginnen Sie mit dem Training dafür auch schon vor der Zeitumstellung.

Die nötige Gelassenheit kann tatsächlich gesundheitliche Probleme nach der Zeitumstellung reduzieren. So besagen Statistiken beispielsweise zu den gemütlichen Bayern, dass diese im bundesweiten Vergleich die wenigsten Umstellungsprobleme haben. Stressanfälliger sind in dieser Zeit – ebenfalls statistisch gemessen – mehr Frauen mittleren Alters als Männer. Möglicherweise ist es deren ohnehin stärker sensibler Biorhythmus, der dann strapaziert wird.

Wenn Sie allgemein dazu neigen, auf Stress mit körperlichen Symptomen zu reagieren, sollten Sie gerade nach der Zeitumstellung jede Überforderung vermeiden. Nutzen Sie Ruhemöglichkeiten, verteilen Sie Termine und überlegen Sie genau, ob Ihre geplanten Aktivitäten möglicherweise noch eine oder zwei Wochen warten können. Dann sind Sie ganz natürlich wieder fit für den neuen Rhythmus und darüber hinaus besser konzentriert.

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Mini-Jetlag mit großen Auswirkungen

Flugreisende kennen ähnliche Symptome, die beim Überfliegen von Zeitzonen auftreten. Das Phänomen heißt Jetlag und ist selbst bei Vielfliegern nicht vollständig zu überwinden. Die Zeitumstellung im Frühjahr und im Herbst wird deshalb zu Recht Mini-Jetlag mit großen Auswirkungen genannt. Achten Sie während der Umstellungsphase auch auf Kinder, Tiere und ältere Menschen. Je sensibler ein Organismus ist, umso stärker können die Umstellungsprobleme werden.

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